Moderator: Hits der 70er bis Heute
 
 
Der Bund Naturschutz lehnt ein Wasserkraftwerk in den Allgäuer Hochalpen strikt ab
(Bildquelle: Bund Naturschutz / eisenbreche.de)
 
Oberallgäu - Hindelang
Samstag, 11. November 2017
Gericht urteilt über Kraftwerkspläne in Allgäuer Alpen
Bund Naturschutz will Naturdenkmal Eisenbreche retten

Am Dienstag (14.11.) um 9 Uhr werden vor dem Verwaltungsgericht Augsburg die Klagen des BUND Naturschutz (BN) und des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) gegen die Genehmigung eines Wasserkraftwerks am Naturdenkmal Eisenbreche im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen in der Gemeinde Bad Hindelang verhandelt. "Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz hatte die Genehmigung gegen die Empfehlung der Fachbehörden und Verbände eigenhändig unterschrieben", berichtet der Bund Naturschutz.

„Das geplante Wasserkraftwerk ist ein Angriff auf das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen“, so Prof. Hubert Weiger, BN-Landesvorsitzender. “Hier hat der Naturschutz eindeutig Vorrang vor der Energieerzeugung.“

„Die Ostrach ist im beplanten Bereich eine der letzten naturnahen Alpenwildflusslandschaften und damit Lebensraum für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten“, ergänzt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV.

Geplant ist eine 5m hohe Staumauer mit Stausee,  eine ca. 1,25km lange, verrohrte Ausleitung und ein Kraftwerkshaus. Betroffen von der Ausleitung sind sowohl die Wildflusslandschaften oberhalb der Eisenbreche als auch die spektakuläre Wildwasserklamm, die „Eisenbreche“ an sich. „Wegen der stark schwankenden Wasserstände ist das Kraftwerk voraussichtlich  im Winter über ca. 5 Monate nicht in Betrieb. Dafür einen der letzten natürliche Wildflussabschnitte des Allgäus zu opfern ist unverantwortlich“, so Christine Speer, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu.

Der BN kämpft seit Jahrzehnten für eine Energiewende mit ökologischen Leitplanken. „Die großen Potenziale liegen bei der Energieeinsparung und dem Ausbau von Solar- und Windenergie. Die bayerischen Flüsse und Bäche haben aber Ihre Schuldigkeit zur Erzeugung erneuerbarer Energien bereits getan“, so Richard Mergner, der Landesbeauftragte des BUND Naturschutz.

“Insbesondere aus ökologischer Sicht besteht nur mehr ein sehr begrenztes Ausbaupotenzial für Wasserkraft Der Neubau von Wasserkraftanlagen an bisher frei fließenden Gewässerabschnitten rein aus Gründen der Energiegewinnung widerspricht sogar den Zielen der Bayerischen Staatsregierung zur naturverträglichen Wasserkraftnutzung“, so der LBV Vorsitzende Norbert Schäffer.

Das Gebiet ist maximal geschützt. Das Vorhaben liegt im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, in einem  europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH) Gebiet, in einem europäischen Vogelschutzgebiet, im Landschaftsschutzgebiet und ist nach dem deutschen und bayerischen Naturschutzgesetz als Biotop geschützt. Die Eisenbreche ist zudem Naturdenkmal und Geotop.

Trotzdem hat Landrat Klotz das Projekt genehmigt, obwohl er sich der Gesetzeslage bewusst war. Landrat Klotz in der Sendung Capriccio im Bayerischen Fernsehen am 25.6.2015: „Wenn ich nach der Gesetzeslage gehe, dürfte ich es eigentlich nicht genehmigen.“

Das Vorhaben wurde auch von der Regierung von Schwaben, dem Naturschutzbeirat der Regierung von Schwaben, dem Wasserwirtschaftsamt Kempten, dem Bezirk Schwaben, der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Oberallgäu, dem Naturschutzbeirat des Landkreises Oberallgäu, dem Deutschen Alpenverein, dem Bayerischen Landesfischereiverband, dem Verein zum Schutz der Bergwelt, vom Heimatbund Allgäu und dem Wanderverband Allgäu abgelehnt.


Tags:
naturschutz alpen wasserkraft allgäu



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
In Füssen Hand in Hand für den Naturschutz - Die Schönheit der Gebiete zeigen und Zusammenhänge erklären
Der Schutz der Umwelt ist der Stadt Füssen und dem Landkreis Ostallgäu überaus wichtig. In Zukunft werden sich Stadt und Landratsamt deshalb noch enger ...
Große Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze - Einzelner Skifahrer könnte Triebschneelawine auslösen
Im bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr über der Waldgrenze weiter als groß einzustufen. Eher kleinere Triebschneeansammlungen entstehen bis ...
Weitere Häuser in Balderschwang evakuiert - Teil der Gäste verlassen das Allgäuer Bergdorf
Nach dem Lawinenabgang am frühen Montagmorgen im Oberallgäuer Balderschwang wird ein Großteil der Gäste ins Tal gebracht. Rund 500 Personen ...
Lawine erfasst Hotel im Allgäuer Balderschwang - Gäste und Personal bleiben zum Glück unverletzt
Eine Schneelawine hat am frühen Montagmorgen ein Hotel im Oberallgäuer Balderschwang erfasst. Die Schneemassen drückten Fenster im Bereich der ...
Große Lawinengefahr im bayerischen Alpenraum - Triebschnee das Hauptproblem in allen Höhenlagen
Sturm und Neuschnee verursachen bis Montag Abend umfangreiche Triebschneeansammlungen, die sehr störanfällig sind. Bei starkem Regen in der kommenden Nacht ist ...
Riedbergpass gesperrt: Balderschwang nicht erreichbar - Lawinenabgang nahe der Landesgrenze
Das Oberallgäuer Balderschwang ist von der Außenwelt abgeschnitten. Der Riedbergpass wurde wegen Lawinengefahr gesperrt, in Richtung Österreich hat es ...
© 2019 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
DIE LETZTEN 3 GESPIELTEN TITEL
 
Max Giesinger
Wenn sie tanzt
 
Jess Glynne
All I Am
 
DJ Snake feat. Justin Bieber
Let Me Love You
AKTUELLE BILDERGALERIEN
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Eingeschneit in Balderschwang
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Vancouver
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Fernpaß/Tirol
 
 
Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum