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FC Memmingen-Vereinsärzte Dr. Stefan Gaum, Dr. Martin Wenke und Dr. Jan-Henrik Sperling
(Bildquelle: FC Memmingen)
 
Memmingen
Mittwoch, 11. März 2015

Doping-Diskussion im deutschen Profi-Fußball auch im Allgäu spürbar

Die Doping-Diskussion im deutschen Profi-Fußball schlägt nach den jüngsten Enthüllungen durch die „Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin“ derzeit hohe Wellen. Hier geht es um die Aufarbeitung von Fällen von mutmaßlich gezieltem Doping beim VfB Stuttgart und SC Freiburg in den späten 1970iger und frühen 1980iger Jahren. Der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes Dr. Rainer Koch ist in seiner Funktion als DFB-Vize auch Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission.

Was nicht jeder weiß: Die eingeführten Kontrollen durch die vom Deutschen Fußball-Bund beauftragten Ärzte gehen runter bis in die vierte Liga und betreffen auch den FC Memmingen seit er in die damalige Regionalliga Süd aufgestiegen ist. Auch in der Regionalliga Bayern wurden die stichpunktartigen Kontrollen beibehalten. In dieser Saison wurde mit Joseph Mensah vom FC Schweinfurt 05 der erste Dopingfall im Amateurfußball überhaupt aufgedeckt, der zweite folgte mit Cebio Soukou von Rot-Weiß Essen in der Regionalliga West im Dezember. Bei ihm waren es wohl verbotene Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln. Bei Mensah wurden Amphetamine, auch bekannt als „Speed“, in A- und B-Probe positiv nachgewiesen. Der Spieler selbst wurde für zwei Jahre gesperrt und von seinem Verein gekündigt. Schweinfurt selbst bekam drei Punkte abgezogen und eine Geldstrafe aufgebrummt.

Nicht erst seit diesem Fall gehen die Verantwortlichen beim FC Memmingen sehr sensibel mit diesem Thema um. Wie vom Verband vorgeschrieben, wurden alle Spieler umfassend über die Bestimmungen aufklärt, zuletzt wieder jetzt vor Beginn der Frühjahrsrunde. Jeder muss auch eine entsprechende Erklärung unterschreiben. In der Physio-Kabine im Stadion stehen zwei Ordner voll mit Listen, die alle verbotenen und erlaubten Substanzen aufführen. „Die Spieler müssen uns grundsätzlich informieren, wenn sie irgendwelche Mittel einnehmen oder Medikamente von ihrem Doktor verschrieben bekommen“, sagt Vereinsarzt Dr. Martin Wencke. Das geht bei der schmerzstillenden Spritze bei Zahnarzt los über vermeintlich harmlose Mittel bei Erkältungskrankheiten bis hin zu handelsüblichen Nahrungsergänzungsmitteln, wie Vitamin- oder Aufbaupräparate, die ohne Rücksprache mit den FCM-Medizinern nicht genommen werden dürfen. Sogar Haarwasser kann ein Thema werden. Infusionen stehen gänzlich auf der Tabu-Liste. Drogen natürlich selbstredend auch.

„Die Testverfahren sind mittlerweile so ausgeklügelt, dass nachgewiesen werden kann, ob tatsächlich eine Erkrankung behandelt oder Stimmulanzien gezielt zur Leistungsförderung eingesetzt werden“, weiß Wenke. Das kam dem FCM schon einmal zugute, als vor etwa eineinhalb Jahren ein Spieler aus der zweiten Mannschaft für ihn überraschend in der Regionalliga zu Einsatz kam und prompt für den Doping-Test ausgelost wurde. Er hatte zunächst vergessen anzugeben, dass er von seiner Mutter in der Woche dafür für seine Erkältung Codein-Tropfen verabreicht bekam. Es war ein zwar allgemein gebräuchliches und nicht verschreibungspflichtiges Mittel, das aber auf der schwarzen Liste steht. Nach umfangreicherem Austausch mit den Kontrollgremien konnte die Sache ausgeräumt werden, blieb für Memmingen und den Spieler ohne Folgen. Dass es auch anders ausgehen kann, zeigt der Fall Schweinfurt. „Als Verein bist Du in einem solchen Fall am Ende der Depp.“, beschwört auch der FCM-Vorsitzende Armin Buchmann seine Spieler. Was der Verein tun kann, wird gemacht. Neben Wenke gibt es mit Jan-Henrik Sperling und Stefan Gaum zwei weitere Mediziner, die sich neben der Behandlung von verletzten Spieler, Fitnesschecks und den vom Verband vorgeschriebenen sportmedizinischen Untersuchungen auch um die Umsetzung der Anti-Doping-Richtlinien kümmern.

Doping-Kontrollen in der Regionalliga Bayern

Die Kontrollen werden nicht angekündigt. Kurz vor dem Anpfiff eines Spiels informiert der eingeteilte Anti-Doping-Arzt beide Vereine. Von jeder Mannschaft werden zwei Spieler ausgelost, die gleich nach dem Abpfiff in einen Raum gebracht werden, den sie bis zur Abgabe einer Urinprobe nicht verlassen dürfen und hier unter völliger Aufsicht stehen, damit ein Betrug ausgeschlossen wird. Während in der Regionalliga Süd die Kontrollen häufiger waren, trifft es den FCM derzeit pro Saison etwa drei bis vier Mal. Grundsätzlich sind auch unangekündigte Kontrollen bei Trainingseinheiten möglich, haben in Memmingen aber noch nicht stattgefunden.


Tags:
sport fußball doping-diskussion kontrolle fc memmingen


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