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Ostallgäu - Füssen
Dienstag, 2. März 2021

Füssener Tourismusbilanz 2020: Weniger und andere Gäste

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr in Füssen nicht nur zu deutlichen Rückgängen bei den Gäste- und Übernachtungszahlen geführt – auch die Klientel hat sich dadurch verändert. Dank einer außerordentlich guten Sommersaison konnte sich Füssen im Pandemiejahr unter den „Übernachtungsmillionären“ im Allgäu behaupten. Mit 1.093.897 Gästeübernachtungen insgesamt war 2020 ein Minus von rund 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.

Bereinigt man die Vergleichszahlen zusätzlich um die Übernachtungen der Zweitwohnungsbesitzer, die – teilweise pauschaliert, teilweise tagesgenau berechnet – 2020 erstmals in die Bilanz eingeflossen sind, beträgt der Einbruch gegenüber 2019 sogar fast 27 Prozent. Dass die 300.493 Gästeankünfte (ohne Zweitwohnungsbesitzer) im Vergleich zu 2019 einen Rückgang von mehr als 45 Prozent markieren, ist dem pandemiebedingten Einbruch des Auslandstourismus geschuldet. Statt der internationalen Gäste, von denen vor allem die Überseetouristen üblicherweise kurze, teilweise einnächtige Aufenthalte buchen, logierten 2020 vor allem Gäste aus Deutschland in den Füssener Hotelbetten. Diese Entwicklung sorgte für eine Steigerung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,6 in 2019 auf 3,5 Übernachtungen in 2020.

Lässt man die nicht exakt zu ermittelnden Übernachtungen von kurbeitragspauschalierten Campern und Zweitwohnungsbesitzern in ihren ausschließlich eigengenutzten Zweitwohnungen sowie von Gästen ohne Herkunftsangabe auf dem Meldeschein unberücksichtigt, hatte das Übernachtungsaufkommen der Inlandsgäste 2020 einen Anteil von 91,5 Prozent an den Gesamtübernachtungen und lag damit 17,3 Prozent über dem Vorjahresanteil. Die „großen Drei“ der Inlandsquellmärkte waren einmal mehr Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Hessen und Rheinland-Pfalz. Schmerzhaft für die Auslandsspezialisten unter den Füssener Gastgebern waren die erheblichen Rückgänge von 80,4 Prozent bei den Auslandsgästen und 75,6 Prozent bei den durch sie generierten Übernachtungen. Dabei kamen die internationalen Gäste vor allem aus den europäischen Nahmärkten. Lagen 2019 noch China und die USA an der Spitze der Auslandsquellmärkte, so wird das 2020er-Ranking angeführt von der Schweiz und den Niederlanden.
Die vielen Stornierungen von Reisegruppen aus Übersee dürften auch für die überproportionalen Rückgänge in Füssen-Stadt (Übernachtungen: minus 28,4 Prozent; Gäste: minus 45,1 Prozent; jeweils ohne Eigenaufenthalte von Zweitwohnungsbesitzern gerechnet) und Bad Faulenbach (Übernachtungen: minus 45,4 Prozent; Gäste minus 68,3 Prozent; jeweils ohne Eigenaufenthalte von Zweitwohnungsbesitzern gerechnet) verantwortlich sein, da sich in diesen beiden Stadteilen die meisten auf dieses Marktsegment spezialisierten Hotels befinden.

Zwischen den Lockdowns bessere Bettenauslastung
Nachdem der Tourismus zu Jahresbeginn 2020 gut angelaufen war und im Januar und Februar Übernachtungszuwächse von 12,9 und 18,7 Prozent erzielt werden konnten, spiegelt die weitere Verteilung der Übernachtungszahlen nach Monaten die Lockdown-Phasen der bayerischen Hotellerie, die von Mitte März bis Ende Mai und dann wieder ab November 2020 keine Gäste beherbergen durfte: 78,8 Prozent der Gesamtübernachtungen im Ortsgebiet fielen im Zeitraum Juni bis Oktober an (ohne pauschalierte Camper und Eigenaufenthalte von Zweitwohnungsbesitzern gerechnet). Während der Re-Start der Übernachtungsbetriebe im Frühsommer zunächst zögerlich anlief (Juni: minus 22,1 Prozent Übernachtungen), erreichten die Übernachtungszahlen (jeweils ohne pauschalierte Camper und Eigenaufenthalte von Zweitwohnungsbesitzern gerechnet) in den Monaten August (plus 1,2 Prozent) und vor allem im September (plus 9,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr neue Spitzenwerte.
Basierend auf dem Übernachtungsaufkommen ohne Camping- und Wohnmobilplätze sowie eigengenutzte Zweitwohnungen, war 2020 jedes Gästebett am Ort an durchschnittlich 112 Tagen belegt. Zieht man die belegungslosen Lockdown-Phasen ab, entspricht das bei 232 Öffnungstagen 2020 einer Jahresauslastung von 48,4 Prozent. Die Übernachtungen in Sanatorien und in der Fachklinik Enzensberg sind dabei nicht berücksichtigt, da für diese Häuser 2020 kein Lockdown, sondern nur eine teilweise Bettenreservierung für Corona-Notfälle galt. Damit wurde 2020 sogar eine bessere Bettenauslastung als 2019 erreicht: Damals lagen die Vergleichswerte (ohne Übernachtungen Sanatorien und Fachklinik) für das Gesamtjahr mit 365 Öffnungstagen bei 154 Belegtagen, was einer durchschnittlichen Auslastung von 42,2 Prozent entsprach.

„Die Verwerfungen durch die Corona-Pandemie sind mit nichts vergleichbar, was wir in den letzten Jahren im Tourismus erlebt haben“, lautet das Fazit von Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier zur jüngsten Tourismusbilanz. „Für den Gast ging es bei seinem Urlaub nicht allein darum, was er sich wünscht und finanzieren kann, sondern welche Urlaubsmöglichkeiten ihm überhaupt offenstehen, die darüber hinaus noch möglichst sicher sein sollen. Die starke Nachfrage in der Hauptsaison ist somit eine Folge aus einer Zwangssituation einerseits, aber andererseits auch der sehr hohen Attraktivität und Begehrlichkeit geschuldet, die die Urlaubsregion und die Marke Allgäu über die letzten Jahre aufgebaut haben.“


Tags:
Tourismus Bilanz Gäste Allgäu


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