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Der Allgäuer Tim Grabowski überzeugte mit seiner Leistung im Solo- und Teamdurchgang
(Bildquelle: Brenda Franco und Regina Glas)
 
Ostallgäu - Halblech
Dienstag, 2. August 2016

Drachenflieger aus dem Allgäu wird erneut Weltmeister

Tim Grabowski aus Halblech im Interview

Teilnehmer aus 8 Nationen kämpften um den Titel. Nach 9 Durchgängen holte sich Tim Grabowski aus Halblech in Bayern nach 2014 erneut den Weltmeistertitel im Drachenfliegen vor Christopher Friedl und Wolfgang Kothgasser (beide AUT).

In der Teamwertung errang Deutschland Silber hinter Österreich und vor Japan.

Im Starrflügelteam waren neben Tim Grabowski (Halblech/Bayern) noch Norbert Kirchner (Niederlauer/Bayern) und Jochen Zeyher (Gundelfingen/BaWü) nominiert. Markus Hanfstängl (Bad Tölz/Bayern), Robert Bernat (Berlin), Dieter Müglich (Stephanskirchen/Bayern); Dirk Ripkens (Kaeveler/NRW), Peter Friedemann (Bretten/BaWü) Markus Kirchner (Niederlauer/Bayern) und Ralf Miederhoff (Sundern/NRW) ergänzten die deutsche Mannschaft. Teamchefin Regina Glas (Gmund/Bayern) betreute das Team.

Spannender Showdown

Der erste Wettkampftag ging weniger gut los. Bei schwacher Thermik landete Tim Grabowski frühzeitig und platzierte sich nur auf Rang 14, es führte der Franzose Patrick Chopard. In der Teamwertung lag Deutschland auf Rang 2 hinter Frankreich. Der zweite Wettbewerbstag gestaltete sich erfolgreicher für das deutsche Team. Tim Grabowski konnte sich mit einem zweiten Platz auf den achten Gesamtrang nach vorne schieben. Mit zwei Tagessiegen und zwei weiteren zweiten Plätzen arbeitete sich Tim Grabowski bis zum vorletzten Tag auf Rang 1 vor Wolfgang Kothgasser (AUT) und Christopher Friedl. (AUT).

Der letzte Durchgang entwickelte sich zum Krimi. Die Wege der zwei Führenden Tim Grabowski und Wolfgang Kothgasser trennten sich früh. Wer erwischt die bessere Spur? Teamchefin Regina Glas sah auf dem Weg ins Ziel einen Drachen landen. Mit Hilfe eines Fernglases erkannte sie den österreichischen Konkurrenten Wolfgang Kothgasser, der frühzeitig landen musste. Das war die Chance für Tim Grabowski, den WM-Sieg erneut zu holen. Tim Grabowski flog die Konkurrenten an diesem Tag in Grund und Boden und gewann den letzten Durchgang souverän. Damit war der WM Titel 2016 sicher.

Teamsilber für das deutsche Team

In der Teamwertung wurde es am letzten Tag noch mal spannend. 758 Punkte Vorsprung hatten die Österreicher auf die deutsche Mannschaft rausgeflogen.

Im Ziel fieberte Teamchefin Regina Glas mit ihren Assistenten. Neben Tim Grabowski flog Jochen Zeyher als Dritter ins Ziel. Noch kein Österreicher in Sicht. Erst viel später kam der erste Österreicher über die Ziellinie. Am Ende fehlten 165 Punkte auf dem Konto und die Goldmedaille in der Teamwertung ging an Österreich, Silber an Deutschland und Bronze an Japan.

Tim, was fasziniert Dich am Drachenfliegen?

Ich habe mit dem Drachenfliegen angefangen, weil Fliegen mich schon immer fasziniert hat. Keine Art des Fliegens ist so vogelähnlich, so frei und den Wind im Gesicht. Mit meinem Starrflügler Atos habe ich für mich den besten Kompromiss aus Leistung, Sicherheit und akzeptablem Aufwand gefunden. Ich liebe das Streckenfliegen in den hohen Bergen und das wieder zu Hause landen.

Was glaubst Du, hast Du bei der WM besser gemacht als die Konkurrenz?

Ich bin trotz Pech im ersten Durchgang die Tage entspannt angegangen. Eine WM ist lang und dass ich den ersten Tag nicht gleich gewinnen konnte, war kein Malheur für mich. Ich war dann konstant und jeden Tag ganz vorne dabei.

Nach zwei Ruhetagen bin ich immer wieder super motiviert in den nächsten Tag gegangen. Natürlich hatte ich auch die richtige Portion Glück im richtigen Moment.

Was sagst Du zu Deinem Erfolg?

Für mich ist mit dem ersten Weltmeistertitel 2014 - und das meine ich wirklich so - ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Das Fliegen im Wettbewerb mit den besten Piloten der Welt macht mir riesigen Spaß. Dass ich diesen Erfolg nun wiederholen konnte, freut mich umso mehr, da die Konkurrenz dieses Mal noch stärker geworden ist.

Regina Glas - Teamchefin

„Ich bin megastolz auf Tim und auf meine Mannschaft. Sie haben den Erfolg mehr als verdient. Tim kenne ich seit seinem 16ten Lebensjahr und ich wusste immer, dass er großes Potenzial hat. Eine WM zu gewinnen, dazu gehört viel Flugerfahrung und Disziplin. Das alles hat er bewiesen. Er ist sensationell geflogen und hat große mentale Stärke gezeigt. Das ganze Team hat super zusammengearbeitet und sich ideal ergänzt und gegenseitig gestärkt.“

Hintergrundinformationen

Drachenpiloten nutzen die Sonne und den Wind, um sich mit Hilfe von aufsteigender Luft (Thermik) am Himmel halten zu können. Von einem Aufwind zum anderen versuchen sie eine vorgegebene Route abzufliegen. Mit Hilfe eines GPS-Gerätes orientieren sich die Piloten. Die Instrumente zeichnen den Flug auf. Am Ende werden die Tracks ausgelesen und kontrolliert, ob alle Wendepunkte regelkonform angeflogen wurden. Das Ziel ist, die festgelegte Strecke möglichst schnell zu bewältigen. Bei den Weltmeisterschaften in Krusevo wurden Strecken von 80 km bis zu 200 km geflogen.

Ergebnisse:

Starrflügler FAI 5

1. Tim Grabowski (GER)

2. Christopher Friedl (AUT)

3. Wolfgang Kothgasser (AUT)

 

Teamwertung

1. Österreich

2. Deutschland

3. Japan

 


Tags:
drachenflieger weltmeister allgäu Tim Grabowski



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