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Der Neptunbrunnen in Kaufbeuren
(Bildquelle: Kaufbeuren Marketing)
 
Kaufbeuren
Montag, 5. Januar 2015

ESV Kaufbeuren verliert gegen Bietigheim

5:8 und zahlreiche Verletzte bei den Jokern

Auch beim Heimspiel gegen den souveränen Spitzenreiter aus Bietigheim entschärfte sich die Personalsituation nicht. Mit Gregor Stein, Mathias Müller und Martin Heider fehlten drei Verteidiger. Dazu war Alexander Winkler nicht im Kader. Weiterhin verzichten musste Kari Rauhanen auch auf Stefan Vajs und Michael Fröhlich. Dazu war Stefan Loibl für Straubing im Einsatz und Manuel Wiederer noch bei der U20 WM. Somit fehlten also acht Spieler gegen die Steelers, die mit 17 Punkten auf Platz 2 so viel Vorsprung haben wie der ESVK Rückstand auf den Nächstplatzierten.

Durch die Ausfälle setzte Rauhanen Florian Thomas nicht wie üblich auf der Mittelstürmerposition ein, sondern schenkte ihm als Verteidiger Vertrauen, welches er auch mit einer guten Leistung zurückbezahlen sollte. Auch in der Paradereihe um Daniel Menge und Max Schmidle gab es eine Umstellung und Brad Snetsinger stürmte als zweiter Außen.

Nach einem ausgeglichenen Start, der noch kein Anzeichen für ein Torfestival gab, nutzte Robin Just einen Konter, den er eiskalt zum 0:1 ins kurze Eck verwandelte. Ebenfalls in der fünften Minute hatte Kaufbeuren dann gar die Chance auf die prompte Antwort, doch als Kreitl nach einem Aufbaufehler der Ellentäler frei vor Andreas Mechel auftauchte, machte der junge Schlussmann rechtzeitig seine Beine zu. In der zehnten Minute dann erneut die Möglichkeit auf den Ausgleich, doch streifte Max Schmidles Schuss nur die Außenrundung des Tores. Eine Minute später musste dann Mechel jedoch eingreifen, als zuerst Tim Richter und dann Matt Marquardt jeweils mit einem Schlagschuss von halbrechts ihr Glück versuchten. Dies sollte sich rächen, denn quasi im Gegenzug waren die Steelers dann zur Stelle. Zuerst hatte Wrigley noch die große Chance, doch direkt nach der Befreiung spielte Wrigley den Puck steil vors Tor und Mark Heatley lenkte ihn vorbei an Maxi Sigl in die Maschen. Obenauf durch die Treffer hatten die Gäste nun mehr vom Spiel, doch Sigl stoppte Matt McKnight im 1 gegen 1 sowie einen Schlagschuss von Jason Pinizzotto. Kurz vor der Pause gab dann auch der ESVK wieder ein Lebenszeichen, doch in Schmidles Schuss brachte ein Verteidiger noch irgendwie sein Bein dazwischen. Somit ging es mit einem dem Spielverlauf nicht entsprechenden Spielstand ins zweite Drittel.

Gleich zu Beginn des Mittelabschnitts hatten die Hausherren die Chance zum Verkürzen durch eine Überzahl, doch kam dabei nichts Zählbares heraus. Dies bestrafte der Spitzenreiter eiskalt. Der wieder genesene Frédérik Cabana passte zu Justin Kelly in den Slot, der dann keine Mühe mehr hatte ins linke Eck einzuschieben. Die Gäste zeigten vor allem immer wieder in Offensivaktionen, warum sie momentan so einsam und allein an der Tabellenspitze stehen. Die Joker waren nun völlig von der Rolle und ließen viel zu viel Raum. So konnte Jason Pinizzotto völlig ungestört vom linken auf den rechten Pfosten passen, doch glücklicherweise traf Marcus Sommerfeld nur das Außennetz. Wenige Zeit später, in der 27. Minute, war dann Daniel Menge in letzter Sekunde zur Stelle um den Schläger von Mark Heatley noch anzuheben. Wie man dann allerdings Powerplay spielt, führten die Gäste vor. Gerade einmal zwölf Sekunden brauchte Doppeltorschütze Justin Kelly, um den Puck vom Bullykreis aus flach ins Tor zu hämmern. Die Luft beim ESVK schien nun endgültig aus dem Spiel zu sein, doch dem war nicht so. In der 35. Minute jubelten dann zum ersten Mal die Heimfans. Daniel Menge wurde von Snetsinger angepasst und schob den Puck über die Schoner Mechels zum 1:4 ins Tor. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn Bietigheim hatte sofort eine Antwort parat. David Wrigley musste im Slot nach einem Pass von Jason Pinizzotto nur den Schläger dazwischen halten und schon war 31 Sekunden später der alte Abstand wieder hergestellt. Doch die Joker, wieder durch die erste Reihe, fanden eine Antwort nach genau 37 Spielminuten. Snetsinger drückte letztlich die Scheibe über die Linie zum 2:5. Als Snetsinger dann jedoch auf der Strafbank Platz nehmen musste, sollte wieder die Antwort der Steelers nicht lange auf sich warten lassen. Eine Sekunde vor dem Ende des Drittels war es Cabana, dessen Querpass wohl von einem Kaufbeurer Schlittschuh den Weg ins Tor fand und die vermeintliche Vorentscheidung erzielte.

