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Heiko Vogler: Sportlicher Leiter, Co-Trainer und bald auch wieder Spieler beim ERC Sonthofen?
(Bildquelle: AllgäuHIT | Christoph Specht)
 
Oberallgäu - Sonthofen
Dienstag, 25. Oktober 2016

ERC Sonthofen will aus dem Tal der Tränen

Für den ERC Sonthofen sind es derzeit sehr bittere Tage und Wochen. Der Eishockey-Oberligist aus dem Allgäu hat den wohl schlechtesten Saisonstart seit Jahren hingelegt. Der wohl bitterste Moment: Das Allgäu-Bodensee-Derby am vergangenen Sonntag gegen ebenfalls nicht allzu starke Lindau Islanders ging auch noch mit 3:4 verloren. Doch einer gibt nicht auf: Der sportliche Leiter Heiko Vogler.

"Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken", so Vogler am Dienstagmittag in einem Telefonat mit Radio AllgäuHIT. Derzeit herrsche eine große Verunsicherung bei erfahrenen und jungen Spielern gleichermaßen. Problematisch sei, dass die Mannschaft zwar gute Ansätze habe, aber ständig einem Rückstand hinterherlaufen müsse.

"Aus meiner aktiven Zeit weiß ich, dass du irgendwann, wenn der Druck zu viel wird, resignierst. Ich kenne das von Bad Nauheim, wo ich eine ähnliche Situation als Spieler erlebt habe. Hinzu kommt in Sonthofen: Wir haben tiefschwarzes Pech!" - "Das soll keine Ausrede sein", fügt Vogler noch an. Er meint damit Pfostentreffer der Offensivkräfte, und: „Wenn wir wenigstens brillant ausgespielt würden, aber nein, wir kassieren momentan die unmöglichsten Eier“.

Eine Schwäche in Sachen Abwehr, wie von Fans beanstandet, will er so nicht stehen lassen. Denn: Das alles an den Torhütern festzumachen, werde der Sache nicht gerecht: "Die Defensivarbeit hängt nicht nur an den Verteidigern, die beginnt schon beim Scheibenverlust", so Vogler. "Wenn ich die Kritik schon lese, was wir wohl trainieren." Der ERC versuche seit 14 Tagen die entsprechenden Fehler auszumerzen, aber nur noch Druck auf die Spieler auszuüben, funktioniere nicht.

Positives Denken ist angesagt
Sein Mittel heißt jetzt: Der ERC Sonthofen muss raus aus dem Tal der Tränen! "Die Jungs haben Charakter, das sieht man allein schon daran, dass sie immer wieder in den Spielen zurückkommen. Wir müssen jetzt schauen, dass jeder Spieler wieder Spaß am Eishockey hat, dass die Mannschaft nicht schon beim Gang in die Kabine denkt, heute gibt es wieder dies und das… Probleme, Fehler, Probleme, Fehler… Ich denke, wir werden die Videoanalysen der letzten Wochen umstellen. Wir schauen uns an, was wir in der Vorbereitung gut gemacht haben. Sie sollen die Köpfe freibekommen. Ich habe keine Zweifel an der Mannschaft, dass sie sich selbst befreien kann. Das ist wirklich ein Team. Die Vorbereitungsspiele gegen Heilbronn oder Ravensburg - Das gibt positive Energie. Die schönen Dinge müssen in Erinnerung gerufen werden.", so Vogler.

Kehrt Vogler selbst aufs Eis zurück?
Ein Mann, der topmotiviert ist, das wäre doch genau der Richtige in der jetzigen Situation für den ERC: Was könnte also näher liegen, als das Heiko Vogler selbst seiner Mannschaft Rückendeckung auf dem Eis verschafft: "Ich höre das natürlich aus meinen Freundeskreis. Die sagen: "Klar kannst du Spieler holen, aber wieso machst du das nicht selbst". Ich könnte mir das sogar vorstellen. Allerdings muss dann die Mannschaft auf mich zukommen und mich persönlich fragen. Auch die Vorstandschaft müsste das gutheißen. In so einem Fall bin ich Allzeit-Bereit“. Ihm ist aber auch wichtig klarzustellen: "Es geht hier nicht um die große Heiko-Vogler-Show, sondern um den ERC Sonthofen". Schließlich wäre er dann Sportlicher Leiter, Co-Trainer und Spieler gleichermaßen.

Ärger über "saudumme Fehler" und viele Strafzeiten
Er ärgert sich vor allem darüber, dass der ERC teilweise wieder dran ist und dann komme ein "saudummer Fehler" nach dem anderen. Wir sitzen auch zu oft auf der Strafbank, das zehrt an den Kräften, wenn ständig in Unterzahl gespielt werden müsste. "Die Jungs müssen wissen: Hey, das können wir besser!" - Es müsse positiv in die Zukunft geblickt werden. Da nimmt der sportliche Leiter des ERC Sonthofen jeden Einzelnen in die Pflicht: "Ich bin zu hundert Prozent da und sicher, dass wir das schaffen. Die Spieler sollen das sehen, sie müssen zu jemandem aufblicken können, wenn alle anderen vermeintlich die Köpfe senken. Und das gilt für uns alle: Trainer, Spieler, Betreuer, Vorstand und Fans - Wir alle MÜSSEN positiv denken".

Diskussionen im Umfeld über Kontostände nerven Vogler
Schlimm seien die ganze Miesmacher, die noch nicht einmal einen direkten Kontakt zum Verein hätten. Gemeint sind Leute aus dem Umfeld, die sich beispielsweise Gedanken um den Kontostand des oberallgäuer Vereins machen. Der ERC wolle weiter wirtschaftlich und gesund arbeiten. Klar sei, dass weniger Budget zur Verfügung stehe als für Voglers Vorgänger, allerdings wisse doch niemand dieser "Fans", den tatsächlichen Kontostand. "Die sollen lieber auf ihr eigenes Konto schauen", so Vogler.

Bitte an die Zuschauer: „Die Jungs brauchen Euch jetzt“
Einen Appell richtet er an die Zuschauer: "Kommt weiter oder wieder ins Stadion. Nur zusammen mit Euch können wir die Wende schaffen. Wir brauchen jetzt den siebten Mann, der unsere Mannschaft anpeitscht". Am Sonntag waren zum Allgäu-Bodenseederby nach Vereinsangaben 701 zahlende Zuschauer im Stadion. Für ein Derby keine berauschende Zahl.

Fakt ist: Es muss etwas passieren und alle, denen das Eishockey in Sonthofen wichtig ist, müssen dafür etwas tun!

Am Freitag spielen die Bulls in Deggendorf, am Sonntag gibt es das nächste Heimspiel. Dann kommt mit dem EHV Schönheide der Vorletzte der Eishockey-Oberliga in die Sonthofer Eissporthalle. Spielbeginn ist um 18 Uhr.


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eishockey ercsonthofen vogler allgäu


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