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Pressekonferenz heute im Landestheater Schwaben in Memmingen
(Bildquelle: Landestheater Schwaben | Silvia Stolz)
 
Memmingen
Donnerstag, 28. April 2016

Frischer Wind im Landestheater Schwaben in Memmingen

Neue Intendantin läutet neue Spielzeit "O Wunder" ein

Das Landestheater Schwaben in Memmingen erfindet sich unter neuer Leitung neu. In der Spielzeit 2016/2017 gibt es unter der Leitung von Intendantin Dr. Kathrin Mädler 17 Premieren, darunter vier Uraufführungen und eine deutschsprachige Erstaufführung. Darüber hinaus erhalten das Landestheater Schwaben und geheimagentur für das gemeinsame Projekt "DIE VEREINIGTEN VERGANGENHEITEN. Ein Überlandkraftwerk der Zukunft" die DOPPELPASS Förderung der Kulturstiftung des Bundes für die Spielzeiten 2016/17 und 2017/18!

Dr. Kathrin Mädler, Intendantin (ab 2016/2017), Peter Kersten Oberspielleiter und stellv. Intendant, Anne Verena Freybott, Chefdramaturgin, sowie Silvia Stolz, Leiterin Kommunikation und Dramaturgin (beide ab 2016/2017), stellten in heutiger Pressekonferenz das neue Erscheinungsbild, die inhaltliche Neuausrichtung und den Spielplan 2016/2017 des Landestheaters Schwaben in Memmingen vor.

DIE SPIELZEIT 2016/2017: O WUNDER!
In der ersten Saison 2016/2017 unter der Intendanz Kathrin Mädlers erwarten das Publikum 17 Premieren, darunter vier Uraufführungen, eine Deutschsprachige Erstaufführung - dabei sind neben zeitgenössischen Autoren und eigenen Stückentwicklungen auch klassische Stoffe und große sinnliche Geschichten. Mal emotional-ernsthaft-nachdenklich, mal brillant-komisch-unterhaltend, lokal und global, ist der neue Spielplan gefärbt. Ein neu gemischtes Ensemble, interessante Regiehandschriften und junge Bühnen- und Kostümbildner erwarten das Publikum des Landestheaters Schwaben. Zudem gibt es neue spannende Formate, wie ein Theater-Tanz-Projekt oder eine Kooperation mit der MEWO Kunsthalle und zahlreiche Theater-Extras – zwei Stücke inszeniert die Intendantin zudem selbst.

VIELES WIRD NEU! AUCH DAS ERSCHEINUNGSBILD
Die Basis des neuen Designs ist als Logo der Stern - poetisch, sinnlich und politisch-kämpferisch  zugleich, soll er vom Landestheater nach ganz Schwaben und darüber hinaus ausstrahlen. Er steht für Leidenschaft, Spielfreude und Mut. Die Rauten innerhalb des Sternes spiegeln wieder, dass das Theater sich als Theater der Stadt Memmingen und in der Funktion als Landesbühne als Stadttheater vieler Gastspielorte versteht. Das neue Corporate Design hat die Grafikerin und Illustratorin Meltem Balkaya aus Nürnberg entworfen, die unter dem Label »Melodesign« arbeitet. Ihre Illustrationen für das Landestheater Schwaben ersteigen aus dem Musterdesign. Diese individuell entwickelte komplexe Bildsprache, die als »musterhaftes Illustrieren von Inhalten« bezeichnet werden kann, verbindet Grafikdesign und Kunst auf spezielle, reizvolle und spannungsgeladene Weise miteinander.

SAISONERÖFFNUNG
Das Landestheater Schwaben startet am 17. September 2016 mit einem Theaterfest voller großer und  kleiner Wunder in die Saison und lädt zum gemeinsamen Feiern ein. Die erste Premiere des  Theaterjahres wird am 30. September 2016 Henrik Ibsens Epos des getriebenen modernen Menschen, PEER GYNT, sein. Regie führt Kathrin Mädler, die neue Intendantin.

DER SPIELPLAN: O WUNDER!
Das Spielzeitmotto O WUNDER! steht für ein Theater, das berühren und bewegen, anstecken und anregen will. Ein Theater, das Gegenwartskunst ist, indem es den Augenblick aufspürt, die richtigen Fragen stellt und den Zuschauer ein kleines bisschen verändert in die Welt entlässt.

