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Das Allgäuer Überlandwerk und die Bayerischen Landeskraftwerke beginnen mit den Bauarbeiten
(Bildquelle: AÜW)
 
Oberallgäu - Sulzberg
Freitag, 14. November 2014
Spatenstich für das neue Laufwasserkraftwerk in Sulzberg
Innovative VLH-Technologie an der Iller im Einsatz

Das Allgäuer Überlandwerk aus Kempten und die Bayerischen Landeskraftwerke beginnen mit den Bauarbeiten für ein neues Laufwasserkraftwerk bei Sulzberg an der Iller unter Einsatz der innovativen VLH-Technologie.

Im Juni 2013 haben die Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) und die Bayerische Landeskraftwerke GmbH die Illerkraftwerk Au GmbH (IKA) gegründet. In den kommenden Monaten wird die IKA an der Iller auf Höhe von Sulzberg/Au ein neues, innovatives Wasserkraftwerk errichten. Heute erfolgte der Spatenstich zu diesem Projekt – einem weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiezukunft Allgäu.

„Das Besondere an dem Wasserkraftwerk ist die erstmals in Deutschland eingesetzte Technologie der „Very Low Head“-Turbine (VLH), die in der Kombination mit einer variablen Stauzielregelung durch ein wassergefülltes Schlauchwehr eine weltweite Neuheit ist. Sie eignet sich vor allem für den Einsatz in Flüssen mit niedriger Fallhöhe. Ein Novum und zugleich besonderes Charakteristika dieser Turbinenart ist ihre Fischverträglichkeit. Die Fische sollen möglichst unbehelligt durch die extrem langsam drehende Turbine flussabwärts schwimmen können. So entsteht eine „win-win-Situation“ für die Wasserkraftnutzung und die Gewässerökologie. Die Anlage wird deshalb auch im staatlichen Interesse gebaut und betrieben sowie gefördert. Über ein staatlich finanziertes Monitoring soll der Nachweis der Fischverträglichkeit geführt werden. Es freut uns, dass hier das bayernweit erste naturverträgliche Vorzeigeprojekt errichtet wird. Sollte die Fischverträglichkeit über das umfangreiche Monitoring durch die TU München bestätigt werden, wäre dies der Beleg, dass sich Ökonomie und Ökologie im Bereich der Wasserkraftnutzung verbinden lassen “, so Michael Lucke, Geschäftsführer der Allgäuer Überlandwerk GmbH.

Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Wasserkraft für den Freistaat Bayern aber auch das Bestreben die Anlagen fischverträglicher zu gestalten. „Über das Förderprogramm BayINVENT unterstützen wir dieses innovative Projekt mit rund 1,3 Mio. Euro mit dem Ziel, unser Wissen in diesem Bereich zu erweitern und die Erkenntnisse auf andere geeignete Standorte in Bayern übertragen zu können. Das Vorhaben verspricht eine neue Dimension in der wirtschaftlichen und zugleich umweltverträglichen Nutzung der Wasserkraft.“, so Pschierer in seiner Rede.

Landrat Anton Klotz setzte seinen Schwerpunkt in den Grußworten auf die Klimaziele des Landkreises Oberallgäu. So sollen bis zum Jahr 2022 70% des benötigten Energiebedarfs im Landkreis aus erneuerbaren Energiequellen stammen. „Ich gebe zu, dass Ziel ist sehr ambitioniert. Dennoch werden wir von dem Beschluss nicht abweichen und das Ziel, trotz aller politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, mit aller Kraft weiter verfolgen.“, so Landrat Anton Klotz.

Oberbürgermeister Thomas Kiechle erinnerte an die Bedeutung des Standorts des neuen Wasserkraftwerks. Auf dem AÜW Betriebsgelände  in Sulzberg/Au befindet sich das Geburtshaus von Karl Böhm, dem Gründer des Allgäuer Überlandwerks. Sein Vater Adolf Böhm war es, der an dieser Wehranlage bereits im Jahr 1907 die Wasserkraft zur Energiegewinnung nutzte.

Intensive Modellversuche im Vorfeld der Projektrealisierung
In diesem Projekt kommt die Technologie der VLH-Turbine erstmals in einem alpinen Wildfluss mit hohem Geschiebe- und Treibholzanteil zum Einsatz. In Verbindung mit dem dynamischen Schlauchwehr ist es weltweit die erste Umsetzung einer solchen Wasserkraftanlage. Michael Lucke erläuterte in seiner Ansprache die Projektdetails. So wurden in umfangreichen Tests und Simulationen, über einen Zeitraum von knapp acht Monaten, zusammen mit der TU München in einem Modell mit einem Maßstab von 1:20 das Kraftwerk nachgebaut. In den Versuchen wurden die Kraftwerksanströmungen, die Geschiebespülung, die Schwemmholzabfuhr sowie die Überprüfung der Abflussleistung im Hochwasserfall so weit optimiert, dass die Kombination aus VLH-Turbine mit einem Schlauchwehr für alpine Wildflüsse geeignet ist. Diese Ergebnisse gaben den Startschuss für die Projektrealisierung.

In einer unabhängigen Studie untersucht der Lehrstuhl für „Aquatische Systembiologie“ der TU München im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) bis zum Jahr 2016 die Fischverträglichkeit der VLH-Turbine sowie die ökologischen Auswirkungen der Wasserkraftanlage auf die umliegenden Habitate. Untersuchungen zur Fischverträglichkeit verliefen in Frankreich – bei dem gleichen Turbinentyp – bereits sehr erfolgreich. 

 „Wir bedanken uns bei allen Projektbeteiligten und den Trägern öffentlicher Belange für den stets konstruktiven und zielführenden Dialog in der Projektantragsphase.“, beendet Michael Lucke seine Ausführungen.

 

 

Das Investitionsvolumen für das neue Wasserkraftwerk beläuft sich auf insgesamt 8,7 Mio. Euro. Die Bauarbeiten begannen Anfang November 2014. Ende 2015 soll die Wasserkraftanlage ans Netz gehen.


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spatenstich kraftwerk energie oberallgäu



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