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Die Leverkusener Mannschaft jubelt nach dem Treffer zum 1:0.
(Bildquelle: Torsten Silz/dpa)
 
Samstag, 17. Oktober 2020
Mainz verliert gegen Leverkusen, gewinnt aber Zuversicht

Mainz (dpa) - Nach dem Abpfiff diskutierte Jan-Moritz Lichte heftig mit aufgebrachten Fans.

Zurückhaltend sprach der Trainer des sportlich tief in der Krise steckenden FSV Mainz 05 nach der nächsten Pleite aber nur von einem «Meinungsaustausch» mit einigen der nur 250 enttäuschten Anhänger der Rheinhessen. Überhaupt gaben sich die Mainzer nach dem 0:1 (0:1) am Samstag gegen Bayer Leverkusen alle Mühe, trotz der vierten Niederlage am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga Zuversicht zu verbreiten.

«Wir haben hart gearbeitet und gezeigt, dass wir für den Club alles geben», sagte Jean-Paul Boetius. Zusammen mit seinen Kollegen hatte er Ende September mit einem Spielerstreik für Aufsehen und in dessen Folge für den Rauswurf von Achim Beierlorzer als Cheftrainer gesorgt.

Nachfolger Lichte konnte bei seinem zweiten Spiel als Chefcoach nach dem 0:4 beim 1. FC Union Berlin nicht für die Wende, aber immerhin für ein besseres Auftreten der Mainzer sorgen. «Wir haben viel investiert und Leverkusen musste viel investieren, um zu gewinnen», meinte Lichte.

«Sehr zufrieden» war dagegen Bayer-Trainer Peter Bosz nach dem ersten Saisonsieg durch ein Tor von Lucas Alario (30. Minute). Es war zugleich der sechste Erfolg hintereinander gegen Mainz. Glück hatte Bayer-Profi Edmond Tapsoba, der in der 78. Minute erst die Rote Karte gesehen hatte, aber nach Videobeweis weiterspielen durfte.

Die Begegnung war an Ereignissen und Torszenen arm, aber keineswegs langweilig. Beide Mannschaften attackierten früh, ließen auf beiden Seiten wenig Raum zur Entfaltung. Allerdings zirkulierte der Ball in den Reihen der dominierenden Leverkusen teilweise sehenswert. Die Hausherren störten dabei beherzt und hinterließen im Vergleich zu den Partien bei RB Leipzig (1:3), gegen den VfB Stuttgart (1:4) und in Berlin, einen sehr ordentlichen Eindruck - vor allem in der Defensive.

«Die Mannschaft hat gemeinschaftlich gezeigt, dass sie den Willen hatte, das Spiel zu gewinnen», sagte der Mainzer Sport-Vorstand Rouven Schröder. «Ärgerlich ist das Ergebnis.»

Lichte hatte auf Neuzugang Kevin Stöger verzichtet, da der Österreicher nach dreimonatiger Arbeitslosigkeit noch Fitnessdefizite hat. Auch der begnadigte Adam Szalai, der Ende September ein Anlass für den Spielerstreik war, war nicht im Kader.

Die Mainzer hätten um ein Haar bereits in der siebten Minute in Rückstand geraten können. Ein Faustabwehr ihres Torwarts Robin Zentner landete vor den Füßen von Leon Bailey, der aus gut 20 Meter mit einem Heber nur knapp am linken Pfosten vorbei zielte. Auch die zweite gute Chance hatte Bayer 04. Nach einer Hereingabe nahm Daley Sinkgraven (15.) den in den Strafraum hereinfliegenden Ball volley, doch der Schuss wurde von Jeremiah St. Juste noch abgeblockt.

Nach einer halben Stunde zahlte sich die Überlegenheit der Gäste mit bis zu 70 Prozent Ballbesitz dann doch aus. Nach einer Ecke von Bailey gelang Alario per Kopf das 1:0. Der Argentinier hatte in der Vorsaison schon das Siegtor gegen Mainz erzielt.

Bayer beherrschte auch in der zweiten Hälfte die Partie, hatte aber keine weitere Torchance mehr. Aufregung gab es nur noch in der 78. Minute, als Tapsoba nach einer Notbremse an Karim Onisiwo erst die Rote Karte sah. Die Entscheidung wurde wegen Abseits von Onisiwo annulliert. Leverkusen kann nun mit einem Erfolgserlebnis in die Europa-League-Saison gegen OGC Nizza am Donnerstag starten.

© dpa-infocom, dpa:201017-99-980613/3


Tags:
Fußball Bundesliga Mainz 05 Bayer Leverkusen Deutschland Rheinland-Pfalz Nordrhein-Westfalen


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