Moderator: Ted & Felix
mit Ted & Felix
 
 
Angriff in Christchurch: Polizisten vor der Moschee im Ortsteil Linwood.
(Bildquelle: Mark Baker/AP)
 
Freitag, 15. März 2019
Mindestens 49 Tote bei Angriff auf Moscheen in Neuseeland

Christchurch (dpa) - Bei einem Angriff auf zwei Moscheen in Neuseeland sind am Freitag mindestens 49 Menschen getötet und Dutzende weitere schwer verletzt worden.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern stufte die Attacken in der Stadt Christchurch als «terroristischen Angriff» ein.
Als mutmaßlicher Haupttäter wurde ein 28-jähriger Australier festgenommen, der am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden soll. Zudem gab es zwei weitere Festnahmen. Aus Sorge vor weiteren Angriffen wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor anderen Moscheen verschärft. Die Bluttat löste weltweit Entsetzen aus.


Der Angriff hatte gegen 13.45 Uhr (1.45 Uhr MEZ) in der Al-Nur-Moschee begonnen, die in der Innenstadt liegt.
Zur Zeit des Freitagsgebets drang ein bewaffneter Mann in die Moschee ein und schoss mit einer Schnellfeuerwaffe um sich. In dem Gebäude hielten sich nach Augenzeugenberichten etwa 300 Menschen auf. Auf seinem Kopf trug der Mann eine Helmkamera, die seine Tat filmt. Die erschütternden Bilder waren dann auch längere Zeit im Internet zu sehen. Die Polizei fand in dem Gotteshaus und davor insgesamt 41 Leichen.


Einige Zeit später fielen dann auch in einer anderen, etwa sechs Kilometer entfernten Moschee Schüsse, ebenfalls in Christchurch. Dabei gab es nach Angaben der Polizei mindestens sieben Tote. Ein Verletzter starb später im Krankenhaus. Die Polizei wollte sich nicht näher dazu äußern, ob es sich um denselben Attentäter handeln könnte. Der genaue Ablauf der Tat war auch nach Stunden noch nicht geklärt. 48 Menschen wurden mit Schusswunden in Krankenhäuser gebracht.

Der mutmaßliche Haupttäter wurde später von Beamten in seinem Auto gestoppt. Zwei weitere Verdächtige, die ebenfalls im Besitz von Schusswaffen waren, wurden festgenommen. Eine vierte Person kam wieder auf freien Fuß. Nach Polizeiangaben wurden an Autos auch Sprengsätze entdeckt. Zu den Hintergründen der Tat äußerte sich die Polizei bislang nicht.

Aus Angst vor weiteren Angriffen blieben Schulen und andere öffentliche Gebäude in der Stadt stundenlang verriegelt. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung - insbesondere an Muslime -, zu Hause zu bleiben. Erst am Abend entspannte sich die Lage wieder.

Viele Menschen in dem Pazifikstaat reagierten geschockt. Neuseelands Premierministerin Ardern sprach von einem der «dunkelsten Tage» in der Geschichte des Landes. Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigte, dass einer der Verdächtigen Australier sei. Er sprach von einem «rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen». Als Konsequenz aus dem Terroranschlag wird das Waffenrecht verschärft. «Unsere Waffengesetze werden sich ändern», versprach Ardern.


Im Internet kursiert auch ein 74-seitiges «Manifest», das von dem mutmaßlichen Täter stammen soll und in dem er die Tat ankündigt. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht dazu, ob sie es für echt hält. Auch zu den Opfern gab es bislang keine genauen Angaben.



Weltweit löste die Tat Entsetzen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Attacke sei gegen Muslime gerichtet und damit auch ein Anschlag auf die neuseeländische Demokratie. Auch Länder wie die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Indien, Israel und die Türkei verurteilten die Attacke und drückten Neuseeland ihre Solidarität aus.



In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Viele der etwa 50.000 Muslime sind Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Größte Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum.


Die Stadt Christchurch hat mehr als 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats. Bürgermeisterin Lianne Dalziel sagte: «Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.»


Tags:
Kriminalität Terrorismus Moscheen Angriff Christchurch Terror Neuseeland Australien



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Martin Guth läuft für EV Füssen in der Oberliga auf - 27-Jähriger kommt vom Rivalen aus Sonthofen
Zweiter Neuzugang für den frisch gebackenen Eishockey-Oberligisten EV Füssen. Martin Guth, 27 Jahre alter Stürmer vom ERC Sonthofen, läuft in der ...
Branden Gracel verlängert beim ESV Kaufbeuren - Kanadischer Publikumsliebling verlängert bei Allgäuer DEL2-Club
Was lange währt, wird endlich gut. Eine der wichtigsten Kaderstellen des ESVK ist mit der Vertragsverlängerungen von Branden Gracel nun endlich unter Dach und ...
Beziehungsdrama führt zu Schlägerei am Inselparkhaus - 16-Jährige geraten wegen Mädchen aneinander
In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es vor dem Inselparkhaus in Lindau zu einer Schlägerei mit drei Beteiligten. Hierbei schlugen die beiden 16-jährigen ...
Teppichreiniger verlangen Wucherpreise in Pfronten - Polizei warnt vor Betrügern
Nicht nur bei Schlüsseldiensten, auch bei anderen Dienstleistungen wie Rohrreinigungen oder Teppichreinigern gilt es bei der Auftragsvergabe wachsam zu sein, ...
Mann klaut Obst und Gemüse in Sonthofen - Dunkel gekleideter Unbekannter flüchtet
Am Freitag gegen 13:25 Uhr wurde ein ca. 25 Jahre alter Mann durch den Ladendetektiv eines Supermarktes in der Rudolf-Diesel-Straße in Sonthofen dabei beobachtet ...
LKW-Fahrer nach rund 40 Stunden Fahrt im Allgäu gestoppt - Erfolgreiche Kontrolle bei Holzgünz auf der A96
Ein Lastwagenfahrer (51) ist bei Holzgünz auf der A96 im Allgäu nach knapp 40 Stunden ohne nennenswerte Pausen gestoppt worden. Die Polizeibeamten entdeckten ...
© 2019 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
 
Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum