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Die Bahnbrücke in Illerbeuren
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Unterallgäu
Donnerstag, 15. Dezember 2016

Unterallgäu: Landrat blickt auf das Jahr 2016 zurück

Stark in Bildung und Infrastruktur investiert

Die großen Schulsanierungen sind nahezu abgeschlossen, mehrere Kreisstraßen wurden auf den neuesten Stand gebracht: „Der Landkreis Unterallgäu hat auch 2016 wieder stark in Bildung und Infrastruktur investiert“, sagt Landrat Hans-Joachim Weirather beim Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr.

„Ganz besonders freue ich mich, dass das große Schul-Sanierungskonzept, das der Kreistag 2011 auf den Weg gebracht hat, jetzt so gut wie vollständig umgesetzt ist“, betont Weirather. Der Kreistag beschloss damals, alle weiterführenden Schulen zu sanieren, deren Hauptträger der Landkreis ist. „Gebäude, die vorwiegend in den 1970er Jahren gebaut wurden, wurden energetisch sowie im Hinblick auf Barrierefreiheit und Brandschutz modernisiert. Außerdem haben wir sie funktional und schulpädagogisch auf den neuesten Stand gebracht.“ So seien insgesamt mehr als 60 Millionen Euro in die Schulgebäude investiert worden.

Heuer fertig geworden sind die Sanierungsarbeiten am Gymnasium in Türkheim für 16 Millionen Euro. „Die Arbeiten am Schulzentrum Babenhausen für 13 Millionen Euro und am Schulzentrum und Schülerheim Bad Wörishofen für zwölf Millionen Euro kommen in Kürze zum Abschluss.“ In Bad Wörishofen müssten dann im Frühjahr nur noch die Außenanlagen fertiggestellt werden, so Weirather. Ähnlich ist es in Ottobeuren: „Die Baumaßnahmen am Schulzentrum für 19 Millionen Euro wurden zum Großteil abgeschlossen. Lediglich die Arbeiten im Untergeschoss laufen noch bis Fasching.“

Abgeschlossen wurde laut Weirather heuer auch der Ausbau von vier Straßen: ausgebaut wurden die Kreisstraße zwischen Niederrieden und der Memminger Stadtgrenze für 1,65 Millionen Euro, die Kreisstraße zwischen Salgen und Mörgen für 2,1 Millionen Euro und die Ortsdurchfahrten von Herbisried (eine Million Euro) und Amberg (340.000 Euro).

Für die Kreisklinik in Mindelheim habe man dank einer Spende der Firma Grob ein Magnetresonanztomographie-Gerät (MRT), ein Computertomographie-Gerät (CT) und ein Angiographie- und Durchleuchtungs-Gerät angeschafft, sagt der Landrat. „Das MRT, das eine hochauflösende Bildgebung über den ganzen Körper und das ganz ohne Strahlenbelastung ermöglicht, geht in diesen Tagen in Betrieb. Die anderen Geräte folgen Anfang 2017.“

Neben einer guten Versorgung von Patienten sind dem Kreis nach Weirathers Worten auch Senioren und Menschen mit Behinderung ein Anliegen. So sei etwa das Kreis-Seniorenwohnheim St. Martin in Türkheim für 5,2 Millionen Euro saniert worden. „Zudem sind durch unser Seniorenkonzept viele Projekte entstanden, die älteren Menschen das Leben leichter machen“, blickt er zurück. „Acht Kommunen - Mindelheim, Wolfertschwenden, Erkheim, Ettringen, Lautrach, Ottobeuren, Rammingen und Lachen - arbeiten inzwischen auch im Rahmen einer Quartiersentwicklung daran, ihren Ort altersgerecht zu gestalten.“ Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu verbessern, setze man schrittweise einen Aktionsplan mit 70 Maßnahmen um. „Zahlreiche davon sind bereits realisiert oder werden gerade umgesetzt“, zieht Weirather Zwischenbilanz.

Ebenfalls gut voran komme die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts mit 80 Maßnahmen. Ein großes Projekt sei die Umsetzung der Energiewende in der „Modellregion Unterallgäu Nordwest“. „Dabei soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strom- und Wärmeverbrauch in fünf Jahren von heute knapp 40 auf 60 Prozent ausgebaut werden.“

Eine Herausforderung ist Weirather zufolge nach wie vor das Thema Zuwanderung. „Während wir im vergangenen Jahr händeringend nach Wohnraum gesucht haben, stellt sich nun die Frage, wie es weiter geht.“ Auf die geringere Zahl neuankommender Asylbewerber habe man sich eingestellt und lasse Mietverträge auslaufen. Es gebe aber noch viele Unklarheiten, was die anerkannten Flüchtlinge angehe. „Diese dürfen eigentlich nicht mehr in unseren Unterkünften wohnen, wir dulden sie aber, damit sie nicht obdachlos werden und sich die Gemeinden um die Unterbringung kümmern müssen“, erläutert der Landrat. Aktuell leben rund 1500 Flüchtlinge im Unterallgäu.

Ferner war 2016 auch für Weirather persönlich ein besonderes Jahr: er feierte im August sein zehntes Jubiläum als Landrat. „Am 1. August 2006 trat ich dieses Amt an und habe seitdem viel Freude daran.“

Ausblick auf 2017

Auch 2017 hat der Kreis wieder viel vor. Unter anderem ist folgendes geplant:

  • Abschluss der Ausbaubauarbeiten an der Ortsdurchfahrt von Bedernau und der Kreisstraße bis zur Abzweigung nach Baumgärtle für 2,4 Millionen Euro

  • Umbau der unfallträchtigen Kreuzung zwischen Lauben und Erkheim in einen Kreisverkehr für 700.000 Euro

  • Ausbau der Ortsdurchfahrt von Mindelau und der Kreisstraße Richtung Dorschhausen für 1,95 Millionen Euro

  • Instandsetzung der historischen Eisenbahnbrücke in Illerbeuren bis 2018 für 2,2 Millionen Euro

  • Umbau des Bahnübergangs in Ungerhausen in eine Unterführung bis 2018 für 5,7 Millionen Euro   


Tags:
Bildung Infrastruktur Rückblick Allgäu



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