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mit Thomas Häuslinger
 
 
Insgesamt 100 Obstbäume haben Brigitte und Helmut Brader an ihrem Hof bei Benningen gepflanzt.
(Bildquelle: Stefanie Vögele/Landratsamt Unterallgäu)
 
Unterallgäu
Dienstag, 9. Oktober 2018

Wieder mehr Streuobstwiesen im Unterallgäu

Hohe Förderung ist möglich

Sauber aufgereiht stehen die Flaschen und Gläser in dem niedrigen Kellerraum der Braders. Eingelegte Mirabellen, Zwetschgen, Apfelsaft, Apfelkompott und Marmelade auf vielen Regalen. Die Ernte einer Streuobstwiese eines wahren Prachtsommers - und das Ergebnis vieler Stunden Arbeit. 2011 hat Helmut Brader auf der Wiese neben seinem Hof bei Benningen die ersten Bäume gepflanzt - 75 waren es. Ein Jahr später kamen 25 weitere dazu. Im ganzen Landkreis wurden in den vergangenen Jahren Streuobstwiesen mit rund 700 Bäumen neu angelegt, wie Jens Franke vom Landschaftspflegeverband (LPV) Unterallgäu sagt. „Hinzu kommen die Streuobstwiesen, die im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen angelegt wurden und natürlich der gewachsene Altbestand.“

Allein 2018 wurden im Unterallgäu gut 200 neue Bäume gepflanzt - die Kosten dafür wurden fast vollständig über ein staatliches Förderprogramm und einen Zuschuss des LPV gedeckt. Das Ziel der Initiative: Ortsränder sollen sowohl ökologisch als auch landschaftsästhetisch und kulturhistorisch aufgewertet werden, wie Franke sagt: „Früher gehörte eine Streuobstwiese bei uns zum Ortsrand dazu. Da wollen wir wieder hin.“ Je älter eine Streuobstwiese wird, desto größer wird über die Jahrzehnte auch ihre ökologische Wertigkeit. Wer sich dafür interessiert, eine solche Wiese anzulegen, wird deshalb im Unterallgäu umfassend beraten. Franke hilft in Sachen Fördermittel weiter, der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Markus Orf, gibt beispielsweise Tipps und Empfehlungen, welche Sorten sich für den jeweiligen Standort eignen. Eine große Sortenvielfalt mache die Streuobstwiese auf lange Sicht nämlich deutlich weniger anfällig für Schädlinge oder Wetterextreme, erklärt Orf.

Dem LPV-Geschäftsführer und dem Kreisfachberater ist es wichtig, sich immer wieder ein Bild davon zu machen, wie es den Streuobstwiesen geht, was aus den Bäumen geworden ist. An diesem Morgen gehen die beiden also zusammen mit Helmut und Brigitte Brader durch die Baumreihen. Der Tau klebt an den Stiefeln, es ist so kalt, dass sich Eiskristalle bilden. Noch immer ungewohnt nach den vergangenen heißen Sommerwochen. Diese haben im ganzen Landkreis für eine regelrechte Rekordernte gesorgt. Bei Braders war es heuer noch keine großen Mengen, zu tun hatten Helmut Brader und seine Frau Brigitte mit Pflege, Ernte und Verarbeitung trotzdem mehrere Tage.

Das bestätigt etwas, das Orf bei aller Freude über Neupflanzungen wichtig ist: „Wer eine Streuobstwiese anlegt, muss sich dessen bewusst sein, wie viel Arbeit es macht, die Pflanzen zu pflegen und die Ernte zu verarbeiten.“ „Zwei Tage war ich heuer allein mit Schneiden beschäftigt“, bestätigt Brader und meint mit Blick auf die im Moment noch gut mannshohen Bäume: „Das wird die nächsten Jahre sicher nicht mehr reichen.“ Aber: „So eine Streuobstwiese ist halt einfach schön“, sagt der Landwirt. „Im Frühling bin ich jeden Tag durch die Reihen gelaufen und habe mich gefreut, wenn wieder eine neue Blüte angesetzt hat.“

Nach 15 bis 20 Jahren werden die Bäume allmählich voll tragen, sagt Orf. Wie er seine Ernte dann verwertet, weiß Helmut Brader noch nicht genau. Eventuell will er das Obst an seinem Hof direkt vermarkten oder es an Ort und Stelle mosten. Eine eigene Saftpresse hat er sich dafür sogar schon angeschafft. Im eigenen Keller wird irgendwann jedenfalls nicht mehr alles Platz haben…(pm)

 


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Obst Streuobst Förderung Empfehlung



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