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2.000 Nasen in Iller ausgesetzt
10.11.2011 - 16:56
2.000 "Nasen" hat das Allgäuer Überlandwerk heute zusammen mit dem örtlichen Fischereiverein bei Kempten- Hirschdorf in die Iller eingesetzt. Weitere 2.000 Fische folgen im nächsten Jahr.
Für Walter Feßler, Leiter Anlagen/Kraftwerksbetriebe bei der Allgäuer Überlandwerk GmbH, ist die Schonung und Wiedererhaltung der Flussökologie beim Bau von Wasserkraftwerken selbstverständlich. "Unser Wasserkraftwerk in der Keselstraße, das wir 2010 in Betrieb genommen haben, wurde beispielsweise mit einer 76 Meter langen Fischaufstiegsanlage ausgestattet, die 5,10 Höhenmeter mit insgesamt 30 Becken überwindet“, erklärt Walter Feßler. „Zum zusätzlichen Schutz der Fische wurde weit vor dem Einlauf der Turbinen ein 80 m² großer Feinrechen schräg zur Fließrichtung des Gewässers eingebaut. Dieser verhindert, dass die Fische in den Oberwasserkanal schwimmen und leitet sie zur Fischaufstiegsanlage um."

Neben vielen weiteren Maßnamen, wie das Staubalkenwehr, welches die Möglichkeit bietet, partikuläres organisches Material im Gewässer zu belassen, geht das AÜW jetzt noch einen Schritt weiter: heuer und nächstes Jahr werden insgesamt 4.000 Nasen in die Iller eingesetzt. Weshalb gerade Nasen? „Die Nase ist ein traditioneller Fisch aus unserer Gegend“, erläutert Dr. Stefan Topp vom Fischerverein Kempten, der zusammen mit AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke die Idee geboren hat. "Anfang des 20ten Jahrhunderts war der Fisch zu zigtausenden in der Kemptener Iller und den Zuflüssen zu finden. Daher auch der Name "Nasengrub" am Zufluss der Leubas in die Iller. Die Nasen dienten damals auch als Nahrungsfische. Durch Verbauung der Fließgewässer wurden sie jedoch zunehmend gefährdet und erfuhren einen merklichen Rückgang", so Dr. Topp. "Daraus entstand die Idee, die heimische Nase wieder in dem Bereich der Kemptener Iller anzusiedeln."

Mit Hilfe eines Spezialbehälters werden am kommenden Donnerstag die ersten zweitausend ca. 15 bis 20 cm großen Nasen an drei bis vier Plätzen in die Iller entlassen. „Die Nase – auch Näsling, Schnabel oder Blaunase genannt – erreicht eine Größe zwischen 30 und 50 cm und gehört zu der Gattung der Schwarmfische“, erklärt Hans Daunmiller vom örtlichen Fischereiverein, der die Aktion unterstützt. Und ergänzt, dass die Nase heute durch ihren hohen Grätenanteil und ihrer weniger schmackhaften Art nicht mehr auf der Liste unserer Nahrungsmittel steht.

„Das Aussetzen der bedrohten Nasen sowie unsere Baumaßnahmen zur Verbesserung des Fischschutzes sind eine von vielen Maßnahmen, mit denen wir einen wesentlichen ökologischen Ausgleich zum Betrieb unserer Wasserkraftwerke schaffen“, ergänzt AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke.

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