Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 
⇨ Der AllgäuHIT-Ticker zum Coronavirus - Meldungen aus dem Allgäu und der Welt ⇦

Schlossbergklinik: Landrat Kaiser nimmt bei AllgäuHIT Stellung
28.02.2012 - 13:11
In einem Exklusivinterview rückte der oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser heute Medienberichte rund um die Schlossbergklinik- Diskussion gerade, in denen er nicht richtig wiedergegeben wurde.
Als wäre der Wirbel um das drohende Aus für die Schlossbergklinik in Oberstaufen nicht schon schlimm genug, folgte jetzt auch noch eine unglückliche Wiedergabe des oberallgäuer Landrats bei einem Teil der regionalen Medien. Die Verärgerung auf Seiten des Landratsamtes in Sonthofen war auf jeden Fall sehr groß, so groß, dass die Behörde per Pressemitteilung die Aussage korrigierte. Konkret war zu lesen: "Die Meldung eines Kemptener Radiosenders entspreche nicht dem Wortlaut des Landrats".

Landrat Gebhard Kaiser erklärte die Situation detailliert im AllgäuHIT- Interview: "Ich habe berichtet, dass wir von der Helios-Gruppe informiert wurden, dass die Schlossbergklinik zum 30. September geschlossen werden soll und dass die Verhandlungen mit dem vorgesehen Partner, den Rot-Kreuz- Schwestern des Klinikums in Lindenberg (Westallgäu), gescheitert seien. Dies haben zu einem späteren Zeitpunkt die Kliniken dann selber widerrufen. Auf dieser Grundlage habe ich zum Ausdruck gebracht, dass sollte die Klinik geschlossen werden, wir bemüht sind, die Versorgung der Patienten im Oberallgäu zu sichern und wir im Klinikverbund alles daran setzen werden, auch weiterhin eine optimale Versorgung hier vor Ort zu haben. Selbstverständlich möchte ich darüber hinaus erreichen, und ich freue mich, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen wurden, dass die Schlossbergklinik in der jetzigen Form, zusammen mit einem Partner, weitergeführt werden kann. Wir sind an einer optimalen Zusammenarbeit auch von Seiten des Klinikverbunds sehr interessiert."

Landrat Kaiser will keine Schließung, auch er kämpft um den Aufrechterhaltung des Angebots, wie er versicherte: "Ich stehe zu hundert Prozent hinter dem Erhalt der Schlossbergklinik. Es geht hier um die Menschen in unserer Region, es geht hier um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber dieses falsche Zitat hat natürlich zu der einen oder anderen Irritation geführt, weil ich nur etwas widergegeben habe, was der jetzige Träger mir in einem Schreiben und in einem Telefongespräch mitgeteilt hat, was sich aber doch zwei Tage später als nicht zielführend ergeben hat."

Eine alleinige Übernahme durch den Klinikverbund Kempten-Oberallgäu schloss der oberallgäuer Landrat Kaiser aber aus: "Wir haben als Kliniken Kempten-Oberallgäu zum Ausdruck gebracht, dass wir an einer Kooperation und an einem guten Miteinander interessiert sind. Für uns als Klinikverbund selbst, haben wir keine Möglichkeit gesehen, die Klinik zu übernehmen. Wir sind aber an einer engen Zusammenarbeit oder auch an einer Beteiligung interessiert und werden in diesem Sinne die Gespräche fortsetzen, aber erst dann, wenn klar ist, dass die Klinik in Lindenberg und die dafür Verantwortlichen mit Helios zu einer Einigung kommen. Die Gespräche laufen und ich bin hier auch mit Bürgermeister Walter Grath in Kontakt. Wir versuchen hier miteinander eine vernünftige Lösung hinzubringen. Das ist aber schwer, denn der Verkäufer Helios hat gewisse Vorstellungen und die müssen jetzt von dem Interessenten erst entsprechend ausgelotet werden."

Allgemein sagte Landrat Gebhard Kaiser zur Helios- Gruppe bei AllgäuHIT: "Die Firma Helios ist ein großer Konzern in Deutschland und die haben für sich entschieden, die Klinik nicht mehr fortzuführen. In die Zahlen kann man nicht hineinschauen. Sie führen in Bad Grönenbach noch eine ältere Reha- Klinik. Wir haben das damals schon bedauert, dass Helios sagt, dass sich der Betrieb der Schlossbergklinik nicht mehr rechnet. Aber das können wir auch nur bedauern und nicht in einen Konzern hineinreden. Deshalb war es mir so wichtig, dass wir uns in unserer Region nicht einem Klinikkonzern in der Krankenhausversorgung aussetzen, sondern alles daran setzen, dass die Klinikversorgung in gesamter öffentlicher Hand bleibt, wie das jetzt im Verbund Kempten-Oberallgäu gut gelungen ist. Aber: die Gesundheitsversorgung und die Zusammenhänge, was die Finanzierung betrifft, bleiben schwierig."

Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum