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Das Landratsamt in Sonthofen (Oberallgäu)
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Oberallgäu - Sonthofen
Mittwoch, 9. Oktober 2013

Jetzt genau der richtige Zeitpunkt

Dr. Alfred Glocker rät zur Grippeimpfung

Die Grippe kommt auch dieses Jahr und wird wieder viele Bürger mit Husten und Schnupfen, hohem Fieber und Muskel- und Gelenkschmerzen quälen oder ihnen sogar gefährlich werden - wenn sie nicht geimpft sind. Dr. Alfred Glocker, Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt Oberallgäu rät daher, sich beim Hausarzt gegen die Grippe impfen zu lassen.

Jetzt im frühen Herbst ist auch der richtige Zeitpunkt dafür, weil es nach der Impfung mehrere Wochen dauert, bis sich ein ausreichender Impfschutz aufgebaut hat. Die Impfung muss jährlich wiederholt werden, weil sich die Eigenschaften der Grippeviren auch jedes Jahr verändern.

In der Grippewelle 2012/2013 gab es geschätzt 7,7 Millionen influenzabedingte Arztbesuche, nur 2004/2005 war diese Zahl höher. Die Zahl der Krankschreibungen erreichte mit geschätzten 3,4 Millionen Personen zwischen 15 und 59 Jahren den höchsten Wert in den letzten zehn Jahren und ist ein Hinweis auf die ungewöhnlich starke Betroffenheit dieser Altersgruppe in der vergangenen Saison. Die Grippewelle dauerte auch länger als in vielen anderen Jahren, insgesamt 19 Wochen. Das erinnert daran, wie unterschiedlich Grippewellen verlaufen können und dass deren Verlauf nicht vorhersagbar ist. Die Schutzmöglichkeiten durch Impfung und Hygiene sollten immer genutzt werden.

Wer soll sich insbesondere impfen lassen?
Personen mit höherem Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko. Das sind

• Personen in allen Altersklassen, bei denen eine Grippeimpfung angezeigt ist, d.h. mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, Herz- und Kreislaufkrankheiten sowie Leber- und Nierenleiden und Stoffwechselkrankheiten, wie Diabetes mellitus.
Neue STIKO-Empfehlung 2013:
Bei Kindern mit chronischen Erkrankungen von 2 bis 6 Jahren steht jetzt ein abgeschwächter Lebendimpfstoff zur Verfügung, der als Nasenspray verabreicht wird. Bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen bis 18 Jahren kann auch der übliche inaktivierte saisonale Impfstoff verwendet werden.

• Alle Personen ab 60 Jahren.

• Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen (Arztpraxen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime), aber auch in Kindergärten und Schulen sowie in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr (Behörden).

• Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens bereits ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel.

• alle Betreuer von Risikopatienten.

• Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranken empfehlen wir überdies eine (einmalige) Impfung gegen Pneumokokken, die häufigsten Erreger der Lungenentzündung.

Die Impfquoten sind in allen genannten Gruppen zu niedrig. Die Kosten für die Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen und in der Regel auch von den Privatkassen übernommen. Die Praxisgebühr entfällt.

 
Die saisonale Grippe wird überwiegend durch Tröpfchen übertragen, die zum Beispiel beim Sprechen, insbesondere aber beim Husten oder Niesen entstehen und über eine geringe Entfernung auf die Schleimhäute von Kontaktpersonen und in die Augen gelangen können. Eine Übertragung kann auch indirekt durch Kontakt der Hände mit virushaltigen Sekreten oder mit diesen kontaminierten Oberflächen und anschließendem Hand-Mund- bzw. Hand-Nasen-Kontakt erfolgen.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung ("Inkubationszeit") beträgt 1 bis 2, aber auch bis zu 4 Tagen. Die Dauer der Virus-Ausscheidung bei Erkrankten und damit der Ansteckungsfähigkeit kann ab dem Auftreten der ersten Symptome 3 bis 5 Tage, aber auch bis zu 7 Tagen andauern. Kleine Kinder können mehr Viren und für längere Zeit als Erwachsene ausscheiden. Dies gilt auch für Abwehrgeschwächte, z.B. Immunsupprimierte.

Typische Grippe-Symptome sind Fieber, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl (Mattigkeit, Frösteln, Appetitlosigkeit).

Bei Verdacht auf Grippe sollte der Patient den Hausarzt vor dem Aufsuchen der Praxis telefonisch kontaktieren, damit durch entsprechende Maßnahmen die Ansteckung anderer Patienten und des Personals vermieden werden kann.


Tipps des Gesundheitsamtes

• Direkte Kontakte mit möglicherweise erkrankten Personen vermeiden, wenn möglich.

• Händeschütteln kann ein Übertragungsweg sein. Auf das notwendige Maß beschränken.

• Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen. Insbesondere Berührung von Augen, Nase, Mund vermeiden.

• Hände waschen, oft und gründlich. Besonders, wenn man erkrankte Angehörige pflegt. Wäsche, Geschirr, Klinken, Telefonhörer, Lichtschalter im Umfeld des Erkrankten stellen eine Übertragungsmöglichkeit dar. Hände waschen natürlich vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette - das sollte selbstverständlich sein.

• Nicht gemeinsam aus einem Glas oder einer Flasche trinken. Auch nicht zu Hause. Auf Festen nicht den Bierkrug herumgehen lassen.

• Räume oft lüften. Das verringert die Zahl infektiöser Tröpfchen in der Raumluft.

• Beim Husten oder Niesen Mund oder Nase bedecken. In den Ärmel husten oder niesen.

• Einmaltaschentücher verwenden. Nach Benutzung sofort entsorgen.

• Bereits bei leichten Grippesymptomen Kontakte zu den Mitmenschen reduzieren (etwa den Vereinsabend ausfallen lassen). Enge Kontakte mit Angehörigen vermeiden, insbesondere zu Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren und Personen mit chronischen Erkrankungen.


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