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Bad Wörishofen wird Fair-Trade- Stadt
20.08.2012 - 09:48
Am 20.Oktober ist es soweit: bei einem Festakt wird der heilklimatische Allgäuer Kurort Fair-Trade- Stadt. Dann erfolgt die Siegelverleihung an Bürgermeister Klaus Holetschek.
Die Kampagne „Fairtrade Towns“ ist eine weltweit sehr erfolgreiche Aktion, die mit Hilfe des Fairen Handels, ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt setzen und etwas gegen die Armut in den Entwicklungsländern und Schwellenländer tun will. Mittlerweile sind weltweit über 1000 Städte und Regionen in 24 Ländern Fairtrade Towns. Bad Wörishofen soll nun die 100. Fairtrade-Stadt in Deutschland werden. Fairtrade-Stadt zu sein bedeutet auch einen Imagegewinn! Das Kur- und Heilbad kann sich in überregionalen Medien mit diesem Titel präsentieren und dabei deutlich machen, dass eine der fünf Säulen der Kneipptherapie auf einer gesunden Ernährung basiert. Nahrungsmittel aus dem Fairen Handel sind von guter Qualität und kommen immer mehr auch aus ökologischem Anbau. „Bio und Fair“ ist auf dem Vormarsch!

Der Faire Handel ist eine internationale Bewegung, die sich für mehr Gerechtigkeit im Welthandel einsetzt und benachteiligten Produzenten in den Ländern des Südens eine faire Chance gibt, um ihre wirtschaftliche und soziale Existenz dauerhaft zu sichern. Gerechte Preise treiben Kleinbauern nicht in den Ruin, sondern ermöglichen ihnen eine selbstverantwortende Lebensweise, ein Leben in Würde mit Gesundheitsvorsorge, Schulbildung für ihre Kinder und eine soziale Absicherung.

Der Faire Handel kämpft gegen ausbeuterische Handelsstrukturen und fordert eine ethische, den Menschen in den Entwicklungsländern – Schwellenländern – gerecht werdende Handelsbeziehung. Der brasilianische Bischof Dom Helder Camara erkannte schon vor über 40 Jahren: „Eure Almosen könnt ihr behalten, wenn ihr gerechte Preise bezahlt.“

Der gemeinnützige Verein TRANSFAIR wurde 1992 gegründet und wird von 36 Institutionen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Evangelische und Katholische Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung und Soziales getragen, sowie unterstützt von der EU, der Bundesregierung verschiedenen Parteien und engagierten Einzelpersonen.

Der Verein selbst handelt nicht mit Waren, sondern vergibt das Fair Trade-Siegel für fair gehandelte Produkte und somit dem Verbraucher die Sicherheit fair gehandelte Waren zu kaufen. Außerdem vermittelt der Verein Marktzugänge zu fairen Bedingungen für Produzentengruppen aus benachteiligten Regionen des Südens. Der Faire Handel fristet kein Nischendasein mehr, denn mit über 8000 Produkten ist er ein riesiger Wirtschaftsfaktor mit steigender Tendenz. Fairtrade ist eine Erfolgsge-schichte!

Weitere wichtige Kriterien für die Vergabe des Transfair-Siegels an Produzenten sind: Verbot von illegaler Kinderarbeit und Zwangsarbeit – menschenwürdige Ar-beitsbedingungen – garantierte Mindestpreise – Fair Trade-Prämien für soziale Pro-jekte. Bereits schon am 25. Mai 2011 hatte der Stadtrat von Bad Wörishofen in der Sitzung des Ausschusses für bürgerliches Engagement und Soziales auf Anregung des Eine-Welt-Arbeitskreises einstimmig beschlossen, eine Fairtrade-Stadt zu werden.

Dazu mussten verschiedene Kriterien erfüllt sein: Unter anderem wurde eine lokale Steuerungsgruppe gegründet, zu deren Vorsitzendem als Quartiersmanager Wolf-gang Brückmann berufen wurde. Weitere Mitglieder der Steuerungsgruppe sind Ilse Erhard, Stadträtin und Leiterin des „MehrGenerationenHaus“, Christina Kistler für Kolping und Katholische Pfarrei St. Justina, Christine Tornow vom Kreisjugendring, Traudel Schattenmann vom Eine-Welt-Arbeitskreis. Weiter sollten im Rathaus, bei Sitzungen des Stadtrates, in städtischen Dienststellen Kaffee und andere Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Weitere Möglichkeiten konkreten Engagements sind zum Beispiel fair gehandelten Blumen und Geschenkkörbe mit Produkten aus fairem Handel bei entsprechender Gelegenheit zu verschenken.

Die Steuerungsgruppe hat in den letzten Monaten versucht, viele Geschäftsinhaber, Cafe- und Restaurantbesitzer, Blumengeschäfte, Schulleiter und Vereinsvorsitzende für die Idee des Fairen Handels zu gewinnen. Viele der Angesprochenen waren bereit, sofern sie nicht schon Produkte mit dem Transfair-Siegel im Sortiment hatten, solche gesiegelten Produkte neu in ihr Angebot aufzunehmen. Eine weitere Aufgabe der Steuerungsgruppe ist die ständige Information der Bürge-rinnen und Bürger über den Fairen Handel und darauf, dass sich die Stadt Bad Wö-rishofen weiterhin für einen gerechten Handel einsetzt. Wir wollen den Fairen Handel und seine guten Wirkungen bekannter machen und dadurch beitragen, die Welt ein bisschen gerechter zu machen. [ Pressemitteilung Bad Wörishofen / AllgäuHIT ]

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