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Ostallgäu - Füssen
Donnerstag, 22. Oktober 2020

SPD Füssen kritisiert Raubbau an Allgäuer Kiesreserven

Erlaubnis für weiteren Kiesabbau im Forggensee hat für die Umwelt schwerwiegende Folgen.

In dieser Frage besteht zwischen Bund Naturschutz Ostallgäu und SPD-Ortsverein Füssen Einigkeit: Die vor gut einem Monat erfolgte Erlaubnis des Landratsamts für eine zweite Arbeitsgemeinschaft, in den nächsten zehn Jahren Kies aus dem Forggensee abzubauen, schade der Umwelt und stelle einen Raubbau an den dort nur noch begrenzt vorhandenen Kiesreserven dar.

Durch diese Erlaubnis werde der Kies- und Betontourismus im südlichen Ostallgäu enorm gefördert und durch eine weitere Ausfahrt aus dem Forggensee große Flächen im Landschaftsschutzgebiet für die schweren Kies-Lkw verdichtet und versiegelt.

Neben organisatorischen Fragen der künftigen Ortsvereinsarbeit und des kommenden Bundestagswahlkampfs stand ein Thema im Mittelpunkt der Beratungen des SPD-Ortsvereinsvorstands Füssen: Der Kiesabbau im Forggensee. Verwundert zeigten sich die Mitglieder zunächst über die Tatsache, dass vor zwei Jahren aus dem seinerzeit leeren See kein Kies gefördert wurde und auch in diesem Jahr mangels ausreichendem Abstau den Firmen, die seit Jahrzehnten Kies aus dem Forggensee entnommen haben, dies nicht ermöglicht wurde, obwohl sie dafür eine Erlaubnis hatten. Umso heftiger fiel die Kritik der Vorstandsmitglieder an dem Mitte September vom Landratsamt erlassenen Planfeststellungsbeschluss für eine weitere Arbeitsgemeinschaft aus, der im wesentlichen der Fa. Schmid (Marktoberdorf)  für zehn Jahre erlaubt, bis zu 450.000 Kubikmeter Kies im Forggensee abzubauen.

„Das stellt eine Verdoppelung der bisher der ARGE I, bei der die Füssener  Firma Scheibel federführend ist, genehmigten Kiesmenge dar“, stellte OV-Vorsitzende, Kreis- und Stadträtin Ilona Deckwerth fest, was dazu führe, dass in 10 Jahren die Ressourcen verbraucht seien. Vorstandsmitglied Dr. Paul Wengert wies auf die ökologische Belastung durch rund 120 zusätzliche LKW-Fahrten pro Tag hin. „Das sind über 4.000 Kilometer am Tag mit entsprechenden Diesel-Abgasen der schweren Lkw, Belastung der Straßen, Lärm und Staub für die Anliegergemeinden“, so der frühere Landtagsab-geordnete und ehemalige Füssener Bürgermeister. Die der Fa. Schmid genehmigte zweite Ausfahrt auf die B 16 berge zudem erhebliche Verkehrsgefahren in sich. Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bunds Naturschutz, Hans Hack, verurteilte die mit der Genehmigung verbundene Ausholzung im Uferbereich und an der B 16 sowie die Befestigung und Versiegelung von hunderten von Quadratmetern bisheriger naturbelassener Flächen bzw. Wiesengrundstücke „und das alles im Landschaftsschutzgebiet und in einem ausgewiesenen Biotop und dies ausschließlich in privatwirtschaftlichem Interesse“, wie Hack hervorhob. „Da kehrt das Forschungsschiff „ Nordstern“ mit alarmierenden Ergebnissen im Zusammenhang mit dem Klimawandel aus dem Polareis zurück, und vor Ort wird vom Landratsamt Ostallgäu eine Entscheidung getroffen, die eine unnötige und zusätzliche Umweltbelastung durch den Transport von einigen hunderttausend Tonnen Kies und den dadurch entstehenden Verbrauch von mehreren hunderttausend Litern Diesel in den nächsten zehn Jahren zur Folge haben wird“, drückte er sein völliges Unverständnis aus und konstatierte: „Die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde zu den unnötigen Kiestransporten vom Forggensee zu den Betonwerken nach Marktoberdorf und Haldenwang bei Kempten sowie der Bau einer zweiten Zufahrt in den Forggensee im Landschaftsschutzgebiet und durch ein bekanntes Biotop muss als der umweltpolitische Skandal im Jahre 2020 in unserem Landkreis bezeichnet werden!“ (PM)

 

Einig war sich die Versammlung im ausdrücklichen Lob an die Stadt Füssen, die durch eine sehr differenzierte Entscheidung des Stadtrats vor zwei Jahren weiteren Kiesunternehmen die Überfahrt über ihr Grundstück zwischen See und B 16 versagt hatte. Ihr dürfe nun keinesfalls der „schwarze Peter“ zugeschoben werden, so die ehemalige Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth. Kritik erfuhr auch der Regionale Planungsverband, dessen Stellungnahme „mehr als dürftig“ – so Dr. Wengert – gewesen sei und in der mit keinem Wort auf die Ziele des Regionalplans in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit eingegangen worden sei. Der Bund Naturschutz prüfe die Chancen einer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss, so Hack.


Tags:
Raubbau SPD Kies Allgäu


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