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Symbolbild Agentur für Arbeit
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Kempten
Freitag, 28. September 2018

Arbeitslosenquote Kempten-Memmingen sinkt

Erziehung u. Kinderpflege stabilisiert Beschäftigung

Mit einem guten Ergebnis startete der Arbeitsmarkt in den Herbst. Im September waren weniger Menschen arbeitslos als im August, gleichzeitig blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch. Erfreulich auch die Daten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Nach den aktuellsten Daten arbeiteten im Allgäu noch nie so viele Menschen sozialversicherungspflichtig wie in diesem Jahr.

Auch im September war der Arbeitsmarkt wieder von starken Bewegungen geprägt. Vor allem für jüngere Menschen endete die Zeit der Arbeitslosigkeit. Viele von ihnen starteten in eine Beschäftigung oder begannen eine betriebliche oder schulische Ausbildung. Bei älteren und langzeitarbeitslosen Menschen ging die Arbeitslosigkeit ebenfalls zurück. Dass der Arbeitsmarkt im Allgäu sehr gute Chancen bietet, zeigt sich an der weiter gewachsenen Beschäftigung. Mit knapp 270.000 sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten wurde ein Höchststand erreicht,“ so das erfreuliche Fazit von Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Insgesamt waren etwas mehr als 8.700 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet, 500 weniger als im September des vergangenen Jahres. Noch stärker fiel der Rückgang mit gut 800 Kräften im Vergleich zum August dieses Jahres aus. Die Arbeitslosenquote ging aktuell auf 2,3 Prozent zurück. Auch hier unterstreicht ein Blick auf die Daten des Vorjahres die derzeit günstige Lage, denn im September 2017 lag die Quote noch bei 2,5 Prozent. Der anhaltende Bedarf an Arbeitskräften zeigt sich an knapp 6.800 Beschäftigungsmöglichkeiten, die Betriebe zur Verfügung stellten.

Die weiterhin günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes verdeutlicht der mehrjährige Vergleich:

Qualifizierung in Erziehung und Kinderpflege ist gefragt
Im Bereich Erziehung hat in den letzten Jahren die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auch im bayerischen Teil des Allgäus kontinuierlich zugelegt. Gerade junge Frauen beenden deutlich früher als in der Vergangenheit ihre Elternzeit und kehren ins Erwerbsleben zurück. Dadurch hat der Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten und damit die Nachfrage nach Arbeitskräften in Kindertageseinrichtungen zugenommen. Im Zeitraum Dezember 2013 bis Dezember 2017 legte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um mehr als 28 Prozent zu. Zuletzt waren gut 5.900 – meist Frauen – als Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen tätig.

Mit dem wachsenden Bedarf an Kräften ging die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen zurück. Beim Betrachten des längerfristigen Verlaufs zeigt sich auf Seiten der arbeitslosen Menschen jährlich ein starker Zuwachs in den Sommermonaten Juli und August. Im Juli enden sowohl schulische Ausbildungen in der Erziehung wie auch Qualifizierungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit. Die Träger von Kindertagesstätten suchen in vielen Fällen zusätzliche Beschäftigte erst nach den Sommerferien mit Beginn des neuen Kindergartenjahres. Entsprechend geht die Zahl der arbeitslosen Menschen in den Folgewochen und -monaten stark zurück.

Dem regional bestehenden Bedarf an Erziehungsfachkräften trägt die Agentur für Arbeit Rechnung durch Qualifizierung von arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit unmittelbar bedrohten Menschen.

Wer einen Abschluss zum staatlich anerkannten Erzieher oder Kinderpfleger anstrebt, kann an einer Berufsfachschule eine Externenprüfung ablegen. Verschiedene Bildungsträger in der Region bereiten die Teilnehmer in Kursen auf diese Prüfung vor. Um zur Qualifizierung zugelassen zu werden, müssen potenzielle Teilnehmer neben weiteren Voraussetzungen einen erfolgreichen Hauptschul- bzw. mittleren Schulabschluss vorweisen können sowie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Über Details – auch bezüglich finanzieller Unterstützung - informieren Arbeitsvermittler gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch.

Für Manchen ist der direkte Einstieg in eine Vollzeitqualifizierung zum Erzieher nicht möglich. Deshalb können Agentur für Arbeit und Jobcenter auch den Besuch eines Vorbereitungskurses in Teilzeit unterstützen. Gerade für Menschen, die ihre Berufstätigkeit wegen der Betreuung von Kindern oder Pflege von Angehörigen unterbrochen haben, kann eine Qualifizierung in Teilzeit der richtige Weg zum Wiedereinstieg ins Erwerbsleben sein. Für diesen Personenkreis bietet die Agentur für Arbeit Möglichkeiten zur gezielten Beratung an.

Manche Menschen arbeiten bereits seit mehreren Jahren als Helfer in einer Kindertagesstätte. Eine abgeschlossene Berufsausbildung reduziert das Risiko Arbeitslosigkeit und führt zu einer Stabilisierung im Erwerbsleben. Daher kann die Agentur für Arbeit mit Beteiligung des Arbeitgebers einen qualifizierten Berufsabschluss im Bereich Erziehung ermöglichen.

In den Jahren 2014 bis 2017 haben jeweils zwischen 30 und 70 Menschen mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur einen qualifizierten Berufsabschluss zur Fachkraft in der Kinderbetreuung erworben.

Für den gesamten Bereich der beruflichen Qualifizierung hat die Agentur für Arbeit im vergangenen Jahr insgesamt 9,5 Mio. Euro investiert, für 2018 ist dieselbe Summe vorgesehen.

