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Schlauer gegen Klauer - Aktionswochen der Kemptener Bundespolizei gegen Taschendiebstahl
20.01.2012 - 09:11
"Mit Ihnen hätte ein Taschendieb seine helle Freude!" Solch klare Worte hat sich mancher Bahnreisende in den letzten zweieinhalb Wochen (5. bis 19. Januar) gefallen lassen müssen.
Beamte des Kemptener Bundespolizeireviers gingen in Bahnhöfen sowie in Regional- und InterCity-Zügen gezielt auf Personen zu und gaben Tipps, wie man sich - dem Motto entsprechend - "Schlauer gegen Klauer" verhalten könnte. Informationsblätter und Durchsagen am Bahnsteig unterstrichen das Anliegen der Bundespolizei zusätzlich. Durchgeführt wurde die Aktion zu unterschiedlichen Zeiten in den Bereichen Kempten, Memmingen, Immenstadt und Buchloe.

Die Beratungsgespräche kamen aus Sicht der Bundespolizisten hervorragend an. Beispielsweise konnten sie aufzeigen, welche Situationen die "Langfinger" schamlos ausnutzen. Ob Menschenansammlungen am Bahnsteig oder Gedränge an der Zugtüre, Diebe schlagen vor allem dann zu, wenn es unübersichtlich wird. Dabei sind sie oft bestens organisiert. Eine typische Vorgehensweise ist, dass das ausgespähte Opfer in ein Gespräch verwickelt und von einem anderen Täter "zufällig" angerempelt wird – und schon ist es passiert. Auch eine übersteigerte Hilfsbereitschaft kommt als berüchtigte Masche in Frage. Wichtig ist, dass jeder einzelne von vornherein dafür sorgen kann, das Risiko eines Diebstahls zu begrenzen: Taschen etwa sollten geschlossen, wenn möglich mit der Verschlussseite zum Körper hin getragen werden. Gepäckstücke oder Wertgegenstände sollten nicht unbeobachtet zurückgelassen werden. Man könnte sich auch von vorneherein überlegen, mit wie viel Bargeld und welchen Geldkarten man unterwegs sein muss. Ferner ist es eine Überlegung wert, ob Geld, EC- und Kreditkarten nicht besser am Körper verteilt, in Jackeninnentaschen, vielleicht sogar in einer Gürteltasche oder einem Brustbeutel mitgeführt werden.

Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim, zu der das Revier in Kempten gehört, hat im vergangenen Jahr rund 190 Diebstahls- und Unterschlagungsfälle bearbeitet. Eine rückläufige Tendenz sei erkennbar, denn nach Angaben der Bundespolizei sind das rund zehn Prozent weniger als im Jahr 2010. Doch bleibe jeder einzelne Diebstahl einer zuviel. Daher war diese mehrwöchige Aktion der Bundespolizei ein besonderes Anliegen, um konkret aufzeigen zu können, wie man sich vor den „Langfingern“ schützt. Das Fazit der Beamten zu den Beratungsgesprächen ist durchweg positiv: Die Angesprochenen hätten sich für die Ratschläge bedankt. Viele seien sich der selbst verursachten Gefahrenquellen gar nicht bewusst gewesen. Und es habe auch Stimmen gegeben, die sich wünschten, dass solche Beratungsaktionen vor Ort ruhig öfter stattfinden dürften.

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