Moderator: Hits der 70er bis Heute
 
 
Der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler Hubert Aiwanger zum Allgäuer Wahlkampfauftakt in Weitnau
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Oberallgäu - Weitnau
Dienstag, 30. Juli 2013

Wahlkampfauftakt der Freien Wähler

Hubert Aiwanger legt sich fest

Ein Niederbayer war den Allgäuern am Abend in Weitnau richtig sympathisch. "Einer von uns" war aus den Reihen zu hören. Damit war weniger die politische Gesinnung von Hubert Aiwanger, dem Bundes- und Landesvorsitzenden der Freien Wähler,  gemeint. Vielmehr schaffte er es, sich als Bürger von nebenan, statt als phrasendreschender Poltiker zu verkaufen. Eine Präsentation die beim Publikum im gut gefüllten Festsaal des Gasthofs Adler in Weitnau (Oberallgäu) bestens ankam.

Warum zum Beispiel eine PKW-Maut einführen, wenn nur fünf Prozent der Autofahrer aus dem Ausland damit überhaupt etwas zur Straßensanierung beitragen könnten. Schließlich würden LKW bereits abkassiert. Da lohne sich nicht einmal Herausgabe einer Vignette, so Aiwanger. Schließlich müsse das auch wieder jemand kontrollieren. Kritik gab es dabei auch an der Europapolitik. "Wir haben es in Europa geschafft, dass alle Grenzen weggefallen sind. Stattdessen müssen wir jetzt dank der Maut überall anhalten und benötigen über fünf Vignetten um durch die Länder zu reisen. Da wäre es doch sinnvoller zu sagen: Österreich bekommt eine Milliarde mehr aus dem europäischen Topf, weil das Land entsprechend viel Transitverkehr hat, statt sich die Scheibe mit lauter Pickerln vollzukleben".

Die Euro-Krise hält er hingegen noch lange nicht ausgestanden und ob "Mutti" (Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist Bundeskanzlerin Angela Merkel) auch alles geregelt habe, werde sich noch zeigen. Er glaube jedenfalls, dass uns das ganze Desaster um den Euro schon noch "um die Ohren fliegen" werde. Für Griechenland sehe er die Möglichkeit mit zwei Währungen zu arbeiten. Man könnte die Drachmen für den nationalen Zahlungsverkehr wieder einführen. So könnten Handwerker oder Lebensmittel mit der Drachmen abgewickelt werden, alles andere weiterhin mit dem Euro. In den Ostblockländern habe es doch früher auch mit mehreren Währungen funktioniert. Neben den jeweiligen Landeswährungen waren die Deutsche Mark und der amerkanische Dollar als Zahlungsmittel akzeptiert.

Ein weiteres Aufregerthema in Bayern ist das achtstufige Gymnasium. Ungeliebt bei vielen Schülern, Eltern und auch Lehrern. Grund: Viel Nachmittagsunterricht und die kompakte Vermittlung des Schulstoffs lassen den Schülern kaum Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Hier sieht Aiwanger die Möglichkeit eines Kompromisses: Er will Wahlfreiheit. Eltern könnten mit ihren Kindern dann entscheiden, ob dieses ein acht- oder neunstufiges Gymnasium besuchen möchte. Eltern auf dem Land würden sich aktuell mehrheitlich gegen den Besuch eines Gymnasiums aussprechen. In den Städten sehe das genau anders herum aus. Es könne doch nicht sein, dass die Abiturienten in Bayern künftig nur noch in den Großstädten herangezogen werden, so Aiwanger. Mit Unterschriften wollen die Freien Wähler ein Volksbegehren zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 durchsetzen. Wie bei den Studiengebühren, könne Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer dann wieder umschwenken, so Aiwanger.

Der Kemptener Stadtrat der Freien Wähler Alexander Hold hatte es zuvor auf den Punkt gebracht: "Als das Volksbegehren gegen die Studiengebühren in Bayern erfolgreich war, da mussten die Freien Wähler- Kandidaten sich auf die Fotos drücken, weil Politiker aller Parteien so getan haben, als hätten sie das erfunden".

