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Celine Häußerer, Hannah Mielke und Laura Greis aus Roßhaupten springen beim Ring des Nibelungen
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Ostallgäu - Füssen
Mittwoch, 9. September 2015

Der Ring des Nibelungen mit Allgäuer Unterstützung

Beim “Der Ring des Nibelungen“ in Füssen werden am Wochenende auch Allgäuer Künstlerinnen und Künstler dabei sein. Die klassische Groß-Produktion, die ab dem kommenden Samstag in Füssen zu sehen sein wird, bekommt dabei Unterstützung von Trommlern der Tänzelfest-Knabenkapelle aus Kaufbeuren. Zudem werden zum Auftakt von Wagners Tetralogie, dem “Rheingold“, drei Trampolinspringerinnen aus Roßhaupten mit auf der Bühne stehen.

Aufgeführt und inszeniert wird der “Ring des Nibelungen“ von rund 230 Mitwirkenden der Nationaloper Sofia, die seit dem vergangenen Wochenende bereits mit den letzten Proben im Festspielhaus begonnen hat. Die drei Trampolinspringerinnen Sedin Häußerer, Hanna Mielke und Laura Greis aus Roßhaupten, hatten am Abend ihre erste richtige Probe. Der Auftrag:

"Wir sind Fische, wir lösen die Schauspieler auf der Bühne ab, wir wechseln die Rollen und die singen dann nach uns. Direkt wissen wir zwar selber nicht wirklich, worum es in dem Stück eigentlich geht aber wir lassen uns einfach überraschen und versuchen die Szene so gut wie möglich zu machen."

Bei ihrem Auftritt werden die drei Mädchen gleich in der ersten Szene, die auf dem Grund des Rheins spielt, ihren Einsatz haben. Wenn die drei Rheintöchter, die das Rheingold bewachen, die Bühne verlassen, soll ein fliegender Wechsel stattfinden. Ein bißchen Aufregung ist schon dabei:

"Man hat schon etwas Angst, dass man es nicht so hinbekommt, wie die es eigentlich wollen, mormal haben die ja auch echte Tänzerinnen oder Turnerinnen. Und wir wussten ja auch gar nicht, was da auf uns zukommt. Wir waren aber alle positiv und freuen uns, dass wir da dabei sein dürfen, das ist schon eine Ehre. Man hat auch Angst, noch viel zu vermasseln, weil wir eröffnen das Stück ja so gesehen auch, das ist halt dann mit das Erste, was man dann sieht."

Das Trampolinspringen an sich ist für die Mädchen nichts Neues. Immerhin waren alle drei schon bei derartigen Aufführungen dabei. Bereits seit einigen Jahren werden in Füssen bekannte Musicals wie “Der König der Löwen“ in sportlichen Versionen aufgeführt: als Akrobatik Musical mit Trampolin, Kasten, Pferd und Matten. Für Spielleiter Alu Meiershofer, der die Mädchen dafür jeweils trainiert, ist der “Ring“ jetzt auch eine spannende Sache. Als der Anruf kam, hat er sofort zugesagt:

"Es ist vor allem eine Herausforderung, es ist eine ganz andere Musik. Vor allen Dingen aber springen wir ja normalerweise mit Sport-Trampolins, hier müssen wir jetzt auf diesen Garten-Trampolins springen, auch die Musik ist für die Mädchen natürlich schon gewöhnungsbedürftig aber ich glaube, wir kriegen das hin."

Bis zur Aufführung am kommenden Samstag stehen jetzt noch einige Proben auf dem Programm. Alle drei müssen am Ende synchron springen können, passend zur Musik des Orchesters. Die Vorfreude auf die Aufführung ist trotzdem schon groß, nicht nur bei den Mädchen selbst:

"Unsere Eltern haben sich alle gefreut weil man sich auch immer freut, wenn die Kinder mal im Festspielhaus auftreten können vor so einer großen Kulisse. Es ist ja auch eine ganz neue Erfahrung."

Die Trampolinspringerinnen werden beim “Ring“ gleich zweimal dabei sein, nach dem Auftakt beim “Rheingold“ am Samstag werden sie dann auch bei der “Walküre“ am Sonntag auf der Bühne stehen. Insgesamt besteht “Der Ring des Nibelungen“ aus vier Teilen, die an vier Tagen in Füssen aufgeführt werden.

 

Hintergrund zur Inszenierung des “Ring des Nibelungen“:

Im Jahre 2013 entstand nach 125 Jahren bulgarischer Operntradition der erste komplette „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner auf dem Balkan, und zwar an der Nationaloper Sofia. Ihr Direktor, Acad. Plamen Kartaloff, hatte die Idee zu diesem Projekt und führte auch die Regie dieses ersten bulgarischen „Ring“, der großen Tetralogie bestehend aus „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“.

Er wollte dem Publikum in Sofia die Geschichte erzählen, aber mit unkonventionellen Mitteln des Operntheaters in seinem besten Sinne, die gleichwohl genügend Raum für Assoziationen und eigene Interpretationen zuließen. Es wurde mit ausschließlich bulgarischen Mitteln eine wahrlich heroische Arbeit über vier Jahre.

Mit dem, was 2013 und 2014 in Sofia zu sehen war, hat die Nationaloper in der Wagner-Welt nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht. Es gelang Plamen Kartaloff und seinem Team mit eindrucksvollen Bildern sowie einem facettenreichen Multimedia-Design, den Mythos des „Ring“ mit einer sehr nahe an Wagners Regieanweisungen operierenden Dramaturgie und ausgefeilten Personenregie mit großem Unterhaltungswert zu verbinden.

Farbintensive und eindringliche Bilder, bisweilen von Retrospektiven durchsetzt, tun sich vor uns auf, vieles in dieser Form noch nie so gesehen. Dabei stehen für Kartaloff immer die Menschlichkeit im Vordergrund, aber auch poetische Momente – ganz so, wie es in Wagners Musik zu hören ist.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
Oper Wagner Nationaloper


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