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Rock und wehende Zöpfe in grün und rot - Bayerns erste Ampelfrauen leuchten in Sonthofen
07.03.2013 - 12:44
Fällt jetzt eine der letzten Männerdomänen? Am Oberallgäuer Platz in Sonthofen sind pünktlich zum morgigen Weltfrauentag die Ampelmännchen an den Fußgängerampeln durch Frauensymbole ersetzt worden. Eine Premiere im Freistaat Bayern.
Gleichberechtigung ist das nicht aber vielleicht ein Ausgleich für die jahrelange männliche Dominanz an den Ampeln, könnte man meinen. Die Allgäuer müssen aber keinen bürokratischen Wahn befürchten - die Fußgängerampeln werden jetzt nicht großflächig umgestaltet. Der Vorschlag aus der Gleichstellungsstelle am Landratsamt Oberallgäu war nicht ganz ernst gemeint, aber dennoch eine perfekte Symbolaktion zum morgigen Weltfrauentag. Das Medieninteresse konnte sich sehen lassen: neben den regionalen Medienvertretern waren auch das Bayerische Fernsehen und sogar ein Kamerateam von Sat.1 vor Ort, um den Austauschakt von Mann zur Frau in Bild und Ton festzuhalten. Sonthofen kommt so zumindest bayernweit ins Gespräch, wenn nicht vielleicht sogar auch noch darüber hinaus.

Die stellvertretende oberallgäuer Landrätin Gertrud Knoll findet die Ampelfrau gelungen. Positiv sei, dass die Frau durch einen Rock und Zöpfe mehr Leuchtfläche als der Ampelmann habe, dadurch heller sei und mehr auffalle. Doch auch der Ampelmann hat laut Knoll Vorteile: Bei den Beinen sei bei ihm klarer zu erkennen, wann ein Fußgänger gehen darf oder stehen bleiben sollte. „Es dürfen im Oberallgäu aber weiter Mann und Frau, egal an welcher Ampel, über die Straße gehen. Im Ernst, ich freue mich, dass wir Vorreiter für ganz Bayern sind und das vor allen anderen Tourismusorten machen“, fügte Knoll mit einem Augenzwinkern hinzu.

Bürgermeister Hubert Buhl freute sich vor allem über die Gestaltung der Ampelfrau. „Die Zöpfe lassen mich sofort an eine Allgäuerin denken“, schwärmte Buhl. „Ein echtes Allgäuer Mädchen“, so das Stadtoberhaupt von Sonthofen. Bewusst habe man sich für diese Aktion entschieden und ein bisschen Diskussion schade nicht, meint Buhl. Die Ampelfrauen sollen gleichzeitig auch ein Impuls innerhalb der Stadt Sonthofen sein, die Gleichberechtigung auch zu Leben.

Doch die Kosten könnten die Ampelfrauen auf ihrem Vormarsch ins Allgäu und in den ganzen Freistaat entscheidend bremsen. 25 Euro kostet eine solche Scheibe - deutlich mehr als das männliche Symbol. Die heute installierten jeweils acht roten und grünen Scheiben kosteten insgesamt also 400 Euro.

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