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Ostallgäu - Marktoberdorf
Freitag, 13. November 2020

Modellregion Ostallgäu startet neue Initiative

Wie kann es sein, dass es in der Gastwirtschaft Stegmühle in Hörmanshofen im Ostallgäu kein Fleisch von Hörmanshofener Bauern gibt? Das fragten sich Landwirt Michael Filser und Gastwirt Clemens Höfle. So entstand die Idee zum Pilotprojekt „Hörmanshofener Bio-Kalb“. Zusammen mit Florian Timmermann von der Öko-Modellregion Ostallgäu entwickelten sie das Konzept zur Aufzucht und Direkt-Vermarktung vor Ort. Mit ins Boot holten sie den Lebensmittelladen „Bei Linders“ im benachbarten Biessenhofen.

Die meisten männlichen Kälbchen werden schon 14 Tage nach der Geburt an einen Mastbetrieb verkauft. Michael Filser lässt den Nachwuchs nun bei der Mutter – kuhgebundene Kälberaufzucht nennt sich das. Dabei bleiben Kuh oder in manchen Fällen auch eine Amme und das Kalb monatelang beieinander. Schneller als ihre flaschenaufgezogenen Artgenossen fangen sie an Gras und Heu zu fressen, was für ihre körperliche Entwicklung und Gesundheit nur positiv ist. Die ersten beiden Kälber aus der Aufzucht von Bio-Bauer Filser sind nun schlachtreif. Die Tiere werden im nur rund fünf Kilometer entfernten Schlachthäusle Ruderatshofen von Metzger Bene Fischer fachgerecht zerlegt und zugeschnitten. Clemens Höfle von der Gastwirtschaft Stegmühle in Hörmanshofen, nimmt ein ganzes Kalb. „Das ist schon was ganz besonderes, dass ein Koch noch ein ganzes Tier verwertet“, betont Timmermann. Der passionierte Koch Clemens Höfle freut sich auf die Herausforderung – auch in Corona-Zeiten. Seine Gerichte aus dem Hörmanshofener Bio-Kalb können ab Anfang Dezember „to go“ in seiner Gastwirtschaft bestellt werden. Gerichte und Zeiten sind aktuell auf der Homepage unter www.gasthof-stegmuehle.de zu finden.

Ein weiteres Kalb nimmt „Bei Linders“ in Biessenhofen ab. Interessierte Endverbraucher können hier ab sofort Bio-Fleisch aus dem Nachbardorf vorbestellen, die Auslieferung wird voraussichtlich ab dem 30. November stattfinden. Linder bietet verschiedene Kilopakete vom Hörmanshofener Bio-Kalb an, bei denen neben ganzen Fleischstücken auch immer bestimmte Mengen an Hackfleisch dabei sind. So wird die ganze Fleischmenge verwertet und vermarktet. „Ökologischer und regionaler geht’s nicht.“ So bringt es die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker auf den Punkt. Für sie ist das Pilotprojekt wegweisend, um so mit der direkten Umsetzung vor Ort etwas Greifbares zu schaffen, eine Bewusstseinsbildung beim Endverbraucher zu erreichen. Auch der Bioland Verband ist begeistert und begleitet das Projekt. „Kürzer kann die Wertschöpfungskette auf jeden Fall kaum sein“, freut sich auch Timmermann und hofft, dass dieses Beispiel viele Landwirte, Gastronomen und Dorfwirte animiert, auch in ihrem Ort solche Initiativen zu starten. Die Öko-Modellregion Ostallgäu steht dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite. Alle Infos und Kontaktdaten unter www.oekomodellregion-ostallgaeu.de.


Tags:
Bio Direktvermarktung Modellregion Allgäu


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