Schien im Schlussabschnitt anfangs nichts auf ein Comeback der Hausherren hinzudeuten, zumal in der 42. Minute Benjamin Kronawitter auch noch die Latte traf, änderte sich dies mit einem Doppelpack in der 44. Minute innerhalb von nur 16 Sekunden. Zuerst nutzte Matt Waddell einen Querpass des unermüdlich kämpfenden Daniel Menge bevor Tim Richter einen Abpraller verwertete. Der Glaube an einen positiven Ausgang war dadurch wieder auf den Rängen und dem Eis zu spüren. Der junge Jonas Lautenbacher, der eine gute Partie absolvierte, scheiterte dann im nächsten Wechsel jedoch noch an den Schonern Mechels. Justin Kelly hatte dann die erneute Vorentscheidung gleich doppelt auf dem Schläger, doch das Tor sollte erneut auf der Gegenseite fallen. Daniel Menge spielte sich über Linksaußen in den Gefahrenbereich. Mechel rettete zwar noch mit einem Pokecheck, doch fiel dieser Brad Snetsinger auf den Schläger, der sich nicht lange bitten ließ. Es stand also nur noch 5:6 und die Zuschauer feuerten lauthals ihr Team an, doch ausgerechnet der Ex-Joker Dominic Auger ließ die Träume bereits 44 Sekunden später mit einem platzierten Schuss ins Kreuzeck platzen. In der Folge versuchten die Joker nochmals alles, doch verloren sie dabei noch zwei Mann, da sowohl Matt Waddell und völlig unverständlich dann Max Schmidle eine Disziplinarstrafe wegen unsportlichen Verhaltens erhielten. Bevor Schmidle allerdings bestraft wurde, war er noch Teil des wohl besten Wechsels der Schlussoffensive, doch der von Snetsinger abgefälschte Schuss Menges hüpfte nur auf der Latte auf. Auch eine Auszeit sollte zu keiner Wende mehr führe und Heatley markierte mit dem Treffer ins leere Tor schließlich den 5:8 Endstand. Ein verdienter Sieg der Steelers, die den Eindruck erweckten, jederzeit auf die Spielsituationen antworten zu können und dabei sicherlich von ihrer individuellen Klasse profitierten.

Auf der anschließenden Pressekonferenz gab gesch. Vorstand Andreas Settele bekannt, dass Verteidiger Alexander Winkler seine Eishockeykarriere mit sofortiger Wirkung beenden wird. "Alexander Winkler teilte uns direkt nach dem Spiel in Crimmitschau mit, dass er nicht weiter Eishockey spielen möchte. Wir sind natürlich sehr enttäuscht darüber, dass er die Mannschaft in der jetzigen Phase im Stich lässt. Wir haben in mehren Gesprächen mit Alex noch versucht eine gemeinsame Lösung zu finden, was nicht möglich war. Zum Thema Neuzugänge äußerte sich Settele wie folgt: "Wir suchen Verstärkungen für alle Mannschaftsteile, wobei sich die Suche nach deutschen Torhütern und Verteidigern äußert schwierig gestaltet."

Zudem brachte Rauhanen seinen Unmut über die Schiedsrichterentscheidungen zum Ausdruck. Genau zwei Fehler führten für Rauhanen auch sogleich zu zwei Toren in einem ansonst gleichwertigen Drittel des ESVK. Des Weiteren lobte der Finne seine Spieler und hofft nun auf die Rückkehr seiner Verletzten. Gästetrainer Kevin Gaudet hob die schwierige Situation des ESVK mit der Vielzahl an Ausfällen hervor und entschuldigte sich beinahe schon, die Punkte nach der am Ende kämpferischen Leistung der Hausherren mitgenommen zu haben. Dabei zeigte er sich vor allem erfreut, dass mit Justin Kelly und Frederik Cabana zwei Leistungsträger wieder in seinen Reihen sind.

 


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sport eishockey esvk niederlage



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