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Skitourengeher
(Bildquelle: pixabay)
 
Allgäu
Samstag, 5. März 2016

Wie verhalte ich mich bei Lawinen im Allgäu

AllgäuHIT hat nachgefragt und liefert Tipps

Wer auf eine Skitour geht, der muss an einiges denken und auf viele Faktoren achten. Vom Schlimmsten sollte man grundsätzlich nicht ausgehen, eine entsprechende Vorbereitung ist jedoch nie schlecht. Doch wie verhalte ich mich, wenn ich eine Lawine ausgelöst habe, oder andere in eine Lawine geraten? Und können Kosten auf mich zukommen, wenn die Einsatzkräfte umsonst ausrücken? – Wir haben einmal nachgefragt und erklären Ihnen in dieser Reportage, was Sie tun können, um selbst zu überleben, oder anderen das Leben zu retten.

Eine Skitour fängt schon lange bevor man losgeht an. Doch an was muss ich denken, wenn ich vorhabe mich in unwegsamen Gelände zu bewegen? Dörg Stephan, der stellvertretende Regionalleiter der Bergwacht sagt, die Vorbereitung dauert mindestens ein bis zwei Tage:

„Man sollte sich am Abend vorbereiten. Die Karte lesen. Mögliche Aufstiegsspuren anschauen, den Lawinenlagebericht mitverfolgen und das Wetter der vergangenen zwei bis drei Tage kennen. Außerdem sollte man eine entsprechende Sicherheitsausrüstung mit sich tragen. Dazu gehört an erster Stelle ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS). Auch eine Schaufel und eine Sonde sind im Standartgepäck von Skitourengänger unverzichtbar.“

Allerdings gibt es mittlerweile auch einen sogenannten ABS-Rucksack. Auch ein Handy und Kartenmaterial sind hilfreiche Mittel, um sich erst gar nicht in gefährdete Gebiete zu bewegen.

Doch was mach ich jetzt, wenn ich trotzdem eine Lawine auslöse? – Auch darauf weiß Dörg Stephan eine Antwort und den ein oder andere Tipp.

„Das muss man in zwei Bereiche aufteilen. Sollte ich Gefahr laufen, von der Lawine erfasst zu werden, dann sollte ich mich möglichst schnell und sicher aus dem Bereich des Lawinenabgangs entfernen. Wenn die Lawine mich selbst nicht erfasst, dann wäre es sehr sinnvoll sich bei der Bergwacht in der Nähe oder bei der Integrierten Leitstelle in Kempten melden.“

Grundsätzlich sollte man aber auch, wenn man von der Lawine erfasst wurde versuchen, den Rettungsdienst, oder die Bergwacht zu verständigen.

Ein weiteres Szenario wäre eine Lawine abgehen zu sehen. Im Alltag kommt das glücklicherweise eher selten vor, dass man Lawinen abgehen sieht. Doch wie verhalte ich mich, wenn ich Zeuge einer Lawine werde? – Wie muss ich reagieren?

Das oberste Gebot ist, den Lawinenfluss zu beobachten und nach eventuellen Opfern Ausschau zu halten. Zählen sie mit, wenn Menschen von der Lawine erfasst werden, wie viele es sind und an welchen Stellen sie von der Lawine erfasst wurden. Diese Information ermöglicht den Rettern später eine einfachere Planung bei der Bergungsaktion. Wenn keine Menschen von der Lawine erfasst wurden, sollte die Bergwacht trotzdem informiert werden, um eine schnelle Reaktion der Helfer zu gewährleisten.

Können Kosten auf mich zu kommen, wenn ich selbst eine Lawine ausgelöst habe, jedoch niemand verschüttet wurde und die Bergwacht eine Suchaktion durchführen will?

„Nein, es entstehen keine Kosten. Im Gegenteil. Die Einsatzkräfte sind froh, wenn sie den Einsatz abbrechen können und es bestätigt wurde, dass niemand verletzt wurde.“, sagt Dörg Stephan.

Für den Skitourengänger heißt es also auch wenn niemand verletzt wurde, aber die Retter schon unterwegs sind, noch einmal zu informieren, dass der Einsatz abgebrochen werden kann. Kosten entstehen nie.

 


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lawine allgäu bergwacht tipp



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