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Chefarzt Professor Dr. Andreas May präsentiert aktuelle Therapiemethoden des Herzens und der Lunge.
(Bildquelle: Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen)
 
Memmingen
Mittwoch, 4. März 2015

Fortschritt bei Herz-und Lungenkrankheiten im Klinikum Memmingen

Internisten stellen neue Therapiemethoden vor

Die Medizin des Herzens hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Eine Behandlung von Herzklappenfehlern beispielsweise ist heute ohne großen chirurgischen Eingriff möglich. Auch in der Lungenheilkunde können Erkrankungen ohne Operation – mittels Bronchoskop – therapiert werden. Entsprechende Neuerungen stellten jetzt Chefarzt Professor Dr. Andreas May und sein Team vom Klinikum Memmingen vor medizinischem Fachpublikum vor.

„Eine Vielzahl von Herzoperationen kann heute durch minimal-invasive Eingriffe mit Hilfe eines Herzkatheters ersetzt werden“, erklärte Chefarzt May von der Medizinischen Klinik I am Klinikum Memmingen vor Internisten aus umliegenden Krankenhäusern und Arztpraxen.

Zu den neuen Verfahren zählt die Behandlung einer undichten Mitralklappe des Herzens: „Durch eine winzige Klammer, die über einen Katheter eingeführt wird, kann die Klappe zusammengehalten werden.“ Die Prozedur wird mittels 3D-Ultraschall gesteuert, wie Oberärztin Dr. Daniela Wimmert-Roidl anhand von Videos zeigte: „Die Komplikationsrate ist sehr gering.“ Die Patienten könnten oft schon nach wenigen Tagen nach Hause gehen.

Auch eine schwer verkalkte Aortenklappe kann laut May mittels Katheter ausgetauscht oder durch eine sogenannte Ballonsprengung geöffnet werden: „Eine alleinige Aufsprengung hält zwar häufig nur vorübergehend an, allerdings befindet sich der Patienten danach rasch in einem stabileren Zustand.“

Ein winziges EKG-Aufzeichnungsgerät zur Erkennung von seltenen Herzrhythmusstörungen stellte Oberarzt Dr. Marcus Siry vor. Dieser Recorder steht erst seit kurzem in Deutschland zur Verfügung und muss nicht wie seine Vorgängermodelle operativ eingesetzt werden, sondern wird mit einem einfachen Schnitt unter die Haut implantiert: „Das Gerät ist nicht größer als drei gebündelte Streichhölzer und kann die Herzsignale des Patienten über Monate hinweg aufzeichnen.“

Eine neue Generation von Stents, also kleinen Röhrchen zum Aufdehnen der Herzgefäße, präsentierte Dr. Tobias Neuhäusler. Diese Stents werden – im Gegensatz zu den bisherigen Metallstents – nach einiger Zeit vom Körper abgebaut: „Die resorbierbaren Stents bestehen aus einer Milchsäureverbindung, die in kleine Bausteine zerfällt und vom Patienten ausgeschieden wird.“ Zur Nachbehandlung der Patienten nach Stentimplantaten wird derzeit am Klinikum eine neue Studie durchgeführt, die Dr. David Pilecky dem interessierten Fachpublikum im Hotel Engelkeller vorstellte.

Bei manchen Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz kann eine Immunadsorption die Herzschwäche verbessern, wie Nephrologin Dr. Petra Heilmann erklärte. Dabei werden gezielt Auto-Antikörper entfernt, die sich gegen den Herzmuskel richten.

Für Patienten, die an der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern leiden und zur Verhinderung eines Schlaganfalls eine Blutverdünnung benötigen, demonstrierte Oberarzt Dr. Norbert Scheffold ein neues Verfahren: Ein Verschluss des linken Vorhof-Ohres mit Herzkathetertechnik verhindere Schlaganfälle ebenso effektiv wie das blutverdünnende Medikament Marcumar. Dies kann nötig sein, wenn Patienten unter Marcumar-Einnahme Blutungsprobleme bekommen.

Beim Thema Lungenheilkunde präsentierten die Internisten neue Therapien bei der Lungenerkrankung COPD, an der bis zu fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden und die sich durch Husten sowie Atemnot äußert. Dabei stellte Dr. Hannes von Dellemann neue inhalierbare Medikamente vor, welche die Atemwege erweitern und so zu einer Verringerung des Atemwegswiderstands führen.

Eine zweite Therapie bei COPD ist die Reduktion des Lungenvolumens – eine Variante, die normalerweise nur an größeren medizinischen Zentren angeboten wird, seit vergangenem Jahr aber auch am Klinikum Memmingen durch den neuen Lungenfacharzt Dr. Martin Lanzinger. Dabei werden Ventile mittels eines Bronchoskops – ein dünnes, biegsames Instrument mit integrierter Kamera – in den betroffenen Lungenlappen eingesetzt. So können benachbarte Bereiche dekomprimiert und besser mit Sauerstoff versorgt werden.

Neue Behandlungsformen in der Intensivtherapie präsentierte Oberarzt Dr. Simon Biesenberger: Patienten, die nach Wiederbelebungsmaßnahmen intensivmedizinisch versorgt werden müssen, werden routinemäßig mit komplexen Methoden gekühlt, um den Schaden am Gehirn so gering wie möglich zu halten.


Tags:
klinikum memmingen therapie herz lunge krankheit



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