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Links die beiden Vorsitzenden der Allgäuer Moorallianz: Gebhard Kaiser (2.) und Johann Fleschhut (1.)
(Bildquelle: Susanne Kettemer)
 
Ostallgäu - Marktoberdorf
Donnerstag, 14. November 2013

Zweckverband stellt Ergebnisse in Marktoberdorf vor

Erste Erfolge für Bundesprojekt Allgäuer Moorallianz

Die Allgäuer Moorallianz konnte auch in diesem Jahr wieder punkten. Der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut, Vorsitzender des Zweckverbands Allgäuer Moorallianz, und das Projektteam stellten den Vertretern von Land- und Forstwirtschaft, Gemeinden, Fachbehörden und Verbänden im Landratsamt in Marktoberdorf die aktuellen Handlungsschwerpunkte und erste positive Ergebnisse im Bundesprojekt vor. Der Flächenankauf von Moorgrundstücken lief in diesem Jahr sehr gut an. Auf einer Fläche des Bayerischen Staatsforsts im Seemoos bei Oy-Mittelberg läuft aktuell der zweite Bauabschnitt zur Wiedervernässung des entwässerten Hochmoors.

Die Moorallianz will die einmaligen Moore der Region erhalten und dadurch ein Stück typische Allgäuer Natur bewahren, die international bedeutsames Naturerbe ist. Der Startschuss für die Umsetzungsphase fiel am 22. November 2012 aus der Hand von Umweltminister Marcel Huber.

„Wir haben mit dem Projekt die Chance ergriffen, ein Naturschutzprojekt zu verwirklichen, das mit zwei parallel laufenden Teilprojekten, Ländliche Entwicklung und Naturschutz, die Verankerung in der Region findet.“, betonte Landrat Fleschhut bei der Veranstaltung. Mit der engen Verzahnung von Naturschutz und Ländlicher Entwicklung werde insbesondere die Landwirtschaft in das Projektes einbezogen, beispielsweise durch Fördermöglichkeiten naturschonender Bewirtschaftung von Extensivgrünland. Es sei kein Zufall, dass die erste "Renaturierungsbaustelle" der Moorallianz auf einer Fläche des Freistaates Bayern (Bayerische Staatsforsten) eingerichtet wurde. Denn hier lägen bereits größere, gut arrondierte Moorflächen vor, so Fleschhut. Die Öffentliche Hand gehe hier mit gutem Beispiel voran und setze auf ihren wertvollen Flächen beispielhaft Naturschutzziele um.

Allerdings seien die Staatsflächen nicht unbedingt repräsentativ, denn die Besitzverhältnisse in einem typischen Moorgebiet sind meist extrem kleinstrukturiert. Durch die Parzellierung wurden früher die Moorflächen der Holznutzung oder der Nutzung als Torfstiche zugeführt. Mit diesem nicht ganz einfachen Erbe Kleinteiligkeit müsse das Team im Rahmen des Projektes vernünftig umgehen, fügte Fleschhut an und betonte, dass dabei das Prinzip der Freiwilligkeit in der Mitwirkung an vorderster Stelle stehe.

Die Vertreter der Förderstellen, Gerd Woithe vom Bundesamt für Naturschutz und Wolfram Güthler vom Bayerischen Umweltministerium, betonten, dass die enge Zusammenarbeit auf Fach- und Behördenebene, aber auch die konstruktive Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, etwa mit dem Streueprojekt, vorbildlich sei. Die Allgäuer Moorallianz gehe bundesweit als positives Beispiel im Naturschutz voran.

Einen Überblick über den Stand der Projekte sowie den Flächenankauf gab Dr. Ulrich Weiland, der seit Anfang des Jahres die Projektleitung des Moorallianz-Teams innehat. Mit plakativen Bildern veranschaulichte er in seinem Vortrag den Ablauf von Bagger- und Anstauarbeiten im Moor, sowie die dafür essentielle Flächenverfügbarkeit und die Möglichkeiten der Grundstücksabrundung zur Umsetzung von biotopeinrichtenden Maßnahmen. Begleitend zu den Renaturierungen sei eine Bewertung der Maßnahmen beauftragt, um die hydrologischen Auswirkungen, sowie die Veränderungen von Flora und Fauna zu kontrollieren. Einen kurzen fachlichen Einblick in diese Arbeit gab Dr. Alfred Wagner vom Planungsbüro für Angewandte Landschaftsökologie.

Gwendolin Dettweiler, Regionalmanagerin der Allgäuer Moorallianz, berichtete von den laufenden Aktivitäten im Bereich Ländliche Entwicklung. Zu den erfolgreichsten Projekten im vergangenen Jahr gehöre die torffreie Allgäuer Blumen- und Pflanzerde. Dettweiler betonte, dass alle Teilprojekte in diesem Bereich sehr eng mit dem Naturschutz verzahnt seien und die Möglichkeit böten, mit dem Naturschutz in der Region Wertschätzung und -schöpfung zu erzielen. So seien beispielsweise das 50-Höfe-Programm, das Streueprojekt oder das Projekt nachhaltiges Grabenmanagement dazu entwickelt, die Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft zu erleichtern. Auch die touristischen Projekte dienen dazu, den Menschen die empfindliche Natur näher zu bringen und spielerischen Erlebniswert im Moor zu bieten.


Tags:
umweltschutz moorallianz allgäu bundesprojekt



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