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Die Wildkatze ist wieder da
(Bildquelle: Johanna Mühlbauer/Fotolia.com)
 
Allgäu
Donnerstag, 3. Dezember 2015

Wildkatzen nun wieder im Allgäu

Jetzt liegen die Ergebnisse vor

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und der BUND Naturschutz (BN) waren jeweils im Spätwinter 2013, 2014 und 2015 – in diesem Jahr erstmals auch in Südbayern -gemeinsam der sehr seltenen Wildkatze, auf der Spur.

Staatsminister Helmut Brunner und der BN‐Vorsitzende Hubert Weiger stellten die Ergebnisse des Forschungsprojekts vor. 700 Mitarbeiter der BaySF, Jäger und Ehrenamtliche des BN suchten mit „Lockstöcken“ nach Haaren der äußerst heimlichen Tierart. Hubert Weiger: „Durch eine weltweit einmalige Untersuchung der Wildkatzenbestände mit einem bespiellosen ehrenamtlichen Einsatz wissen wir heute: Die Wildkatze breitet sich von Nordbayern kommend allmählich auch in Südbayern aus.“

Die Europäische Wildkatze ist eine echte Ureinwohnerin – sie durchstreifte unsere Wälder schon lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen aus Afrika mitbrachten. Deutschlandweit wurde sie durch intensive Bejagung fast ausgerottet. Heute ist sie streng geschützt – bundesweit sind ihre Bestände derzeit zunehmend. In Bayern rechnen die Experten des BN aktuell mit ca. 500 Tieren. Die neuen Untersuchungsergebnisse aus Südbayern zeigen, dass die Rückkehr einer ausgerotteten Art viel Geduld braucht: Trotz des Einsatzes von ca. 1.100 Lockstöcken in Südbayern im Frühjahr 2015 wurden nur an 16 Lockstöcken Wildkatzenhaare nachgewiesen. Erfreulicherweise bestätigt haben sich die Nachweise zwischen Augsburg und Ulm nördlich und südlich der Donauauen sowie an den südlichen Rändern der bekannten nordbayerischen Vorkommen. Keine Nachweise gelangen in den waldarmen Bereichen im Südosten und Osten von Bayern und in den Alpen. Noch liegt die Wildkatzennachweisdichte in Südbayern um das Zehnfache unter der Nordbayerns – dort beginnt gerade die Wiederbesiedlung, oft erst durch einzelne wandernde Tiere.

So gab es leider auch im Landkreis Lindau keinen Wildkatzennachweis, wie Gebietsbetreuerin Isolde Miller vom BUND Naturschutz berichtet. „Unsere Haarproben aus dem Degermoos und den Trogener Mooren waren leider keine Wildkatzenhaare,“ bedauert sie.  In der Rohrachschlucht habe sich gar kein Tier an den Lockstöcken gerieben.  „Aber was nicht ist, kann ja noch werden, Lebensraum gäbe es bei uns jedenfalls,“ ist Isolde Miller überzeugt.

INFO:
Die Lockstockmethode ‐ Katzen lieben Baldrian
Um an diese Nachweise zu gelangen, setzt der BN eine elegante und effiziente
Methode ein. Baldrian lockt die scheuen Katzen an. Raue Holzstäbe als „Lockstöcke“ werden an geeigneten Stellen in den Waldboden gesteckt und mit
Baldrian‐Lösung besprüht. Reiben sich Wildkatzen daran, so bleiben einige
Haare, eingeklemmt im Holz, zurück. Die abgesammelten Haare werden genetisch
untersucht. Nur so können Wildkatzen von oft ähnlich gefärbten Hauskatzen
sicher unterschieden werden. In Bayern führt diese Analysen das Bayerische
Amt für forstliche Saat‐ und Pflanzenzucht (ASP, Teisendorf, Oberbayern)
durch. Diese Daten gehen dann zur weiteren wissenschaftlichen Auswertung
und Detailanalyse an das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen (Hessen), das dort zusammen mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem BUND
eine bundesweite genetische Datenbank zur Wildkatze aufgebaut hat.


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wildkatze allgäu ergebnisse untersuchung



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