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Mindestens 12 deutsche Soldaten bei Bombenanschlag in Mali verletzt
Berlin (dpa) - Bei dem Bombenanschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille im westafrikanischen Mali sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mindestens zwölf deutsche Soldaten verletzt worden. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr informierte am Freitag zudem die Obleute im Verteidigungsausschuss darüber, dass ein weiterer UN-Soldat einer anderen Nation verletzt worden sei. Die verletzten Deutschen waren demnach in einem stabilen Zustand und wurden behandelt.
 
Symbolbild
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu
Montag, 17. Mai 2021

Gewalt gegen Allgäuer Polizeibeamte nimmt weiter zu

Die Anzahl der Angriffe auf Polizeibeamte im Allgäu nahm im Jahr 2020 insgesamt erneut zu. Es kam 2020 zu über 730 Übergriffen gegenüber den Beamten, sowohl verbal als auch körperlich.

Am frühen Abend des 3. Juli ging ein Rentner mit seinem Hund im Bereich der Lautracher Kneippanlage (Lkr. Unterallgäu) Gassi.

Dabei muss er wohl in Richtung eines Streitgespräches zwischen einem 18-Jährigen und seiner Familie geblickt haben. Dies brachte den Heranwachsenden derart in Rage, dass er mehrfach auf den älteren Herren mit der Faust einschlug.

Da sich bei Eintreffen der Streife zuerst auch die Familie gegen die Polizei wendete, mussten mehrere Streifen als Unterstützung angefordert werden. Der 18-Jährige schlug währenddessen einem Polizeibeamten unvermittelt ins Gesicht und damit bewusstlos.
Trotz erheblichen Widerstands konnte er durch die anderen Polizisten gefesselt werden. Hierbei wurden sie durch Familienangehörige und Passanten massiv verbal und teils körperlich bedrängt. Der junge Mann selbst war keinen Argumenten zugänglich und beleidigte und bedrohte die anwesenden Polizisten weiter. Er wurde in die Haftzelle der Polizei in Memmingen gebracht.

Bei dem 18-Jährigen wurde zudem eine Druckverschlusstüte mit Amphetamin aufgefunden. Der Richter ordnete sowohl den Gewahrsam, als auch eine Blutentnahme an. Der junge Mann wurde wegen Körperverletzungsdelikten, Beleidigung, Bedrohung, tätlichen Angriff auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, sowie nach dem Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

Der junge Polizist konnte seinen Dienst nicht weiter fortführen und wurde in die Notaufnahme des Klinikums Memmingen gebracht. In der Folge war der Beamte drei Tage arbeitsunfähig.


Diesen Fall hat die Staatsanwaltschaft Memmingen als priorisiertes Verfahren behandelt. Der Mann wurde zwischenzeitlich vom Amtsgericht Memmingen wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen, in Tatmehrheit mit tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Beleidigung in fünf Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren (Jugendstrafe) verurteilt. Diese wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Dabei handelt es sich nur um einen von vielen gewalttätigen Übergriffen bei Polizeieinsätzen.

„Auch aus einem scheinbaren Routineeinsatz wie „Ruhestörung“ kann sich ein brutaler Angriff gegen die eingesetzten Streifenbesatzungen entwickeln“, erklärt Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner.

Die Anzahl verbaler und körperlicher Angriffe auf Polizeibeamte nahm im Jahr 2020 erneut zu. So wurden im Bereich des PP Schwaben Süd/West im vergangenen Jahr 731 Fälle von verbaler und körperlicher Gewalt (2019: 601 Fälle, +21,6 Prozent) gegen Polizeibeamte registriert, 130 Fälle mehr als im Vorjahr (2019: 601 Fälle, +21,6 Prozent). Dabei waren 1.990 Polizeibeamte betroffen (2019: 1.475 Betroffene, +34,9 Prozent), wovon 241 verletzt wurden (2019: 205 Verletzte, +17,6 Prozent). Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 sind dies erneut absolute Höchstwerte.

Wie in den vergangenen Jahren waren die Beamten auch 2020 am stärksten bei Festnahmen/Gewahrsamnahmen und bei Identitätsfeststellungen der Gewalt des polizeilichen Gegenübers ausgesetzt (476 Fälle, 65,1 Prozent). In knapp acht Prozent der Fälle ging der Tat keine polizeiliche Maßnahme voraus. In den meisten Fällen sind die Tatverdächtigen alkoholisiert oder stehen unter dem Einfluss von Drogen.

Die Übergriffe finden überwiegend in den Nachtstunden und/oder am Wochenende statt. Die häufigsten Tatörtlichkeiten sind öffentliche Straßen/Wege und Plätze (41 Prozent), der Privatbereich (23 Prozent) und Polizeidienststellen (15 Prozent).

In einer Vielzahl der Fälle waren die Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West Beleidigungen (293 Fälle), Tätlichen Angriffen (187 Fälle) und Widerständen (140 Fälle) ausgesetzt.

Die Anzahl der verletzten Polizeibeamten stieg im Vergleich zu 2019 um 17,6 Prozent von 205 auf 241. Mit 95 Dienstunfähigkeitstagen ist ein deutlicher Rückgang von 251 Tagen im Vergleich zu 2019 (346 Dienstausfalltage) zu verzeichnen gewesen. Dieser Rückgang ist jedoch darin begründet, dass im Jahr 2019 drei Polizeibeamte schwerverletzt wurden und deren Abwesenheit 233 Dienstausfalltage zur Folge hatte.

Übergriffe bei Einsätzen anlässlich der Überwachung der Infektionsschutzmaßnahmen waren die Ausnahme. Die pandemiebedingten Einschränkungen brachten das Nachtleben zwar nahezu zum Erliegen und schränkten Zusammenkünfte von Personen ein, teilweise konnte aber nur regional ein Rückgang der Fallzahlen festgestellt werden.

Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner: „Glücklicherweise wurde im letzten Jahr keine Kollegin und kein Kollege schwer verletzt. Dennoch macht mich die seit Jahren ansteigende Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten sehr betroffen. Wir tolerieren solche Übergriffe keinesfalls und werden alle Taten konsequent aufklären und die Vorgänge zeitnah der Justiz vorlegen.“


Tags:
Gewalt Beamte Polizei Allgäu


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