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Versuchter Mord in Durach: Prozessauftakt gegen gebürtigen Polen
23.04.2013 - 08:15
Es waren dramatische Stunden um Kempten: Ein 49-jähriger Mann hatte dem Freund seiner Ex-Frau in den Kopf geschossen, später nahm er sie und ihre Mutter als Geisel. Heute steht er vor dem Landgericht in Kempten.
Schon im Juni hatte der gebürtige Pole den Entschluss gefasst, seine Ex-Frau, ihren Freund und sich selbst zu töten. Dazu hatte er für rund 1.500 Euro eine Pistole mit Schalldämpfer und 20 Schuss Munition erworben. Nachdem er erfahren hatte, dass seine Ex-Frau am 8.Juli gegen 16 Uhr den fünften Geburtstag ihrer Tochter feiern wollte, stand für ihn fest, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Zunächst fuhr er zur Wohnung des Freundes seiner Ex-Frau Daniele V. in Kempten- St.Mang. Nachdem der damals 43-jährige geöffnet hatte, fragte er nach seinem Namen und schoss ihm aus nächster Nähe in den Kopf. Anschließend ließ er sein stark blutendes Opfer liegen und nahm an, dass Daniele V. bald verbluten würde. Anschließend machte er sich auf den Weg zur Wohnung der Ex-Frau nach Durach. In der Küche traf er auf Monika S. und erklärte ihr und ihrer Mutter Teresa A., dass er beide nun erschießen werden und dass er bereits Daniele V. erschossen habe. Er drohte mit vorgehaltener Waffe und schüchterte die beiden Frauen so ein. Außerdem versperrte er die Tür - eine Flucht war ausgeschlossen. Dann nahm er sich Zeit für ein Telefonat mit seinen Verwandten in Polen und fragte diese, ob er die Frauen erschießen sollte oder nicht.

Gegen 17:15 Uhr hatte er gegenüber einer inzwischen eingetroffenen Streife der Polizei erklärt, dass er Daniele V. erschossen habe. Für die beiden Frauen konnten die Beamten zunächst nichts tun. Allerdings machte der Angeklagte einen entscheidenden Fehler: Er hatte seine Pistole kurz abgelegt. Diesen Moment nutzte die Mutter der Ex-Frau, um diese aus dem Fenster zu werfen. Der Angeschuldigte verließ daraufhin auf Aufforderung der Polizei die Wohnung und ließ sich festnehmen.

Daniele V. konnte lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Er musste mehrfach operiert werden, überlebte aber den Kopfschuss. Allerdings wird er dauerhaft im Bereich der kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt sein. Zudem leidet er unter einem Verlust der Sehkraft auf seinem linken Auge.

Andreas Josef S. wird heute der Prozess wegen versuchten Mordes mit wissentlicher schwerer Körperverletzung, sowie Bedrohung und Freiheitsberaubung in zwei Fällen und dem unerlaubten Besitz einer halbautomatischen Kurzwaffe gemacht.

 
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