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Memmingen unterliegt Greuther Fürth II mit 0:2
19.08.2012 - 19:55
Trainer Esad Kahric stellte sich nach der 0:2 (0:1) Heimniederlage des FC Memmingen in der Fußball-Regionalliga Bayern gegen die SpVgg Greuther Fürth schützend vor seine Mannschaft: "Trotz der Niederlage haben wir ein ordentliches Spiel gemacht".
Was Kahric ehrt, nicht öffentlich auf seine Spieler draufzuhauen. Die 850 Zuschauer sahen dies freilich anders, die ersten zogen schon einer Stunde enttäuscht aus der Arena ab. So etwas hat es bei den erfolgsverwöhnten Memmingern in den vergangenen fünf Jahren nicht gegeben und sorgte bei den Verantwortlichen für nachdenkliche Mienen.

Schon in der ersten Halbzeit mussten sich die Mannschaft schon vor dem 0:1 Rückstand den einen oder anderen Pfiff gefallen lassen. Kurz vor der Pause hatte Felix Klaus für seinen Kollegen aus dem Profi-Kader Ilir Azemi aufgelegt  (43. Minute). Noch zwei weitere Anleihen aus dem Erstliga-Kader hatte sich Fürths Trainer Konrad Fünfstück genommen. Er betonte aber auch, dass „wir heute zwei 18-jährige dabei hatten“. Es war eine Mischung, die in einem schwachen Spiel auf jeden Fall besser passte als die auf der Gegenseite.

Memmingen war eigentlich nur in den ersten zehn Minuten im gegnerischen Strafraum präsent. Aber ein Kopfball von Sebastian Bonfert nach einem Freistoß (5.) war zu schwach und bei einem Fernschuss von Florian Makoru (10.) fehlten die entscheidenden Zentimeter. Zwar stand die Abwehr insgesamt gut gestaffelt, im Mittelfeld kam im Gegensatz zum ordentlichen Auftritt unter der Woche in Ismaning zu wenig und vorne passierte so gut wie gar nichts.

In der zweiten Hälfte häuften sich die Fehlpässe, was auch an der nachlassenden Kraft nach den beiden englischen Wochen gelegen haben mag. Dem zahlenden Publikum war es dennoch zu wenig und für die Gäste reichte es, einen relativ ungefährdeten Sieg herauszuspielen, zumal sie nach einer Stunde auch noch einen Mann mehr auf dem Platz hatten. Drei Foulspiele von Daniel Böck innerhalb von fünf Minuten waren für Schiedsrichter Matthias Zacher (Nussdorf) zuviel und er schickte den Abwehrspieler mit Gelb-Rot zum Duschen. „Da konnte ich nicht reagieren“, so Kahric auf die Frage warum er den gefährdeten Böck in dieser Phase nicht aus dem Verkehr gezogen und ausgewechselt hat, „ich hätte nicht gedacht, dass er in fünf, sechs Minuten so viele Fouls macht“. Fürth nutzte die numerische Überlegenheit zur Entscheidung. Erneut Azemi machte den Treffer. Er staubte ab, als FCM-Torhüter Tobias Kirchenmaier einen Pledl-Schuss nicht festhalten konnte (68.).

Auch wenn Entschuldigungsfaktoren  - wie Dauerbelastung durch englische Woche, Ausfälle wichtiger Spieler (Decker, Kahric junior, Zobel und diesmal auch noch Yilmaz), Einsatz von Profis beim Gegner ins Feld geführt werden – das war zu wenig, um in der vierten Liga bestehen zu können. Umbruch hin, Umbruch her.

Die Szenen nach dem Schlusspfiff sprachen für sich. Verteidiger Edgar Weiler, noch einer besten Memminger, stand minutenlang regungslos auf dem Platz. Kapitän Harald Holzapfel konnte auch die Aufmunterung seiner Neffen nicht viel helfen. Trainer Kahric sprach lange und gestikulierend mit Matthias Bader. Gesprächsbedarf wird es diese Woche vermutlich noch zuhauf geben und die Hoffnung auf die Wende zum Besseren. Beim nächsten Auswärtsspiel am kommenden Samstag in Aschaffenburg muss das allerdings ohne Böck gehen, der nach Ampelkarte automatisch für eine Begegnung gesperrt ist.

Bericht: Andreas Schales

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