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Die Kirschessigfliege befällt unter anderem Himbeeren. Typisch für einen Befall ist, dass die Früchte tropfen und einfallen. Verursacht wird dies durch Maden im Fruchtfleisc
(Bildquelle: Karlheinz Geipel/Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft )
 
Unterallgäu
Dienstag, 6. September 2016

Kirschessigfliege zum ersten Mal im Unterallgäu entdeckt

Ein neuer Schädling ist im Unterallgäu angekommen: Die ursprünglich aus Asien stammende Kirschessigfliege wurde laut Markus Orf vom Landratsamt jetzt zum ersten Mal im Landkreis entdeckt. „Die Fliege befällt zum Beispiel Himbeeren, Brombeeren, blaue Trauben oder Zwetschgen und kann sich explosionsartig vermehren“, sagt der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege. Deshalb sollten Gartenbesitzer nun schnell handeln.

Markus Orf rät, betroffene Früchte sofort zu entfernen. „Die Kirschessigfliege befällt alle weichschaligen Früchte, die jetzt reif werden.“ Die Fliege legt in den Früchten Eier ab. Daraus entwickeln sich Maden, die unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch fressen. „Typisch für einen Befall ist eine tropfende Frucht, die nach Most riecht und einfällt“, erklärt der Kreisfachberater.

Hat man befallenes Obst abgepflückt, muss man dieses richtig entsorgen. „Es darf nicht kompostiert oder über die Restmüll- oder Biotonne entsorgt werden, denn dort können sich Eier und Maden ungestört weiterentwickeln“, warnt Orf. Um die Eier und Maden abzutöten, empfiehlt er, befallene Früchte in einen luftdichten Behälter oder in eine Tüte zu geben und mehrere Tage in die Sonne zu legen. Alternativ könne man das Obst mit kochendem Wasser überbrühen oder mehrere Stunden in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel stehen lassen.

Ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen den Schädling für den Haus- und Kleingarten gibt es laut dem Experten nicht. Vorbeugen könne man, indem man reifes Obst zügig aberntet. „Dabei sollten auch keine beschädigten oder vertrockneten Früchte hängen gelassen werden. Dies würde sonst vermehrt Wespen und andere Essigfliegen anlocken.“ Außerdem empfiehlt Orf, dichte Baumkronen und Sträucher auszulichten. Das sorge für eine gute Durchlüftung der Gehölze und könne dem Schädling ebenfalls vorbeugen.

Die Kirschessigfliege stammt aus Ostasien und tritt nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau seit 2014 vermehrt in Süddeutschland auf. Der Schädling ähnelt den heimischen Frucht- oder Essigfliegen. Anders als die heimischen Arten legt die Kirschessigfliege ihre Eier jedoch nicht nur in überreife und verletzte Früchte, sondern befällt bereits reifendes und gesundes Obst. Durch ihren kurzen Lebenszyklus kann sie sich innerhalb kürzester Zeit rasant vermehren und große Schäden anrichten. „Derzeit arbeiten zahlreiche Wissenschaftler in ganz Europa daran, weitere Erkenntnisse über die Lebensweise dieses noch relativ neuen Schädlings herauszufinden, um dann entsprechend Strategien zur Bekämpfung entwickeln zu können“, sagt Markus Orf.

Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.lwg.bayern.de


Tags:
Schädling Befall Fliege Garten


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