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Hautkrankheit (Symbolfoto)
(Bildquelle: pixabay.com)
 
Allgäu
Donnerstag, 14. April 2022

Cannabis als Medizin gegen Neurodermitis

Neurodermitis gilt nach dem Stand der medizinischen Forschung als unheilbar. Diese Aussichtslosigkeit bedeutet für Betroffene eine starke Belastung, denn die atopische Dermatitis, wie die Hauterkrankung ebenfalls genannt wird, ist mit einem starken Leidensdruck verbunden. Dennoch gibt es verschiedene Therapien, die dabei helfen, die Symptome zumindest einzugrenzen. Cannabis als Medizin gegen Neurodermitis könnte Betroffenen neue Hoffnungen geben, ihr Los zu lindern.

Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung der Haut, die schubweise auftritt und Betroffene zumeist seit ihrer Kindheit begleitet. Als atopische Hautkrankheit ist sie auf eine Überreaktion des Immunsystems auf äußere Reize zurückzuführen. Das Immunsystem reagiert mit einer gesteigerten Produktion von Immunglobulinen. Inzwischen fanden Wissenschaftler heraus, dass die dysfunktionale Reaktion des Immunsystems durch eine gestörte Barrierefunktion der Haut verursacht wird. Vereinzelte Gendefekte wie Mutationen im Filaggrin-Gen, das die Haut mit Keratin versorgt und ihre Strukturbildung organisiert, konnten bereits identifiziert werden.

Patienten leiden unter einer trockenen und überempfindlichen Haut, die anfällig für Entzündungen aller Art ist. Die Ausschläge erstrecken sich auf deutlich sichtbare Körperteile wie das Gesicht und die Hände, was die Lebensqualität der Patienten weiter beeinträchtigt. Beeinträchtigend ist auch der Juckreiz, der als besonders quälend wahrgenommen wird, da Betroffene dazu angehalten werden, ein Kratzen an den juckenden Stellen zu vermeiden, um die Symptomatik nicht weiter zu verstärken. Schlafstörungen können eine Folge des ständigen Juckreizes sein und sollten behandelt werden.

Wie kann Cannabis helfen?
Cannabis kann sowohl akut als auch prophylaktisch gegen Neurodermitis eingesetzt werden. Verschiedene Studien zeigten, dass Cannabis bei dieser Hautkrankheit durchaus Wirkung zeigen kann. Der Wirkmechanismus setzt dabei vermutlich an verschiedenen Hebeln an. Manche Eigenschaften der Hanfpflanze sollen direkt gegen die Ursache der chronischen Hauterkrankung und andere gegen die Symptome wirken.

Revitalisierung des ECS
Dem israelischen Arzt und Cannabisforscher Raphael Mechoulam ist die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems (ECS) des Menschen zu verdanken, das als größtes Bionetzwerk viele wichtige Prozesse rund um körperliche, geistige und mentale Funktionen moduliert. Der menschliche Körper ist dazu fähig, selbstständig sogenannte Endocannabinoide zu bilden, um die Schaltkreise des ECS im Gleichgewicht zu halten.

Kommt es zu einer Mangelsituation, können manche Regelkreise des ECS aber zum Erliegen kommen. Die Phytocannabinoide von Cannabisprodukten wie THC und das nicht psychoaktive CBD füllen die Cannabinoidspeicher wieder auf und könnten die Funktionalität des ECS wieder gewährleisten, indem sie sein Gleichgewicht wieder herstellen.

N-Palmitoylethanolamin (PEA)
Für Hautprozesse besonders wichtig ist N-Palmitoylethanolamin, das zur Gruppe der Endocannabinoide gehört und auf den Nervenfasern der Haut zu finden ist. Eine Münchner Studie mit 2.456 Teilnehmern aus dem Jahre 2008 belegte einen Rückgang der Symptomatik von Neurodermitis-Patienten, die während der Studie eine Creme mit dem Wirkstoff PEA verwendeten. Eine Studie aus Münster aus dem Jahre 2017 ermittelte juckreizstillende und weich machende Eigenschaften der PEA-haltigen Creme, die sie an den Probanden festgestellt hatten.

Vielseitiger Hautschutz
Cannabis wirkt unter anderem entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzstillend, zumindest was chronische Schmerzen betrifft. Die Neurodermitis ist mit entzündlichen Hautreaktionen verbunden, die durch einen vermehrten bakteriellen Einfall verstärkt werden. Dies ist die Ursache für den ständigen Juckreiz, der als chronischer Schmerz wahrgenommen wird. Es wird vermutet, dass die Wirkstoffe des Cannabis den Entzündungen entgegenwirken, die Bakterien abhalten und Schmerzen lindern könnten.

Besonders interessant ist hierbei die mögliche Bekämpfung des Bakteriums Staphylococcus aureus durch Cannabis, das die Bildung von Ekzemen während der neurodermitischen Schübe bewirken kann. Darüber hinaus könnte Cannabis antioxidativem Stress vorbeugen, was die Haut vor einem Einfall freier Radikaler schützt, die das Redox-Gleichgewicht der Hautzellen verändern, was zur vorzeitigen Hautalterung führen kann.

CBD-Cremes machen trockene Haut wieder feucht
Cannabis kann auf vielfältige Weise konsumiert werden. Beliebt sind unter anderem Produkte wie CBD-Öl und CBD-Kapseln. Speziell bei Hautproblemen wie Neurodermitis empfiehlt sich die Verwendung von Cannabis als Creme. Auf diese Weise können die Cannabinoide tief in die Haut einziehen und diese mit Feuchtigkeit versorgen. Dies könnte mit der trockenen Haut einem weiteren Problem von Neurodermitis entgegenwirken, das stark zur Überempfindlichkeit der Haut gegenüber äußeren Reizen beiträgt.


Tags:
cannabis neurodermitis medizin


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