Rund 150 Millionen Euro Kaufkraft bringt der Allgäu-Airport in Memmingerberg an Kaufkraft in die Region (Radio AllgäuHIT berichtete). Die größte Unterstützung für den Regionalflughafen wäre es, die dritte Startbahn in München nicht zu bauen, sonst hätten Memmingen und auch Nürnberg zu leiden, so Aiwanger. "Ich bin überzeugt, dass ein weiterer Ausbau des Flughafens in München anderen Flughäfen das Wasser abgräbt. Wir müssen Bayern auf mehrere Beine stellen. München ist mit den zwei Startbahnen gut bedient.

Die große Frage: Koaltion mit der CSU oder doch mit der SPD und den Grünen?
"Für uns ist beides möglich, aber natürlich müsste sich der Koaltionspartner auch auf unsere Themen einstellen. Konkret müsste die CSU eine neunjährige Gymnasialzeit und eine Verabschiedung von einer dritten Startbahn in München akzeptieren, ansonsten würden wir hierfür keinen Handschlag geben. Rot-Grün ist hier in vielen Punkten schon näher an uns, die müssten sich nicht mehr so viel bewegen. Die spannende Aufgabe wird sein, unsere Themen durchzusetzen und dann schauen wir, mit wem wir am Ende am Meisten rausholen können."

Ulrike Müller, Landtagsabgeordnete der Freien Wähler zum Auftritt des Bundes- und Landesvorsitzenden Hubert Aiwanger in Weitnau: "Die Stimmung war gut, die Menschen waren begeistert und ich glaube, dass die Leute festgestellt haben, dass der Hubert Aiwanger nicht so ist, wie er in den Medien oft dargestellt wird. Ich glaube, sie waren alle echt zufrieden über die klaren Aussagen, die er gebracht hat und über die Art und Weise, wie er die Probleme erklärt hat.

Insgesamt hatten etwa 100 Leute den Wahlkampfauftakt der Freien Wähler im Allgäu in Weitnau vor Ort mitverfolgt.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
politik fw bayern allgäu aiwanger hold müller herz



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Positive Entwicklung im Allgäuer Tourismus - Gästeankünfte und Übernachtungen mit Anstieg auch im Herbst
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik nach vorläufigen Ergebnissen der Monatserhebung im Tourismus mitteilt, stieg die Zahl der Gästeankünfte ...
Offener Brief der Bürgerinitiative "Stop Karweidach" - Forderung nach offenen Bürgergesprächen
Am Illerursprung soll ein neues Gewerbegebiet erschlossen werden. Gleichzeitig hat sich zu diesem Thema aber eine Bürgerinitiative "Stop Karweidach" ...
Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel im Allgäu - Diskussion durch die Initiative der IHK Schwaben
Schulpartnerschaften, P-Seminare oder Elternabende – die Gymnasien in Kempten und dem Oberallgäu tun vieles, um ihre Schüler und deren Eltern davon zu ...
Größtes Lebkuchenhaus im Allgäu steht in Memmingen - Das Lebkuchenhaus ist absoluter Besuchermagnet
Das größte Lebkuchenhaus im Allgäu - und mutmaßlich sogar in Deutschland - hat sich zu einem echten Magneten des Memminger Christkindlesmarktes ...
LINKE Kommunalwahlliste im Allgäu - Erstmals treten DIE LINKE zu Kommunalwahlen im Allgäu an
DIE LINKE hat ihr erstes Ziel erreicht. Sie wird bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr im gesamten Allgäu mit eigenen Kandidatenlisten ...
Abzocke durch Geldanlage und Cybertrading - Bayerisches Landeskriminalamt warnt potentielle Anleger
Potentielle Anleger stoßen im Netz immer wieder auf Anbieter von scheinbar besonders lukrativen Investitionsmöglichkeiten, die das schnelle Geld und ...
© 2019 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
DIE LETZTEN 3 GESPIELTEN TITEL
 
EMMA6
Leuchtfeuer
 
Jay Sean feat. Sean Paul
Make My Love Go
 
Pink feat. Khalid
Hurts 2B Human (Midnight Kids Remix)
AKTUELLE BILDERGALERIEN
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Sonthofen-Burgberg
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Gastromesse im C+C Oberallgäu
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
AllgäuHIT startet digitale Offensive
 
 
Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum