Moderator: Isabelle Tausend
Sendung: Der AllgäuWECKER
mit Isabelle Tausend
 
 
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(Bildquelle: AllgäuHIT | Christoph Fiebig)
 
Bodensee - Lindau
Freitag, 20. Januar 2023

Leistungsfähigkeit des Bahnknotens Lindau auch in Zukunft sichern

Der Schienenverkehr stellt einen unverzichtbaren Bestandteil der städtischen und regionalen Mobilität dar, insbesondere um die verkehrspolitischen Ziele für die Verkehrswende erreichen zu können. Auf Initiative der Stadt Lindau und mit Unterstützung des Vorsitzenden der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Thomas Kreuzer fand am ein Gespräch mit Staatsminister Christian Bernreiter, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn (DB) für den Freistaat Bayern Klaus-Dieter Josel, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), der Bundestagsabgeordneten Mechthilde Wittmann und dem Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger statt.

Alle Beteiligten waren sich einig: Lindau ist ein strategisch wichtiger Verkehrsknoten im bayerischen Grenzgebiet zu Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz. Ein leistungsfähiger Schienenverkehr muss hier gewährleistet sein und den künftigen Herausforderungen für eine verstärkte Akzeptanz des ÖPNV standhalten können.

Im Jahre 2013 hatten sich die Stadt Lindau, die DB und der Freistaat Bayern in einer verkehrlichen Aufgabenstellung auf die künftige Ausgestaltung des Bahnknotens Lindau verständigt. Dort enthalten waren der Neubau des Bahnhofs Lindau-Reutin mit vier Bahnsteigkanten und der Rückbau des Bahnhofs Lindau-Insel von acht auf sechs Bahnsteigkanten mit verkürzten Längen. Der Bahnhof Lindau-Reutin wurde bereits im Dezember 2020 eröffnet, den Rückbau am Bahnhof Lindau-Insel möchte die DB in Kürze beginnen.

Gemeinsam mit den beiden Abgeordneten hat die Stadt Lindau über die zunehmende Kritik an der geplanten Gleiseinkürzung auf der Insel informiert und ihre Bedenken bezüglich der geringen Gleiskapazitäten am Bahnhof Reutin vorgebracht. Staatsminister Bernreiter und Klaus-Dieter Josel sicherten zu, die vorgebrachten Bedenken der Stadt aufzunehmen. Sie wollen den geplanten Rückbau der Gleise am Inselbahnhof und eine eventuell erforderliche Verstärkung des Bahnhofs Reutins, also den Ausbau von Bahnsteigen und Gleisen, nochmals ergebnisoffen prüfen. Dabei soll die Abwicklung der heute bestehenden und bereits verbindlich geplanten Verkehre auf der Schiene ebenso berücksichtigt werden, wie die Vereinbarkeit mit dem langfristigen Zielkonzept BODANRAIL 2045, das im Auftrag der Kommission Verkehr der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) erarbeitet wurde. Für diese Prüfung ist nun ein Arbeitstreffen zwischen Stadt, bayrischem Verkehrsministerium, DB und BEG vereinbart, über dessen Verlauf und Ergebnis informiert werden wird.

Hintergrund:

Der Fern- und Regionalbahnhof Lindau-Reutin wurde zur Stärkung des Schienenverkehrs in Lindau gebaut. Er muss nach Auffassung der Stadt Lindau so leistungsfähig sein, dass die verkehrspolitischen Ziele für die Verkehrswende erreicht werden können. Mit der Inbetriebnahme des Fernbahnhofs Reutin wurde zudem festgelegt, dass die Züge des Fernverkehrs dort halten und Umsteigemöglichkeiten zum Regionalverkehr geschaffen werden sollen. Am Bahnhof Reutin sollen sich künftig der Schienenverkehr und die Mobilitätsentwicklung konzentrieren, damit der Ein- und Umstieg vom ÖPNV auf die Bahn möglichst attraktiv wird. In der Folge sollte der Inselbahnhof nur noch von Regionalzügen bedient werden, insbesondere von Linien des Vorortverkehrs. Im Planfeststellungsverfahren 2013 wurde daher unter anderem festgesetzt, dass die künftig nicht mehr benötigten Gleise am Inselbahnhof in Anzahl und Länge zurückgebaut und eingekürzt werden.

Seit einiger Zeit werden jedoch Stimmen lauter, welche diesen geplanten Gleisrückbau kritisch sehen. Sie warnen vor einem erheblichen Leistungsverlust für den Schienenverkehr in Lindau. Der Bahnhof Reutin könne die langen Züge, die der Inselbahnhof aufnehmen konnte, nicht bedienen, da er zu wenige und zu kurze Bahnsteige habe.

Die Stadt Lindau hat diese Bedenken bereits zum Anlass genommen bereits im letzten Sommer einen fachlichen Austausch mit den verschiedenen Akteursgruppen zu führen und eine erneute interne Prüfung vorzunehmen. Das Ergebnis: Aus Sicht der Stadt sollte der Fern- und Regionalbahnhof Reutin so verstärkt werden, dass er in der Lage ist, auch zukünftige, zusätzliche Fern- und Regionalzugverkehre und Takte aufnehmen zu können. Nur wenn das sichergestellt ist, sollte die Einkürzung der Gleise am Inselbahnhof erfolgen.


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allgäu bahn reutin zug


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