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Lindau am Bodensee
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Bodensee - Lindau
Montag, 23. Februar 2015

EV Lindau entscheidet zweites Spiel ebenfalls für sich

Nach diesem Spiel waren sich selbst die erfahrensten Cracks im Lager der EV Lindau Islanders einig: Das haben wir noch nicht erlebt. Es war Drama pur, es war Play-Off und es war das Zeichen dafür, dass alles möglich ist, wenn man nur daran glaubt. 4:3 (0:0, 1:1, 2:2) gewannen die Lindauer beim TEV Miesbach nach Penaltyschießen in einem fast verlorenen Spiel und benötigen nur noch einen Sieg, um die Sensation, den Halbfinaleinzug zu schaffen.

„Mir fehlen die Superlative“, sagte Team- Manager Sebastian Schwarzbart nach dem letzten Penalty. „Aber ich habe daran geglaubt, dass alles was bei uns in dieser Saison in solchen Situationen schief lief irgendwann einmal positiv zu uns zurück kommt.“ Es war in der Tat ein guter Zeitpunkt, selbst einmal Sekunden vor Schluss einen Ausgleich zu erzielen, um dann im Shoot- Out zu triumphieren. Zu oft lief es in dieser Saison anders herum.

Nun, sie wären nicht die EV Lindau Islanders, wenn sie es nicht besonders kompliziert und spannend machen würden. Denn bis zur 56. Minute hatten sie mit 2:1 geführt, ehe sie den Ausgleich in doppelter Unterzahl durch Josef Kottmair kassierten, dabei aber die Scheibe selbst ins Tor abfälschten. Und 37 Sekunden vor der Schlusssirene lagen sie eigentlich schon komplett am Boden, als ein verdeckter Schuss von Alan Reader zum 3:2 im Tor landete.

In solchen Situationen ist Sebastian Buchwieser ein Trainer, der nicht mehr taktiert, sondern entschlossen gegensteuert. Er nahm eine Auszeit, nahm den Torwart vom Eis – obwohl es erst noch Bully am Mittelpunkt gab – und wurde dafür belohnt. Die Lindauer gewannen das Anspiel, brachten den Puck ins Drittel. Tobi Fuchs feuerte die Scheibe Richtung Tor, Jiri Mikesz fälschte ab. Allerdings am Kasten vorbei. Aber Martin Sekera nahm die Scheibe auf, tankte sich vor das Tor durch und versenkte den Puck zum 3:3 unter die Latte im TEV-Tor. Die ganze Dramatik dieser Partie zusammengefasst in wenigen Sekunden, was sich im Penaltyschießen noch steigern sollte.

Vorausgegangen waren dieser finalen Steigerung 60 intensive, Playoff- typische Minuten. Der TEV versuchte mit einer defensiven Grundausrichtung, gepaart mit hartem Körperspiel die Islanders zu beeindrucken, die es allerdings schafften, ihre spielerischen Vorteile anzubringen. Der EVL hatte in den ersten 20 Minuten die besseren Chancen. Die größte stellte eine doppelte Einschussmöglichkeit von Michal Mlynek dar, der bei seinem Alleingang am erneut vorzüglichen TEV- Keeper Anian Geratsdorfer scheiterte. Später hatten die Islanders Pech als die von einem Miesbacher Schlittschuh abgefälschte Scheibe knapp am Tor vorbei schlich.

Mit dem zweiten Abschnitt erspielten sich die Gastgeber vor 425 Zuschauern – davon 50 lautstarke Lindauer Schlachtenbummler – leichte Vorteile. So gerieten mehr und mehr beide Torhüter in den Blickpunkt. Zunächst verhinderte aber Aluminium den ersten Treffer. Zdenek Cech hatte in der 23. Minute ebenso Pech wie Daniel Hilpert in Überzahl auf der anderen Seite. Dort hatte dann auch Varian Kirst, der diesmal im EVL-Kasten stand, einen grandiosen Auftritt mit einem tollen Fanghand- Save in der 30. Minute gegen Andreas Baumer. Allerdings war Kirst zwei Minuten später machtlos, als Stephan Stiebinger in Überzahl aus spitzem Winkel einschießen konnte. Zuvor war der Puck eher unkontrolliert auf dessen Seite gekommen.

Die Lindauer reagierten aber sofort und verschärften das Tempo. Folgerichtig kamen sie zwei Minuten später zu einer vier gegen drei Überzahlsituation. Diese nutzte Lubos Sekula mit einem fulminanten Schlagschuss zum Ausgleich zwei Minuten später. So spektakulär wie dieser Treffer war in der

Schlussminute des Drittels eine erneute Rettungstat von Kirst aus der sich ein Konter für die Islanders heraus entwickelte. Hier scheiterte Philip Haug freistehend an Geratsdorfer.

Auch im letzten Drittel hielten sich beide Teams nicht mit Belanglosigkeiten auf und sorgten für beste Eishockey- Unterhaltung. Schon nach 36 Sekunden waren die Lindauer hellwach. Mit Druck brachte Michal Mlynek die Scheibe zum Tor, hatte ebenso wie Alex Katjuschenko Nachschussmöglichkeiten. Mit wilder Entschlossenheit brachte Letzterer dann die Scheibe im Tor unter – ein Treffer wie man ihn in den Play-Offs erzielen muss. „Es geht nicht um Schönheit, es geht darum, dass die Scheibe drin ist. Das will ich von meiner Mannschaft sehen“, sagte Sebastian Buchwieser. Mit der erstmaligen Führung im Rücken agierten die Islanders anschließend taktisch clever und ließen zunächst wenig zu. In Überzahl hatten sie eine Viertelstunde vor Schluss die Chance zu einem entscheidenden Vorsprung, was aber nicht gelang. Auf der anderen Seite kassierten die Lindauer in der immer hektischer werdenden Schlussphase in den letzten zehn Minuten drei Strafen am Stück. In doppelter Unterzahl wehrten sie sich lange mit Macht, hatten dann aber das oben beschriebene Pech.

Ihr Glück holten sich die Lindauer dann aber verdient zurück. Wie nah Sieg und Niederlage beieinanderliegen zeigte dann das Penaltyschießen. Nachdem Martin Sekera scheiterte, hatte Sebastian Lachner Kirst eigentlich schon überwunden. Die Scheibe ging durch die Beine des Lindauer Torhüters, der sie aber noch leicht berührte, so dass sie am Pfosten landete. Vergleichbares Pech hatte Sascha Paul, der an der Latte scheiterte. Der Rest hatte dann aber viel mit individueller Qualität zu tun: Während Kirst beide Miesbacher Penaltys souverän abwehrte, traf Zdenek Cech mit einem Kunstschuss zum 3:4. Ein Treffer, der im Lindauer Lager einen kollektiven Freudentaumel auslöste. Denn dadurch sind die Islanders nur noch einen Sieg vom größten Erfolg der Vereinsgeschichte entfernt – für den sie am kommenden Freitag aber erneut hart werden arbeiten müssen. 


Tags:
evl halbfinale sport eishockey


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