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Kaufbeuren
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Kaufbeuren
Montag, 22. Dezember 2014

Unnötige Niederlage für den ESV Kaufbeuren gegen Nauheim

Michael Fröhlich fehlt dem Kader erneut

Eine unnötige 3:4 Niederlage nach Verlängerung kassierten die Kaufbeurer Joker vor  1.317 Zuschauern gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim. Damit beendeten die Gäste die kleine Mini-Serie der Joker nach zwei Heimsiegen in Folge. Trainer Kari Rauhanen musste auf die bei der U20-Weltmeisterschaft weilenden Stefan Loibl und Manuel Wiederer verzichten, konnte dafür nach langer Pause wieder auf Florian Thomas zurückgreifen.

Von Anfang an legten die Joker ein hohes Tempo mit beinahe ungewohnter Kombinationsfreude aufs Eis. Erste gute Möglichkeiten durch Brad Snetsinger und Daniel Menge brachten aber zunächst noch nichts Zählbares ein. Doch nach einem Bullygewinn im eigenen Drittel ging es plötzlich ganz schnell „Coast to Coast“. Menge passte auf Michael Fröhlich, der mit viel Tempo ins Drittel der Gäste fuhr und Gästetorhüter Bartels eiskalt zum 1:0 verlud. Und die Rot-Gelben machten weiterhin ziemlich viel Druck und hatten durch Tim Richter die nächste Möglichkeit. Auf der Gegenseite gab es allerdings eine Schrecksekunde, als nach einem unnötigen Fehler im Spielaufbau plötzlich Bad Nauheims Topscorer Vitalij Aab frei zum Schuss kam, diesen aber knapp neben den Kaufbeurer Kasten setzte. Doch schnell spielte sich das Geschehen wieder im Drittel der Gäste ab, die schwer zu kämpfen hatten, dass sie nach weiteren Kaufbeurer Chancen durch Marquardt, Kreitl und Kwiet nicht schon höher zurück lagen. Dennoch musste sich der Gästetorhüter wenig später geschlagen geben. Die Joker brauchten dafür zwar ein Powerplay, das allerdings exzellent zu Ende gespielt wurde. Snetsinger und Kreitl spielten erfolgreich Doppelpass und Letzterer konnte locker zum 2:0 einlochen. Allerdings nutzten die Gäste nur zwei Zeigerumdrehungen später gleich ihr erstes Überzahlspiel zum Anschlusstreffer durch Dan Ringwald. Dieser Gegentreffer hemmte den Kaufbeurer Angriffswirbel ein wenig, wobei auch die Gäste bis zum ersten Pausentee kaum noch nennenswerte Chancen zu verzeichnen hatten.

Das Mitteldrittel begann mit einem Kaufbeurer Überzahlspiel. Zwar sprang dabei nur eine gute Chance durch Daniel Menge heraus, doch gerade als die Gäste wieder komplett waren, ließ erneut Michael Fröhlich dem Gästetorhüter beim 3:1 keine Chance. In der Folge hatte Max Hadraschek innerhalb weniger Minuten mit zwei gut herausgespielten Chancen den vierten Treffer auf der Kelle. Doch plötzlich war ein Jokerverteidiger nach einem Konter allein gegen zwei Bad Nauheimer, was die Gäste in Person von Matt Beca mit dem Anschlusstreffer zum 3:2 bestraften. Doch beinahe im Gegenzug hätten die Rot-Gelben nach zwei Großchancen den alten Abstand wieder herstellen können. Mehr und mehr nahmen jetzt aber die Gäste das Heft in die Hand und drängten auf den Ausgleich. Des öfteren musste Stefan Vajs sein Team mit starken Paraden im Spiel halten. Die beste Chance im ganzen Drittel vergab allerdings Kapitän Daniel Menge, der allein auf den Gästetorhüter zufuhr, eigentlich alles richtig machte, aber mit der Rückhand am Pfosten scheiterte! Sekunden vor der zweiten Drittelpause, die Joker hatten in Unterzahl Schwerstarbeit zu verrichten, musste Stefan Vajs noch mal sein ganzes Können aufbieten, um den Ausgleich zu verhindern.

