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Erste Hilfe am Kind mit Tobias Großer
(Bildquelle: Fabian Schmid)
 
Oberallgäu - Kempten
Mittwoch, 29. August 2018

Richtig Handeln bei Unfällen von Kleinkindern

Die wichtigsten Erste-Hilfe-Tipps für Eltern

Wenn ein Kind einen Unfall hat, sind Angst und Aufregung bei Eltern, Großeltern oder Betreuern zwar normal, aber nicht hilfreich. Wer sich vorher mit dem Thema Erste Hilfe bei Kindern beschäftigt hat, bewahrt leichter einen kühlen Kopf. Für Erzieher und Lehrer sind entsprechende Weiterbildungen vorgeschrieben, aber auch Eltern und Betreuer von kleinen Kindern sollten im Notfall wissen, was zu tun ist, und ihr Wissen regelmäßig auffrischen. Immerhin hat im Schnitt jedes Kind bis zu seinem 15. Lebensjahr vier bis fünf kleinere Unfälle, die medizinisch versorgt werden müssen.

 

„Es lohnt sich, Maßnahmen der Ersten Hilfe speziell für Kinder zu erlernen“, erklärt Robert Gast von den Johannitern im Allgäu. „Hat beispielsweise ein Knirps einen Fremdkörper verschluckt, helfen bei Kleinkindern fünf Schläge zwischen die Schulterblätter, während das Kind mit dem Bauch auf dem Knie des Erwachsenen liegt, den Oberkörper leicht tiefer gelagert. 

Wer ein Kind verbindet, sollte darauf achten, dass der Verband möglichst sauber ist und nach dem Anlegen keine zusätzlichen Schmerzen verursacht. Die Wundauflage muss die verletzte Fläche überragen, Fremdkörper verbleiben in der Wunde. „Ein gut ausgestatteter Verbandskasten gehört in jede Wohnung“, erinnert Gast. Bei Insektenstichen im Rachenraum sollte bis zum Eintreffen des Notarztes eine Kühlung von außen vorgenommen werden. 

Kleinere Brandwunden an Armen und Beinen sollten sofort mit kaltem oder lauwarmem Wasser gekühlt werden. „Anschließend muss die Brandwunde vorsichtig mit einem Verbandtuch bedeckt werden, um einem Eindringen von Erregern und auch einem weiteren Wärmeverlust vorzubeugen“, so Gast. Bei größeren Verletzungen, Blasenbildung, Entzündungen oder wenn Gesicht oder Handinnenflächen betroffen sind, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. 

Für Eltern beängstigend, aber glücklicherweise meist harmlos sind die sogenannten Pseudokrupp-Anfälle, bei denen die Kinder in den Nachstunden plötzlich unter Atemnot oder bellendem Husten leiden. In der Regel hilft kalte, feuchte Luft. „Gehen Sie in kühlen Nächten mit dem Kind auf den Balkon, stellen Sie sich mit ihm vor die geöffnete Kühlschranktür oder lassen Sie kaltes Wasser in die Badewanne laufen, während Sie und das Kind daneben sitzen“, rät Gast. Bessern sich die Beschwerden nicht, muss der Notarzt kontaktiert werden, denn in diesem Fall könnte es sich um einen Asthma-Anfall oder eine Lungenentzündung handeln. 

„Grundsätzlich gilt: Rufen Sie bei einem ernsthaften Unfall oder einer Erkrankung immer den Notruf unter 112 an“, sagt Gast. „Hat Ihr Kind unter Umständen etwas Giftiges zu sich genommen, es geht ihm jedoch gut, können Sie sich auch zunächst bei der Giftinformationszentrale unter 089 19 24 0 beraten lassen.“ 

Viele Unfälle lassen sich bereits im Vorfeld verhindern, beispielsweise durch Kindersicherungen an Herd und Steckdosen, das sichere Verstauen von Reinigungsmitteln und Medikamenten, eine ständige Beaufsichtigung von Babys auf dem Wickeltisch oder im Kinderwagen sowie von Kindern an Grill oder Lagerfeuer. Schwere Vergiftungen können beispielsweise Stempelfarbe, Spülmittel und Schuhcreme verursachen. Für Babys sind auch Honig und Ätherische Öle gefährlich. 

„Sie können als Eltern viel tun, damit ihr Kind sicher aufwächst“, erklärt Gast. „Lassen Sie Getränke draußen nicht offen stehen, sondern decken Sie diese ab oder nutzen Sie einen Strohhalm. Lassen Sie bei Kleinkindern im Haus keine Erbsen, Nüsse oder andere Kleinteile herumliegen. Kürzen und sichern Sie Kabel. Kaufen Sie keine Kinderkleidung mit Bändern. Sichern Sie Fenster, Türen, Treppen, den Gartenteich und die Regentonne. Und kaufen Sie Ihrem Kind einen guten Fahrradhelm.“ 

Die Johanniter im Allgäu bieten speziell für Eltern und Betreuer von Kleinkindern und Säuglingen einen neunstündigen Kurs unter dem Titel „Erste Hilfe am Kind“ an: Vom Verschlucken aller möglichen Gegenstände bis zu den Besonderheiten bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung deckt dieser Kurs die kleinen und großen Notfälle ab, die Kindern passieren können. 

Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter [http://www.johanniter.de/allgaeu. | www.johanniter.de/allgaeu.]
oder unter Tel. 0831 52157-0 (pm)


Tags:
ErsteHilfe Kleinkind Eltern Johanniter



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