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Symbolbild Feuerwehr
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Ostallgäu - Mauerstetten
Montag, 24. Dezember 2018

Zusammenarbeit der Feuerwehren im Ostallgäu

Gemeinsame Sache bei der Feuerwehr!

Gemeinsam geht vieles einfacher und besser als einzeln! Diese Tatsache hat 9 benachbarte Gemeinden im nördlichen Landkreis Ostallgäu dazu bewogen, eine umfangreiche interkommunale Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen einzugehen.

Bereits seit Jahren mahnt die Kreisbrandinspektion bei den meist kleineren Feuerwehren an, dass nicht alle Vorschriften im Bereich Schlauchpflege und –wartung, Kleiderwäsche und Atemschutzpflege so erfüllt werden, wie es nach den Vorschriften eigentlich der Fall sein müsste. Ursache dafür ist nicht etwa mangelndes Engagement der Aktiven, sondern fehlende Ausstattung und Räumlichkeiten in den Feuerwehrgerätehäusern, da einzelne Gemeinden mit der teuren und aufwendigen Technik finanziell überfordert sind.

Aus diesem Grund hatten sich bereits Mitte 2017 die 9 Bürgermeisterkollegen zusammengesetzt und überlegt, ob man die notwendigen Arbeiten gemeinsam in einem interkommunalen Verbund lösen könne. Nachdem es letztlich um die Sicherheit der einzelnen freiwilligen Feuerwehrler geht, war man sich bald einig, dass man den dringenden Handlungsbedarf gemeinsam angehen wolle. Gefördert wurde diese
Idee noch durch die Tatsache, dass in der Gemeinde Germaringen ohnehin der Neubau eines
Feuerwehrgerätehauses anstand und dies auch noch geografisch recht zentral in der Mitte der beteiligten Gemeinden liegt.

Auch die Feuerwehren hatten sich schon länger mit den Überlegungen getragen, zusammenzuarbeiten und insbesondere einen gemeinsamen Schlauchpool zu schaffen, der den einzelnen Wehren Verantwortung und Kosten abnimmt.

Nachdem es im weiten Umkreis kein vergleichbares Projekt gab, mussten viele Details erarbeitet werden; was ist die geeignete Rechtsform? Wie sind die steuerlichen Aspekte, auch im Hinblick auf das neue Umsatzsteuerrecht? Wie werden Verantwortlichkeiten definiert? Welche Förderungen sind möglich? Wie kann eine Abrechnung erfolgen und viele andere Fragen mussten geklärt werden.

Nachdem sich abzeichnete, dass man gemeinsame Sache machen wollte, wurde die –schon fertige– Planung des Gerätehauses Germaringen nochmals modifiziert, um die notwendigen Räumlichkeiten zu schaffen. Es wird dort jetzt folgendes eingerichtet:

  • Atemschutzwerkstatt zur umfassenden Wartung und Prüfung der Atemschutzausrüstung.
  • Schlauchwasch‐ und prüfanlage zur Reinigung und fachgerechten Prüfung des Schlauchmaterials verbunden mit der sofortigen Einrichtung eines gemeinsamen Schlauchpools für alle beteiligten Feuerwehren. Damit können jederzeit benutzteSchläuche abgegeben und saubere, geprüften Schläuche sofort wie der mitgenommen werden.
  • Ausrüstung für die Reinigung und Imprägnierung der persönlichen Schutzausrüstungder Feuerwehrkameraden (Waschmaschine und Trockner).

Die Gemeinden wurden von Beginn an in der Idee bestärkt vom Bayerischen Gemeindetag, von der Kreisbrandinspektion Ostallgäu und letztlich bis hin zu Innenstaatsekretär Gerhard Eck und dem damaligen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, die sich für eine erhebliche staatliche Förderung dieses Projektes stark gemacht haben. Den Gemeinden war es immer wichtig, eine deutliche Verbesserung und Entlastung für ihre Feuerwehren zu erreichen, es sind in den beteiligten 18 Feuerwehren rund 800 Wehrmänner und –frauen aktiv! Gleichzeitig sollte der bürokratische Aufwand und damit die Kosten so gering wie möglich gehalten werden.

Im Ergebnis wurde nach vielen Gesprächen und den Zustimmungen aller Gemeinderäte eine
Zweckvereinbarung zwischen den neun Gemeinden geschlossen, die Gemeinde Germaringen
betreibt im neuen Gerätehaus das Servicecenter für alle 18 Feuerwehren und stattet dieses auch mit dem notwendigen Personal und der entsprechenden Ausstattung aus. Die Kosten werden nach einem festen Verteilerschlüssel auf die Gemeinden umgelegt, der sich aus dem vorhandenen Material (Schläuche, Atemschutzgeräte und Schutzanzüge) errechnet.

Am 18. Dezember haben die 9 Bürgermeister nun die Zweckvereinbarung unterzeichnet und
damit den Grundstein für ein „großartiges Projekt“, so Kreisbrandrat Markus Barnsteiner, gelegt. Baubeginn für das neue Gerätehaus in Germaringen wird im kommenden Jahr, Fertigstellung und damit Inbetriebnahme des Servicecenters soll im Jahr 2020 sein. (pm)


Tags:
Feuerwehr Zusammenarbeit Gemeinsam Gemeinden



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