Und so steht O WUNDER! für einen Spielplan, der auf eine krisenhafte Zeit reagiert, in der Systeme auseinanderfliegen, Ängstlichkeit und Verzagtheit sich zu Fanatismus verdichten. Gefragt sind jedoch Offenheit, Mut und Aufklärung. Warum auf Wunder warten? Das Theater hat schon immer mit großen Figuren gezeigt, dass der Einzelne, der Idealist, die Welt schultern und verändern kann. So muss nicht zuletzt das Theater selbst Wunder geschehen machen. Der Spielplan 2016/17 befragt die Verfasstheit der scheinbar überforderten Gesellschaft, er sucht nach der Menschlichkeit und deren Wert in Zeiten von Angst und Hass und sehnt sich nach Empathie, für die, die da kommen und die, die schon da sind:

AM PULS DER ZEIT/ZEITGENOSSENSCHAFT
Das wütende Volksstück ICH BIN DAS VOLK, von Franz Xaver Kroetz 1993 anlässlich der damaligen Anschläge auf Asylbewerber- Heime geschrieben, wühlt im braunen Untergrund unseres Landes und wird zum Stück der Stunde, zu Pegida und AfD (Regie: Max Claessen, Premiere 22.4.2017). In der Komödie VORHAUT erzählen die Macher vom Ballhaus Naunynstrasse auf boulevardeske, politisch absolut unkorrekte Art, von den Verwerfungen unserer multikulturellen Gesellschaft (Regie: Peter Kesten, Premiere: 2.6.2017). Mit dem eigens für das Landestheater entwickelten Theater-Tanz-Projekt GLAUBEN (UA, Premiere: 3.6.2017), fragt das Münchner Performance Kollektiv satellit produktion nach den positiven Glaubenserlebnissen der Menschen vor Ort.

In ZWISCHEN DEN DINGEN SIND WIR SICHER (UA), einer Uraufführung der jungen Erfolgsautorin Laura Naumann, versuchen drei Geschwister in einer entvölkerten, apokalyptischen Welt die Reste sozialen Lebens zu beschützen (Regie: Oliver D. Endreß, Premiere: 1.10.2016). Kazuo Ishiguro entwirft in seinem gefeierten und emotionalen am Landestheater erstmals dramatisierten Internats-Roman ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN (DSE) eine Gesellschaft, die Menschen als Ersatzteillager nutzt und die Würde ad absurdum führt (Regie & Bühnenfassung: Thomas Ladwig, Premiere: 8.10.2016).

VERBRENNUNGEN, ein Familiendrama und schon beinahe ein zeitgenössischer Klassiker von Wajdi Mouawad, zeichnet auf berührende Weise Leben und Schicksal einer Frau, die dem Bürgerkrieg im Libanon in den Westen entkommen ist, ohne ihrem Trauma entfliehen zu können (Regie: Kathrin Mädler, Premiere: 21.4.2017).

Und im mehrfach preisgekrönten DIE DEUTSCHE AYŞE erzählt Tuğsal Moğul (Premiere: 26.11.2016) liebevoll und sensibel die Lebensgeschichten dreier türkischer Migrantinnen der ersten Einwanderer-Generation. Die erfolgreiche Produktion wird vom Theater Münster übernommen.

GROßE KLASSISCHE STOFFE
Auch die großen klassischen Stoffe werden auf das Hier und Jetzt überprüft: Zur Spielzeiteröffnung tobt der Ego-Shooter und Selbstoptimierer PEER GYNT über die Bühne (Regie: Kathrin Mädler, Premiere: 30.9.2016), bei Shakespeares ROMEO UND JULIA dreht sich alles um die große Liebe - und ob diese das Trennende einer Gemeinschaft überwinden kann (Regie: Robert Teufel, Premiere: 10.2.2017) und mit Theodor Fontanes EFFI BRIEST in einer eigenen Bühnenfassung (Regie & Bühnenfassung: Pia Richter, Premiere: 15.10.2016) ist ein poetischer Gesellschaftsroman über bürgerliche Sehnsüchte und Träume zu erleben.

UNTERHALTUNG PUR
Theater soll auch immer Unterhaltung sein, hier höchst amüsant: Mit OUT OF ALLGÄU (UA, 23.12.2016) entwickelt Michael Barfuß einen Liederabend über wohlige Heimatgefühle und das aufregend Fremde, eigens für das Ensemble des Landestheaters und inspiriert von Memmingen und der Region. Nick Hornbys kunstkritisches Komödiensolo NIPPLEJESUS (Premiere: 17.2.2017) begründet eine Kooperation mit der MEWO-Kunsthalle und wird dort gespielt, und DER MESSIAS, die Kultkomödie und der
Publikumsrenner nicht nur zur Weihnachtszeit, ist endlich auch am Landestheater zu sehen. Diese Komödie voller Lachsalven wird auch als Silvester-Vorstellung gespielt.

JUNGES THEATER: AUSBAU UND AUFBAU
Ein weiterer wichtiger Aspekt innerhalb der Neuausrichtung des Spielplans ist die Erweiterung des Kinder- und Jugendtheaters - nicht nur für diese Spielzeit - diese wird kontinuierlich angestrebt. In dem Klassenzimmerstück KRIEG (Regie: Christina Gegenbauer, Premiere: 16.10.2016) vertauscht die Bestseller-Autorin Janne Teller auf verblüffende Weise die Perspektiven: Man stelle sich vor, der Krieg wäre bei uns und die Flucht in den Nahen Osten die einzige Rettung. Neben dem Märchen zur Weihnachtszeit, in diesem Jahr PETERCHENS MONDFAHRT in der Fassung des preisgekrönten Gegenwartsdramatikers Philipp Löhle (Regie: Ingrid Gündisch, Premiere: 20.11.2016), entwickelt Anne Verena Freybott mit HEUTE HIER, MORGEN DORT (UA) ein Stück für die lokalen Kindergärten. Das auf die einzelnen Altersstufen abgestimmte Repertoire wird bereits in der Spielzeit 17/18 erweitert, denn das Landestheater hat gemeinsam mit der Autorin Katja Hensel die Förderung des Kinder- und Jugendtheaterzentrums NAH DRAN! für eine Stückentwicklung erhalten. Außerdem richten sich die Spielplanpositionen EFFI BRIEST und ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN gezielt auch an Jugendliche.

NEUE FORMATE: BÜRGERBÜHNE UND THEATER-EXTRAS
Eine zentrale Rolle im Konzept spielt der Dialog mit dem Publikum und die Öffnung des Theaters für möglichst alle Publikumsschichten. Die neue BÜRGERBÜHNE ermöglicht es jeder Altersklasse selbst in einem Spielclub Theater zu spielen oder an verschiedensten Workshops teilzunehmen. Daneben gibt es zahlreiche Angebote, zusammengefasst unter THEATER-EXTRAS, wie Einführungen, Publikumsgespräche, Matineen, Feiern oder zwei Formate, bei denen Überraschungen garantiert sind: In der LATENIGHT, die in dieser Spielzeit unter dem Titel »Wunder des Monats« läuft, sind die Schauspieler ganz anders – absurd, menschlich und höchst spontan – zu erleben. Ganz anders zu erleben und nicht weniger spontan ist auch die Intendantin beim LEAN IN, wenn sie in ihren Salon einlädt.

NEUE ABOS
Die bekannten Abos bleiben erhalten und werden durch weitere ergänzt: Neu hinzu kommt für besonders Theaterbegeisterte das ALLES-DRIN-ABO, bei dem alle Produktionen gesehen werden können; die JUNGE FLATRATE für das Publikum bis 25, die tatsächlich auch als Flatrate zu verstehen ist, also sooft und so viel man möchte für 60 €; und das FAMILIEN-ABO, das Groß und Klein gemeinsam das Theater-Erlebnis ermöglicht. Weiterhin erhalten bleiben die verschiedenen PREMIEREN-ABOS (sechs oder neun Vorstellungen), die WOCHENTAGS-ABOS (acht Vorstellungen), die einen Besuch an einem ausgewählten Tage offerieren, das SONNTAGS-ABO (sieben Vorstellungen) am Nachmittag, das STUDIO-ABO (sechs Vorstellungen) und der bisherige Publikumsrenner, das ALLES GEHT-ABO, bei dem sieben Gutscheine individuell eingesetzt werden können.

Die Reservierung für den Abo-Verkauf beginnt ab sofort. Dies ist an der Theaterkasse möglich. Die Karten für die Silvester-Vorstellung sind ab dem 17. September zu erwerben.

NEUE MEDIEN
Alle Neuigkeiten, aktuelle Termine und Informationen rund um den Spielplan sind ab der kommenden Spielzeit einem alle zwei Monate erscheinenden Leporello zu entnehmen - und natürlich der dann neu gestalteten Website. (pm)


Tags:
landestheater schwaben allgäu owunder



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