Moderator: Hits der 70er bis Heute
 
 
RAUBÜBERFALL AUF SCHMUCKGESCHÄFT IN KEMPTEN: TÄTER AUF DER FLUCHT
Von Januar an soll die Menge des geförderten Öls für ein halbes Jahr gesenkt werden.
(Bildquelle: Larry W. Smith/EPA)
 
Freitag, 7. Dezember 2018
Wird Tanken noch teurer? «Opec+» will weniger fördern

Wien (dpa) - Das Ölkartell Opec und verbündete Produzenten wie Russland wollen die Fördermenge des wichtigen Rohstoffs deutlich drücken - die Preise auch für Verbraucher könnten damit anziehen.

Die Gruppe «Opec+» erklärte nach Verhandlungen in Wien, künftig 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl weniger pro Tag aus dem Boden pumpen zu wollen. Darauf einigten sich die insgesamt 25 Staaten am Freitag nach stundenlangen Gesprächen. Für Autofahrer etwa könnte es daher an der Tankstelle teurer werden. Bereits die ersten Gerüchte über die Einigung sorgten für einen deutlichen Anstieg des Ölpreises.

Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, dass die Kürzung ein Zeichen an diejenigen sei, die zuletzt an der Stärke der «Opec+» gezweifelt hätten. Vorausgegangen seien lange und herausfordernde Verhandlungen. Die aktuelle Situation bezeichnete Nowak als eine der «schwierigsten Zeiten für den Markt seit Jahrzehnten».

Die 15 Opec-Länder haben zugesagt, ihre Produktion ab Januar für sechs Monate um 800.000 Barrel Öl täglich zurückzufahren. Die zehn Nicht-Opec-Länder steuern eine Kürzung um 400.000 Barrel am Tag bei. Grundlage ist die Produktion im Oktober 2018. Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih erklärte, dass allein sein Land die Förderung um rund 500.000 auf etwa 10,2 Millionen Barrel Öl pro Tag reduzieren werde. Russland kündigte an, seine Tagesproduktion um 130.000 Barrel zu verringern.

Bereits im April wollen die Staaten die Folgen der Maßnahme bei einer Sitzung in Wien überprüfen. Von der Vereinbarung ausgenommen sind der Iran, Venezuela und Libyen. Insgesamt wird etwas mehr als ein Prozent des weltweiten Ölangebots vom Markt genommen. Die Förderkürzung wird voraussichtlich dazu führen, dass der Ölpreis wieder ansteigt, weil die international verfügbare Menge so verknappt wird.

Vor allem zwischen Saudi-Arabien, dem Iran und dem Nicht-Opec-Staat Russland gab es dem Vernehmen nach viel Gesprächsbedarf. Am Freitag waren die Verhandlungen zunächst um zwei Stunden verschoben worden. Zuvor hatten sich die 15 Opec-Länder nochmals ohne die Verbündeten getroffen. Letztlich begann die Konferenz der «Opec+» rund fünf Stunden später als geplant - war aber dann umso schneller zu Ende.

Die erneute Förderkürzung war nötig geworden, weil der Ölpreis seit Oktober um fast 30 Prozent gesunken ist. So kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zuletzt zeitweise weniger als 60 US-Dollar - im Vergleich zu mehr als 85 Dollar Anfang Oktober. Am Freitagnachmittag stieg der Brent-Preis nach dem Bekanntwerden des «Opec+»-Beschlusses auf 63,04 US-Dollar - 2,98 Dollar mehr als am Donnerstag.

Die Opec-Staaten produzieren derzeit gemeinsam fast 33 Millionen Barrel Öl am Tag - das entspricht rund einem Drittel der weltweiten Ölproduktion. Der Bedarf liegt laut Internationaler Energieagentur (IEA) für 2019 aber nur bei 31,3 Millionen Barrel Opec-Öl täglich.

Über einen akzeptablen Ölpreis sind sich vor allem die beiden Schwergewichte der «Opec+»-Runde uneins. Während Russland mit rund 60 Dollar pro Barrel durchaus zufrieden ist, braucht Saudi-Arabien eher 75 bis 80 Dollar, um genug Einnahmen für den Staatshaushalt zu erzielen. Daher hielt es etwa Analyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank zwischendurch sogar für möglich, dass Saudi-Arabien allein bis zu 1,2 Millionen Barrel Öl aus dem Markt nehmen würde.

In Washington dürfte die Ankündigung der «Opec+» eher kritisch aufgefasst werden. US-Präsident Donald Trump hatte das Ölkartell zuletzt immer wieder aufgerufen, für einen niedrigen Ölpreis zu sorgen. «Die Welt will keine höheren Ölpreise sehen und braucht sie auch nicht!», twitterte er etwa am Mittwoch.

Bisher kam Trump entgegen, dass einige «Opec+»-Staaten ihre Produktion hochgefahren hatten, um die von Trump angekündigten Sanktionen gegen den Iran auszugleichen. Trump hatte ursprünglich erklärt, dass er die Ölexporte des Iran auf Null senken wollte. Letztlich fielen die Sanktionen aber nicht so streng aus, für die wichtigsten Abnehmer iranischen Öls gibt es großzügige Ausnahmen.

Al-Falih sagte, dass er sich aufgrund der Kürzungen nicht um das gute Verhältnis zu den USA sorge. Die Beziehungen seien eng und beträfen viele Themen. Mit Blick auf den angepeilten Ölpreis widersprach er der Einschätzung Trumps: «Ein allzu niedriger Ölpreise ist auch für die US-Wirtschaft nicht gut.»


Tags:
Energie Rohstoffe Öl Opec Ölpreis Benzinpreis International Österreich



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Raubüberfall auf Schmuckgeschäft in Kempten - Täter auf der Flucht - Hinweise über Notruf 110
Raubüberfall am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr auf ein Uhren- und Schmuckgeschäft am Hildegardplatz in Kempten. Die insgesamt wohl drei Täter sind auf ...
Reichsbürger bedroht Polizeibeamte im Allgäu - Großeinsatz in Maierhöfen nach Bedrohung
Beamte der Polizeiinspektion Lindenberg suchten am Dienstag gegen 14.30 Uhr zum Vollzug eines Haftbefehls wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ein ...
3 Punkte im Derby gegen Sonthofen sind Pflicht - Am Freitag gastiert Sonthofen in Lindau, am Sonntag geht es nach Regensburg
Das kommende Spielwochenende startet für die EV Lindau Islanders mit einem Derby am Freitag den 22.02. um 19:30 Uhr in der heimischen Eissportarena. Am Sonntag, den ...
Wichtige Information für alle Allgäuer - Hausnummern deutlich sichtbar anbringen
Die Hausnummern müssen von der Straße aus, der das Haus zugeordnet ist, gut lesbar sein. Unleserliche Hausnummern sind zu erneuern. Hauseigentümer ...
Lindauer Quiz-Night hilft Kindern in Uganda - Traditionelle Veranstaltung am Valentin-Heider-Gymnasium
Bereits zum vierten Mal werden sich am 28. Februar im Valentin-Heider-Gymnasium (VHG) Jugendliche und Erwachsene in Teams für einen guten Zweck durch 100 Fragen aus ...
SpVgg Kaufbeuren veranstaltet Fußballturnier - Einige der besten Fußballtalente Europas vertreten
Kaufbeuren wird zur Bühne für einige der besten Fußballtalente Europas! Bei der SpVgg Kaufbeuren laufen die Vorbereitungen für ein internationales ...
© 2019 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
 
Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum