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Ostallgäu - Buchloe
Freitag, 29. März 2019
Mit beeindruckender Moral zur Meisterschaft
Der Saisonrückblick des ESV Buchloe

Gut zwei Wochen ist es mittlerweile her, dass die Eishockey-Saison beim ESV Buchloe zu Ende gegangen ist und das mit dem bayerischen Landesligameistertitel durchaus erfolgreich. Zeit für die Verantwortlichen, noch einmal rückblickend Bilanz nach einer guten Saison zu ziehen, der aber trotz der Meisterschaft das absolute „i-Tüpfelchen“ fehlte. Denn nach der verkorksten Vorsaison, als man nach zehnjähriger Bayernligazugehörigkeit in die Landesliga abstieg, blieb der Traum vom direkten Wiederaufstieg am Ende unerfüllt – wenn auch denkbar knapp.

Den Neustart nach dem bitteren Gang in die Landesliga wollte man bei den Rot-Weißen dabei mit einer jungen, begeisterungsfähigen und zum größten Teil aus einheimischen Spielern bestehenden Mannschaft angehen. Und so stellte die sportliche Leitung eine „ausbalancierte Mischung aus Erfahrung, Spielern im besten Alter und jungen Wilden, die rennen bis zum Umfallen“ zusammen, wie der 1. Vorstand Axel Flöring die Piraten-Truppe passend beschreibt. Diese wuchs schnell als echte Einheit zusammen. „Der Zusammenhalt im Team war absolut vorbildlich und beeindruckend“, lobt Flöring die Mannschaft, deren Geschlossenheit sich auch in den statistischen Zahlen niederschlug. Insgesamt elf Akteure des im Durschnitt gerade einmal gut 24 Jahre alten Kaders hatten am Ende mehr als 20 Scorerpunkte gesammelt. „Wir waren nicht so einfach ausrechenbar und daher ist es schwierig einzelne Spieler herauszuheben.“ Topscorer wurde zum wiederholten Male Alexander Krafczyk (26 Tore/36 Assists), der auf den ersten Blick heraussticht und als Kapitän auch in Sachen unbändigem Eisatzwillen wieder ein Vorbild war. Aber auch die erfahrenen Spieler wie Oliver Braun und Tobias Kastenmeier, sowie Marc Weigant, der eine bärenstarke Verzahnungsrunde gespielt hat genauso wie im übrigen auch Michal Telesz, hebt Flöring hervor.

Gleichzeitig bewies man auch bei den Neuverpflichtungen ein durchweg glückliches Händchen, die allesamt durch Trainer Alexander Wedl gut ins Team integriert wurden. Der ruhige und pucksichere Robert Wittmann oder der flexibel einsetzbare und pfeilschnelle John Boger, der mit seinen 20 Jahren keinem Zweikampf aus dem Weg ging, sind hier nur zwei Beispiele von den Neuzugängen, die starke Leistungen boten. Ohnehin zeigt man sich erfreut, dass vor allem auch die jungen Spieler – wie beispielsweise Mattias Imhof, Tobias Treichl, Maximilian Schorer oder auch Timo Hauck – das in sie gesetzte Vertrauen mit guten und vielversprechenden Auftritten zurückzahlten. „Die jungen Spielern haben alle vom Trainer ihre Chance bekommen, und ihre Einsätze auf dem Eis auch mit viel Engagement und vielversprechenden Leistungen bestätigt“, berichtet der 2. Vorstand Florian Warkus, der unter anderem auch für die sportliche Leitung mit zuständig ist.

Und so belohnte sich das gesamte Team nach insgesamt 35 Saisonspielen mit dem Gewinn der Landesliga-Meisterschaft. „Die Einstellung mit der die Mannschaft den Titel geholt hat, kann man nur als großartig bezeichnen“, freut sich der ESV-Vorstand über den in seinen Augen verdient gewonnen Pokal. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Enttäuschung über den knapp zwei Wochen zuvor noch um Haaresbreite verpassten direkten Wideraufstieg in die Bayernliga sicherlich noch vielen in den Köpfen und Knochen steckte.

Dabei hatte die Saison Anfang Oktober in der Landesligagruppe noch eher holprig begonnen. „In der Hauptrunde sind wir etwas schwer in die Gänge gekommen, haben uns im Verlauf aber kontinuierlich gesteigert und in der Rückrunde auch richtig begeisternde Duelle wie zum Beispiel in Ulm oder zu Hause gegen Burgau abgeliefert“, urteilt Flöring. „Man muss auch sehen, dass wir in der Vorrunde fast durchwegs mit vier Reihen agiert haben. Der Trainer hat hier wie bereits geschildert allen eine Chance geben sich zu beweisen und das ganz egal ob es enge Spiele oder klare Angelegenheiten waren. Das erfordert sicherlich Mut“, fügt Warkus zudem an.

Nach 20 Spielen stand somit Hauptrundenplatz vier zu Buche. Keine überragende aber dennoch solide Runde, die folglich zur souveränen und mühelosen Qualifikation für die Aufstiegsrunde reichte. Dort zeigten die Freibeuter dann eine deutliche Leistungssteigerung und boten auch den Bayernligisten immer wieder Paroli. Einige Unkonzentriertheiten führten aber vorwiegend gegen die vermeintlich schwächeren Gegner in der stark besetzten Gruppe dazu, dass am Ende ein Punkt und ein paar Tore zu einem Platz unter den ersten Drei fehlten und der Aufstieg somit denkbar knapp verpasst wurde. Die Niederlage im direkten Finale gegen den am Ende vor dem ESV stehenden Bayerligisten Dorfen nennt Flöring somit verständlicherweise als bittersten Moment der Saison. Doch auch danach bewiesen die Piraten Moral und triumphierten bekanntermaßen im Anschluss noch in der Meisterschaftsserie gegen Pfaffenhofen, was „ein toller Erfolg war, den die Mannschaft und Fans sicherlich genossen haben.“

„Letztlich haben Team und Trainer das erfolgreich umgesetzt was wir uns vorgenommen haben“, zeigt sich Florian Warkus zufrieden. Ebenso loben die Verantwortlichen vor allem auch die kontinuierliche Steigerung, die die Mannschaft als gesamtes, aber auch die allermeisten Spieler im Einzelnen vollzogen haben. „Wir werden aus der abgelaufenen Spielzeit unsere Schlüsse ziehen und auch zukünftig konsequent den eingeschlagenen Weg weitergehen. Dementsprechend wollen wir große Teile des Kaders natürlich zusammenhalten“, stellt Warkus abschließend bereits die Marschoute für die neue Runde in Aussicht, in der man wieder einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg starten will. (PM)

 

 

Das Buchloer Team und die Saison in statistischen Zahlen:

Durchschnittsalter: 24,3 Jahre
Pflichtspiele: 18 Hauptrunden, 14 Aufstiegsrunden, 3 Meisterschafts-Playoffs
Punkte gesamt: 63 (Durchschnitt: 1,8)
Torverhältnis gesamt: 173 : 113 (Durchschnitt: 4,94 : 3,23)
Siege: 24 (davon 12 zu Hause)
Niederlagen: 11 (davon 5 zu Hause)
Höchster Sieg: 11:1 zu Hause gegen Forst
Höchste Niederlage: 2:10 auswärts in Geretsried
Powerplayquote: 25,45% (57 Tore in 224 Überzahlspielen)
Unterzahlquote: 86,76% (27 Gegentore in 204 Unterzahlspielen)
Zuschauer Heimspiele gesamt: 4911 (Durchschnitt: 289)

Der Dauerbrenner: Alexander Krafczyk (alle 35 Pflichtspiele absolviert)
Der Topscorer: Alexander Krafczyk (62 Punkte)
Der Toptorjäger: Alexander Krafczyk (26 Tore)
Der Toptorjäger in der Aufstiegsrunde: Michal Telesz (11 Tore)
Der Toptorjäger in den Meisterschafts-Playoffs: Marc Weigant (5 Tore)
Der Strafbank-König: David Vycichlo (107 Strafminuten)


Tags:
Saisonrückblick Eishockey Landesliga Meisterschaft



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