Moderator: Hits der 70er bis Heute
Sendung: Guten Abend Allgäu
 
 

Jetzt spricht der Bruder des Vermissten Michael D.
21.11.2011 - 15:21
Ein geliebter Mensch kommt einfach nicht mehr nach Hause. Eine Horrorvorstellung für die Angehörigen. Seit über einer Woche war eine Familie aus dem Unterallgäu auf der Suche nach dem 19-jährigen Sohn Michael. Jetzt gab es ein Lebenszeichen.
Am Sonntag vor über einer Woche war der Kontakt zum 19-jährigen Michael D. abgebrochen. Am Handy war er nicht erreichbar, über Facebook ebenfalls nicht zu sprechen. Die Polizei konnte den besorgten Eltern und dem Bruder zunächst nur teilweise Hilfe anbieten. Polizeisprecher Michael Hämmer: "Natürlich nehmen wir solche Anfragen ernst, aber der junge Mann ist 19 Jahre alt und kann grundsätzlich tun und lassen was er will." Erst wenn die Person tatsächlich einige Tage verschwunden ist und von einer Notlage oder einem Gewaltverbrechen ausgegangen werden muss, kann die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung herausgeben. Während der Woche gab es Hinweise auf einen Aufenthalt in Südtirol. Später wurde Michael D. im Oberallgäuer Sonthofen gesichtet, dann verlor sich die Spur wieder.

Erst heute im Laufe des Tages wurde klar: der aus dem Raum Mindelheim stammende Michael D. ist in keiner gesundheitlichen Notlage, es liegen auch keine Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung vor. Er will sich aus welchen Gründen auch immer nicht bei seinen Verwandten melden. Eine Öffentlichkeitsfahndung kommt daher für die Polizei nicht in Frage. Der 19-jährige müsse niemandem Rechenschaft ablegen. In einer Bankfiliale in Immenstadt hatte der "Vermisste" Geld abgehoben. Sein Bruder Matthias zeigte sich im AllgäuHIT- Interview sehr erleichtert über das Lebenszeichen: "Meine Eltern haben mich angerufen und mir von dem Lebenszeichen meines Bruders berichtet. Ich war heute in der Fachhochschule in Kempten, nachdem ich zu Hause nichts helfen kann und meinte Eltern meinten, es wäre besser da hinzugehen. Eins steht fest, wir sind sehr erleichtert. Das war jetzt sehr wichtig, dass wir nach vier Tagen wieder was gehört haben. Es hat sehr gut getan."

Die Famile kann sich das Fernbleiben jedenfalls nicht erklären: "Das Problem ist, dass wir nicht wissen, was der Auslöser für sein Wegbleiben sein könnte. Auch im Freundeskreis weiß keiner eine Antwort auf die Frage nach dem Warum. Das Wichtigste für mich oder uns ist jetzt, meinen Bruder zu finden und nach Hause zu holen. Wir waren auch schon selbst in Sonthofen, aber das ist wie die Suche nach einer Stecknadel in einem Heuhaufen – ziemlich frustrierend. Man hat etwas getan aber halt nicht konkret gewusst, wo er sein kann."

Den Aufruf im Internet bewertet der ältere Bruder so: "Wir haben lange überlegt. Es hat natürlich Vor- und Nachteile, so erfahren es viele Leute und da ist die Chance größer, dass man ihn vielleicht antrifft. Weil wir wissen leider überhaupt nichts. Anfangs dachten wir, er würde sich melden oder kommt aber das war sehr ungewiss und deswegen haben wir gesagt, wir müssen was machen und das hat uns sehr gut getan, aktiv werden zu können."

Doch das Lebenszeichen ist nur ein erster Trost, denn Michael D. ist weiter nicht nach Hause zurückgekehrt und ist für Bruder, Eltern und Freunde nicht erreichbar. "Bis jetzt hat er sich noch nicht bei mir oder uns gemeldet", so Bruder Matthias abschließend.

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