 

Weniger Menschen arbeitslos
Im Vergleich zum September des vergangenen Jahres waren aktuell 500 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet (insgesamt: 8.722). Markant war der Rückgang auf Seiten der Jüngeren unter 25 Jahre. Um knapp 400 Kräfte ging die Zahl der arbeitslosen Menschen in dieser Altersgruppe innerhalb eines Monats zurück. Die Gründe für die Abmeldungen waren vielfältig. Der Start in eine betriebliche oder schulische Ausbildung war ebenso vertreten wie eine neue berufliche Tätigkeit oder auch ein Studium. Zuletzt waren noch 1.145 Menschen im Alter bis zu 25 Jahren arbeitslos. Der Jahresvergleich zeigt auf Seiten der Menschen im Alter von 50 Jahren und älter ebenfalls eine gute Entwicklung, denn in dieser Gruppe waren aktuell 116 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im September 2017. Ähnliches gilt für Menschen, die bereits ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet waren. Innerhalb eines Jahres gab es in dieser Gruppe sogar einen Rückgang um 300 Kräfte.

Fachkräfte gesucht
Auch im September suchten Betriebe erneut zahlreiche zusätzliche Arbeitskräfte. Gut 1.200 Beschäftigungsangebote gaben Arbeitgeber neu zur Besetzung herein, die gesamte Kräftenachfrage bewegte sich bei knapp 6.800 Stellenangeboten. In der Hotellerie und Gastronomie waren im Allgäu Köche und Servicepersonal gefragt, mehr als 50 zusätzliche Arbeitsplätze kamen neu zur Besetzung herein. Insbesondere das südliche Oberallgäu hatte hier einen höheren Bedarf. In der gewerblichen Produktion wurden besonders Tätigkeiten im Metall- und Maschinenbau neu angeboten. Rund 200 zusätzliche Jobs rund um den Werkstoff Metall galt es zu besetzen. Daneben blieben Fachleute für Tätigkeiten
in der Energie- und Elektrotechnik gefragt. Der Logistiksektor suchte zahlreiche Mitarbeiter als Fachlageristen, Berufskraftfahrer oder Kaufleute. Daneben stellten Betriebe neue Arbeitsplätze im Reinigungsgewerbe sowie im Objektschutz zur Verfügung.

Im Jahresvergleich ist das Stellenangebot etwas gesunken, gleichzeitig sind weniger Menschen arbeitslos gemeldet. In manchen Sparten dauert es daher aktuell länger bis eine gemeldete Stelle besetzt werden kann.

Allzeithoch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
Erste Daten zeigen in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ein erfreuliches Ergebnis. Im März dieses Jahres übten knapp 270.000 Menschen eine derartige Beschäftigung aus – der bisherige Höchststand, der im Allgäu erreicht wurde. Im Vergleich zum März des Vorjahres bedeutete das einen Anstieg um gut 7.800 Beschäftigungsverhältnisse bzw. ein Plus von drei Prozent. In absoluten Zahlen lag der Löwenanteil mit einem Zuwachs von annähernd 3.600 Beschäftigungen im verarbeitenden Gewerbe, gefolgt von Handel, Logistik und Gesundheitswesen.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Im Agenturbezirk erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,3 Prozent ein Ergebnis, das um 0,2 Prozentpunkte besser war als im September des vergangenen Jahres. Vergleichbares gilt für alle Wirtschaftsräume des Agenturbezirks.

Mit Ausnahme der Regionen Mindelheim und Kaufbeuren stand in allen Regionen des Allgäus bei der Arbeitslosenquote eine Zwei vor dem Komma. Spitzenreiter im Agenturbezirk war der Wirtschaftsraum Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von 1,9 Prozent.

Arbeitslosenversicherung und soziale Grundsicherung
Arbeitslose Menschen werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. Im Vergleich mit den Ergebnissen des Vormonats waren in beiden Bereichen weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Wenn man die Entwicklung bei arbeitslosen Menschen im Jahresvergleich betrachtet, ergibt sich sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung wie auch in der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) ebenfalls ein merklicher Rückgang. Die Arbeitsagentur betreute aktuell knapp 4.900 Frauen und Männer, 330 weniger als im September des Vorjahres. In der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter im Agenturbezirk für knapp 3.850 arbeitslose Menschen zuständig. Im Vergleich zum September 2017 bedeutete das einen Abbau um 170 arbeitslose Personen.

In der sozialen Grundsicherung werden neben arbeitslosen Menschen weitere Personengruppen von den Mitarbeitern der Jobcenter betreut. Zahlreiche Menschen gelten als nicht arbeitslos im Sinne des Gesetzgebers, weil sie kleine Kinder versorgen, Angehörige pflegen, sich in einer Qualifizierung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Im Jahresvergleich ist die Zahl der Haushalte im Allgäu, die auf Grundsicherung angewiesen sind - sog. „Bedarfsgemeinschaften“ - um neun Prozent auf 8.500 zurückgegangen. Die Zahl der erwerbsfähigen Empfänger von Grundsicherung ist um gut 1.000 auf etwa 10.700 Menschen gesunken.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass im Herbst die Arbeitslosigkeit meistens weiter zurückgeht. Aufgrund des anhaltenden Bedarfs an zusätzlichen Arbeitskräften ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Wochen weitere Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden können und in eine neue Beschäftigung starten. (pm)


Tags:
Kempten Arbeit Arbeitslosenquote AgenturfürArbeit



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