Im letzten Drittel machte sich auch der verletzungsbedingte Ausfall von Michael Fröhlich bemerkbar. Kari Rauhanen musste seine Reihen umstellen, was den Jokern spürbar die offensive Power nahm. Wobei hauptsächlich die Gäste mehr und mehr auf den Ausgleich drängten und die Rot-Gelben immer mehr in Bedrängnis kamen. Nach etwa zehn Minuten ergab sich dann doch wieder die eine oder andere Chance für die Joker, um den Sack zuzumachen. Doch weder Daniel Menge noch Max Hadraschek erlösten Kaufbeurer Zuschauer. Auch Wayne Lucas prüfte noch einmal Gästetorhüter Bartels. Als die Fans kurz vor Schluss schon in Feierlaune waren, gelang den unermüdlichen Gästen doch noch der nicht unverdiente Ausgleich, allerdings begünstigt durch einen Fehlpass der Joker im eigenen Drittel. Plötzlich stand Dusan Frosch allein vor Stefan Vajs und ließ diesem beim 3:3-Ausgleich keine Abwehrchance.

In der anschließenden Verlängerung  hatten fast nur die Gäste das Übergewicht und drängten auf die Entscheidung. Nur bei einer Chance durch Matt Marquardt hätten die Joker die Verlängerung als Sieger beenden können. Auf Seiten der Gäste hatte Blankart bereits die Entscheidung auf dem Schläger. Dies holte 19 Sekunden vor dem Ende Drew Paris nach, der von seinen Mitspielern gut frei geblockt wurde und zum 3:4 einnetzte.

In der anschließenden Pressekonferenz sah Gästetrainer Kujala im Rückblick sein Team im ersten Drittel schwer unter Druck. Seine Mannschaft habe viele Chancen zugelassen aber Gottseidank nur zwei Gegentore eingefangen. Danach sei sein Team besser ins Spiel gekommen, habe sich die besseren Chancen erarbeitet und das Spiel zurückgeholt. In der Verlängerung vertraute der Coach auf die absolute Stärke seines Teams, das bereits viele Verlängerungen für sich entschieden hatte.

Kaufbeurens Trainer Kari Rauhanen war natürlich geknickt und sprach davon, dass sein Team in der vorletzten Minute drei Punkte verloren hatte. Er kritisierte die schweren individuellen Fehler in seinem Team und konnte sich nach der Verletzung von Michael Fröhlich auch nicht über den einen Punkt freuen.

Direkt im Anschluss an die Pressekonferenz gab auch noch der Geschäftsführer der DEL2, Rene Rudorisch, ein Statement der Liga zur Stadionentscheidung ab. Unbestritten habe der ESV Kaufbeuren viele erstklassige Eishockeyspieler heraus gebracht. Nur auf Profiniveau kann das Potenzial für die Zukunft kommen, damit Kaufbeuren auch weiterhin das Aushängeschild im deutschen Eishockey bleiben wird. Bei den neuen Stadien in Bremerhaven und Weißwasser sähe man, was eine neue Eishalle für die gesamte Region für einen Bedeutung hat.

Ravensburg

Zum letzten Auswärtsspiel vor Weihnachten ging es für den ESV Kaufbeuren zu den Towerstars nach Ravensburg. Jedoch gelang es den Jokern nicht, sich ein Weihnachtsgeschenk zu machen, da die Durchschlagskraft im Sturm fehlte, obwohl Stefan Vajs im Tor eine überragende Leistung bot und sein Team bis zum Ende im Spiel hielt. Mit Tim Richter im ersten Block als Ersatz für Michi Fröhlich und Wayne Lucas daher in der dritten Reihe starteten die Joker gegen ebenfalls dezimierte Towerstars, die auf nur vier Verteidiger zurückgreifen konnten.

Scheinbar sah der Ravensburger Trainer Danny Naud daher auch den Angriff als die beste Verteidigung an. So stand Stefan Vajs zu Beginn gleich mehrfach im Mittelpunkt. Als er dann nach drei Minuten bei einem Schuss Stephan Vogts schon geschlagen war, war der Pfosten noch zur Stelle. Die erste Chance der Gäste gab es dann erst nach sieben Minuten, als die dritte Reihe gefährlich vor das Tor kam. In der elften Minute war es dann aber auf der Gegenseite so weit. Die Towerstars nutzten bei einem Konter ihre numerische Überlegenheit, Roloff verzögerte sehr lange und spielte quer auf den heranstürmenden Ex-Joker Maury Edwards, der keine Probleme mehr hatte, das 1:0 zu erzielen. Im weiteren Verlauf des Startdrittels hatten beide Teams dann noch Chancen in je einer Überzahlsituation, doch blieben Christian Rohde und Stefan Vajs die Sieger. So ging es mit einem leistungsgerechten 1:0 in die erste Pause.

Obwohl die erste Chance im zweiten Durchgang Maury Edwards hatte, war es dann der ESVK, der 90 Sekunden in doppelter Überzahl die riesige Chance auf einen Treffer hatte, doch war das Powerplay zu statisch. Im Gegensatz dazu legte man in der 27. Minute den Towerstars regelrecht ein Tor auf, doch blieb Vajs souveräner Sieger. Dieser stand auch regelmäßig im Mittelpunkt. In der 30. Minute musste er gegen Austin Smith beispielsweise seine ganze Klasse aufzeigen Erst in der 35. Minute wurde es dann vor Rohde wieder so richtig gefährlich, als die Reihe um Menge, Schmidle und Richter auf dem Eis war, doch Schmidle scheiterte am Torhüter. Stefan Vajs hatte man es aber letztlich zu verdanken, dass man eine für das letzte Drittel doch noch gute Ausgangssituation hatte.

Diese hätte sich Anfang des letzten Abschnitts fast geändert, doch Vajs und etwas Glück ließen eine Unterzahl unbeschadet überstehen. Dies hätte sich dann fast gerächt, als Max Schmidle in der 47. Minute zwei Mal zum Abschluss kam, doch den Puck nicht an Rohde vorbei brachte. Als Kaufbeuren dann auch mehrere Wechsel lang erstmalig wirklich auf Dauer Druck aufbauen konnte, nahm Danny Naud nach einem weiteren Icing seiner Towerstars eine Auszeit nach 48 Minuten. Die Hausherren waren dann wieder besser im Spiel und hatten auch ihrerseits wieder gute Chancen. Allen voran Brian Roloff, der die Vorentscheidung verpasste und aus bester zentraler Position verzog. Ein Powerplay in den letzten fünf Minuten ermöglichte den Jokern nochmals gute Möglichkeiten. Dazwischen fiel auch eine Auszeit von Kari Rauhanen, um der ersten Powerplayformation eine Verschnaufpause zu geben. Doch dies alles half nichts mehr, da Rohde unbezwingbar blieb. Stefan Vajs wollte dann 70 Sekunden vor dem Ende schon vom Eis, doch drehte er nochmals ab, als er einen Konter der Oberschwaben antizipierte, und stoppte Vogt dann im 1 gegen 1 souverän mit der Fanghand. Alles in allem ein verdienter Sieg der Puzzlestädter, der durchaus höher hätte ausfallen müssen.

Auf der anschließenden Pressekonferenz äußerte sich ein enttäuschter Kari Rauhanen. Danny Naud war zufrieden mit dem Ergebnis und stellte die herausragende Leistung von Stefan Vajs dar.


Tags:
sport esvk eishockey niederlage



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