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Arbeit in einer Küche
(Bildquelle: pixabay)
 
Allgäu
Dienstag, 30. April 2019

Weniger als 9.000 Menschen im Allgäu arbeitslos

Frühjahrsaufschwung setzt sich fort

Jahreszeitliche Gründe führten zu einer weiteren Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu. Mehr Menschen in Beschäftigung und eine anhaltende Nachfrage nach Arbeitskräften kennzeichnen das Ergebnis für den April. Aktuell waren gut 450 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Knapp 8.950 Menschen betreuten die Vermittler in der Agentur für Arbeit und in den sieben Jobcentern im Gesamten. Das war gleichzeitig auch die niedrigste Zahl arbeitsloser Menschen in einem April der letzten 20 Jahre. Entsprechend ging die Arbeitslosenquote auf 2,4 Prozent zurück. Sie verbesserte sich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte, im April des vergangenen Jahres hatte sie noch den höheren Wert von 2,6 Prozent erreicht. Anhaltend hoch war das Interesse von Unternehmen an Arbeitskräften.

Insgesamt stellten Arbeitgeber gut 6.900 Stellenangebote zur Besetzung zur Verfügung. „Der Arbeitsmarkt zeigte sich auch im April anhaltend stabil. Nicht zuletzt aufgrund der anhaltend milden Witterung konnten zahlreiche Kräfte in Außenberufen wieder eine Beschäftigung aufnehmen“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Betriebe haben weiter einen hohen Bedarf an Mitarbeitern, insbesondere Fachkräfte bleiben gefragt. Um den Bedarf an qualifizierten Beschäftigten besser decken zu können, ist neben der Einstellung neuer Kräfte stets auch die Weiterbildung bereits vorhandener Mitarbeiter ein probates Mittel. Hierbei kann die Agentur für Arbeit durch Beratung, aber auch durch nun noch günstigere finanzielle Unterstützung helfen.“

Chancen zur beruflichen Qualifizierung
Der Bedarf an Fachkräften ist in den Betrieben der Region weiterhin hoch. Das zieht sich quer durch viele Branchen wie das Angebot an gemeldeten Stellen zeigt, das im Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur vorliegt. Gleichzeitig sind für die gesuchten Tätigkeiten nicht mehr in jedem Fall geeignete Menschen bei den Vermittlern arbeitslos gemeldet.

Rein rechnerisch übersteigt die aktuelle Nachfrage nach Arbeitskräften für eine Tätigkeit in der Produktion, im Baugewerbe oder in der IT-Branche die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen. In den genannten drei Bereichen ist jeweils weniger als eine Kraft je gemeldeter Stelle verfügbar. Ähnlich sieht es in Gesundheit, Soziales und Erziehung aus. Diese Darstellung verdeutlicht den Bedarf insgesamt – ohne dass regionale Besonderheiten und gewünschte Qualifikation im Detail zum Ausdruck kommen.

Um den Bedarf an Fachkräften in einem Betrieb zumindest in Teilen zu decken, bieten sich als wichtiges Potenzial die eigenen Mitarbeiter an. Unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gibt es im Allgäu knapp 46.000 Kräfte, die als Helfer tätig sind. Deren Anteil umfasst 16,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter. Bereits seit vielen Jahren kann die Agentur für Arbeit für Personen, die noch keinen Berufsabschluss erworben haben oder seit mehreren Jahren nicht mehr im erlernten Beruf tätig waren, einen beruflichen Abschluss finanziell unterstützen. So hatten in 2018 Betriebe für 335 Menschen finanzielle Leistungen für eine berufliche Qualifizierung erhalten. Schwerpunkte lagen in den Bereichen Verkehr und Logistik, Altenpflege sowie in der Produktion. Für die betriebliche Weiterbildung inklusive einem Arbeitsentgeltzuschuss wendete die Agentur für Arbeit im vergangenen Jahr ca. 4,4 Mio. Euro an Beitragsmitteln auf.

Seit Jahresbeginn hat der Gesetzgeber mit dem neuen Qualifizierungschancengesetz den Rahmen der Fördermöglichkeiten für Weiterbildungen, die nicht zu einem Berufsabschluss führen, deutlich erweitert. Digitalisierung und demografischer Wandel beschleunigen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und erfordern vermehrte Anpassungen bei der Qualifikation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Auch größere Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten können nun eine finanzielle Unterstützung bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter erfahren. Neben Lehrgangskosten kann auch das während der Qualifizierung angefallene Arbeitsentgelt mit einem anteiligen Zuschuss erstattet werden. Art und Umfang der Förderung orientiert sich dabei maßgeblich an der Größe eines Betriebes. Für Beschäftigte in Klein- und Mittelbetrieben wird ein prozentual höherer Anteil übernommen als bei größeren Unternehmen. So werden bei Betrieben mit bis zu neun Mitarbeitern Lehrgangskosten in voller Höhe getragen, während sich bei Großunternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern diese Kostenübernahme auf 15 bis 20 Prozent reduziert. Je nach Betriebsgröße ergeben sich weitere Staffelungen. Ähnliche Spreizungen ergeben sich bei der Erstattung des Zuschusses zum förderfähigen Arbeitsentgelt.

Damit eine Maßnahme überhaupt gefördert werden kann, muss sie mindestens 161 Unterrichtsstunden umfassen, zertifiziert sein und von einem externen Bildungsträger durchgeführt werden. Einen Antrag auf Förderung stellt der Betrieb, der den zu qualifizierenden Mitarbeiter beschäftigt.

Von einer Förderung ausgeschlossen sind frisch ausgebildete Berufsanfänger, denn sie verfügen über aktuelle berufliche Kenntnisse. Auch für Aufstiegsfortbildungen zum Meister oder Techniker ist keine Förderung vorgesehen.

Spezialisten des Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit beraten gerne über Fördermöglichkeiten im Einzelfall. Kontakt: Tel. 0800 4 5555 20 oder Kempten-Memmingen.Wegebau@arbeitsagentur.de.

Arbeitslose Menschen in Arbeit
Im April bewegte sich viel auf Seiten der arbeitslosen Menschen. Markant war der Rückgang insbesondere bei Männern, denn hier waren im Vergleich zum Vormonat 430 Kräfte weniger arbeitslos. Bei Frauen war demgegenüber im Ergebnis kaum eine Veränderung festzustellen. Hier verhinderte auch eine Reihe von Entlassungen in Hotellerie und Gastronomie zum Ausklang der Wintersaison ein günstigeres Ergebnis.

Auch im Vergleich zum April des vergangenen Jahres verlief die aktuelle Entwicklung günstig. Seinerzeit waren 575 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Der Rückgang im Jahresvergleich ging auf das Konto der Jobcenter. Insgesamt konnten aktuell annähernd 1.900 Kräfte eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden, die höchste Zahl der letzten zwölf Monate. Männer nahmen eine Beschäftigung im Baugewerbe oder als Garten- und Landschaftsbauer auf. Daneben erfolgten Arbeitsaufnahmen in größerer Zahl in Industriebetrieben, im Logistiksektor, Verkauf sowie im Reinigungsgewerbe. Weitere Beschäftigungen ergaben sich auch im Bereich Büro und Sekretariat. Insbesondere für Tätigkeiten im Büro waren aber noch immer knapp 600 Menschen weiter auf Jobsuche.

Arbeitskräfte bleiben gesucht
Im April gaben Betriebe und Verwaltungen knapp 1.450 Stellen neu zur Besetzung herein. Damit standen insgesamt mehr als 6.900 Beschäftigungsmöglichkeiten für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung. Wie schon in den Monaten zuvor bewegte sich das Gesamtangebot weiter auf hohem Niveau. Einen Schwerpunkt bildeten Metallbearbeitung sowie Maschinen- und Fahrzeugbau. Allein 230 der neuen Stellenangebote zählten zu diesen Bereichen. Industriemechaniker, Fräser,
Maschinen-/Anlagenführer und weiteres qualifiziertes Personal war gefragt. In der Energie- und Elektrotechnik äußerten Arbeitgeber einen Bedarf von gut 60 zusätzlichen Mitarbeitern. Die anhaltende Auslastung im Baugewerbe führte zu weiteren Stellenangeboten für Maurer, Zimmerer sowie Bau- und Transportgeräteführern. Zum Beginn der anstehenden Saison im Tourismus suchten Hotels und Gastronomen wieder zusätzliche Arbeitskräfte. Im sozialen Bereich sowie in der Pflege boten sich ebenfalls neue berufliche Chancen. 50 Beschäftigungsangebote für Erzieher, Altenpfleger sowie in der Krankenpflege kamen herein.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Aktuell waren im Bezirk der Agentur für Arbeit 575 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im April des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote erreichte aktuell den Wert von 2,4 Prozent. Sie unterschritt die Marke des Vorjahres um 0,2 Prozentpunkte. Diese Entwicklung setzte sich auch in nahezu allen Regionen des Agenturbezirks fort. Weniger Menschen waren ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote erreichte einen günstigeren Wert. Jeder Wirtschaftsraum verzeichnete im April bei der Arbeitslosenquote mindestens eine Zwei vor dem Komma. Ein besonders gutes Ergebnis gibt es für den Wirtschaftsraum Mindelheim zu berichten. Hier lag die Quote sogar bei 1,9 Prozent. Den stärksten Rückgang im Jahresvergleich erzielte das südliche Oberallgäu mit einem Minus von 0,7 Prozent. Erwähnenswert bleibt auch die Region Kaufbeuren, die sich im Jahresvergleich von 3,1 auf 2,9 Prozent verbesserte. Lediglich im Raum Füssen waren dieses Mal 27 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet als im April des vergangenen Jahres. Die Quote nahm hier leicht um 0,1 Prozentpunkte auf das aktuelle Ergebnis von 2,7 Prozent zu.

Unterschiede in Arbeitslosenversicherung und sozialer Grundsicherung
Arbeitslose Menschen werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. Im April beeinflussten jahreszeitliche Entwicklungen im Bereich der Arbeitslosenversicherung den Arbeitsmarkt wie schon im Monat zuvor. Im Zuge der Frühjahrsbelebung waren zuletzt gut 450 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im März. Der Jahresvergleich wiederum zeigt im Versicherungsbereich einen leichten Zuwachs um 20 arbeitslose Kräfte. Eine andere Entwicklung markiert der Blick auf die Daten der Jobcenter. Von saisonalen Entwicklungen weit weniger beeinflusst, gab es hier von März auf April nur einen kleinen Rückgang um neun arbeitslose Menschen. Umso stärker fiel der Rückgang im Jahresvergleich mit einem Minus von beinahe 600 arbeitslosen Menschen aus.

Die Arbeitsagentur betreute aktuell 5.512 arbeitslose Menschen. In der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter im April für 3.436 arbeitslose Frauen und Männer zuständig.

In der sozialen Grundsicherung werden neben arbeitslosen Menschen weitere Personengruppen von den Mitarbeitern der Jobcenter betreut. Zahlreiche Menschen gelten nicht als arbeitslos im Sinne des Gesetzgebers, weil sie kleine Kinder versorgen, Angehörige pflegen, sich in einer Qualifizierung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Im Jahresvergleich ist die Zahl der Haushalte im Allgäu, die auf Grundsicherung angewiesen sind - sog. „Bedarfsgemeinschaften“ - um zehn Prozent auf 8.187 zurückgegangen. Die Zahl der erwerbsfähigen Empfänger von Grundsicherung ist um gut 1.100 auf 10.350 Menschen gesunken.

Ausblick
In den nächsten Wochen gilt es die Zeit zu nutzen, um alle Potenziale zur Gewinnung von Fachkräften weiter auszuschöpfen: Unterstützung der jungen Menschen bei ihrer Berufswahlentscheidung, Qualifizierung von arbeitslosen Menschen und Beschäftigten in Betrieben sowie Förderung von Menschen, die eine Rückkehr ins Erwerbsleben planen. Nur bei Nutzung aller Ressourcen lässt sich der von Betrieben geäußerte Bedarf an Fachkräften sicherstellen. (pm)


Tags:
arbeitsmarkt frühjahr aufschwung wirtschaft



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