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Feuerbrand erreicht weiteren Allgäuer Landkreis
29.06.2012 - 13:22
Der Feuerbrand ist nach dem Oberallgäu auch im Unterallgäu wieder auf dem Vormarsch.
Jetzt sind die ersten Symptome der Baumkrankheit entdeckt worden, so der Unterallgäuer Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Markus Orf. Er rechnet dieses Jahr mit verstärktem Befall und rät allen Gartenbesitzern, ihren Garten zu kontrollieren, schnell zu handeln und das befallene Pflanzenmaterial möglichst schnell zu entsorgen. „Wenn jeder richtig handelt und befallene Bäume und Sträucher gewissenhaft zurückschneidet, können wir vermeiden, dass diese gefällt werden müssen“, betont Orf.

„Zugeschlagen hat der Feuerbrand, wenn Blüten und Blätter an Apfelbaum oder Zwergmispel welken, sich dunkelbraun bis schwarz verfärben, eintrocknen, absterben und verbrannt aussehen“, erklärt er. „Bei einem Befall biegen sich die Triebe durch den Wasserverlust krückstockartig nach unten.“ Verursacher der Baumkrankheit ist laut Orf das hochinfektiöse, schwer zu bekämpfende Bakterium Erwinia amylovora. Steigende Temperaturen sorgen dafür, dass er sich derzeit auch im Unterallgäu rasant ausbreitet.

„Der Feuerbrand ist vor allem für den Erwerbsobstbau und den Streuobstanbau eine ernst zu nehmende Gefahr“, betont der Kreisfachberater. Doch auch Obst- und Ziergehölze produzierende Baumschulen, öffentliche Grünanlagen und Hausgärten seien bedroht. Von den Bakterien werden laut Orf nach derzeitigem Wissensstand nur Gehölze aus der Pflanzenfamilie der Rosaceae, vornehmlich Kernobst befallen und geschädigt - vor allem Apfel, Birne, Quitte, sowie Weiß- und Rotdorn. Nicht gefährdet seien Steinobstarten wie Kirsche, Pflaume, Mirabelle und Pfirsich oder Beerenobststräucher, aber auch Nadelbäume und Laubbäume wie Flieder, Nussbaum, Kastanie, Ahorn und Gemüsepflanzen. Für Menschen und Tiere besteht laut dem Kreisfachberater ebenfalls keine Gefahr.

Optimale Infektionsbedingungen für den Feuerbrand-Erreger herrschen bei warmem, schwülem Wetter. Nachdem die Bakterien in erkrankten Rindenpartien überwintert haben, vermehren sie sich im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen. An feuchtwarmen Tagen trete aus den befallenen Stellen ein weißlicher, später braun werdender klebriger Bakterienschleim aus. Von hier könne der Erreger durch Insekten wie Blattläuse, Zikaden und Wanzen sowie durch mechanische Verletzungen (wie etwa Hagel oder gärtnerische Schnittmaßnahmen) auf junge Zweige übertragen werden. Bienen, Hummeln, Wespen und Fliegen übertragen die Bakterien mit dem Pollen auf andere Blüten.

„Während im Erwerbsobstbau und bei Vermehrungsbetrieben besondere Regelungen gelten, gibt es für den Haus- und Kleingarten leider keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel“, sagt der Kreisfachberater. Deshalb appelliert an alle Gartenbesitzer, mitzuhelfen, die Verbreitung des Feuerbrands einzudämmen. „Nur wenn jeder seinen Garten gewissenhaft kontrolliert und schnell und richtig handelt, schaffen wir es, eine Ausweitung des Erregers auf noch gesunde Gehölze zu verhindern.“

So bekämpft man Feuerbrand richtig:
- Licht befallene Pflanzen 30 bis 40 Zentimeter nach Befallsende bis in das gesunde Holz zurückschneiden.
- Stark befallene Pflanzen unbedingt roden und an Ort und Stelle verbrennen. Ist dies nicht möglich, muss das infizierte Pflanzenmaterial in geschlossenen Behältnissen an einen gemeindlichen Brandplatz transportiert werden.
- Kleinere Mengen können in geschlossenen Säcken in der Restmülltonne entsorgt werden. Infiziertes Material darf jedoch keinesfalls zu einer Grüngutannahmestelle gebracht oder in die Biotonne gegeben werden!
- Alle Arbeiten ausschließlich bei trockener Witterung vornehmen!
- Verwendete Schnittwerkzeuge sofort nach Gebrauch und vor jedem neuen Schnittobjekt mit 70-prozentigem Alkohol oder Brennspiritus (Einwirkzeit mindestens zehn Minuten) oder besser noch durch Abflammen desinfizieren!

Info: Weitere Informationen gibt Kreisfachberater Markus Orf unter Telefon (08261) 995-256 oder per E-Mail an markus.orf@lra.unterallgaeu.de

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