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Wild im schneebedeckten Wald
(Bildquelle: pixabay)
 
Oberallgäu - Sonthofen
Montag, 28. Januar 2019

Allgäuer Jäger füttern Rotwild in nahrungsarmen Zeiten

Überleben der Tierpopulation sichern

Die Allgäuer Jäger füttern derzeit die Wildtiere um es in der nahrungsarmen Zeit zu versorgen. Das Überleben der Tierpopulation soll damit gesichert werden. Derzeit finden das Tiere in und außerhalb des Waldes nur bedingt Futter. Im Internet wird fleißig diskutiert. Wir sprechen dazu mit Kai Bomans, dem Leiter im Bereich Jagd- und Fischereirecht am Landratsamt Oberallgäu in Sonthofen.

AllgäuHIT: "Jäger sind angehalten Notzeitfütterungen beim Wild vorzunehmen. Warum ist das notwendig?"
Kai Bomans: "Notzeit besteht grundsätzlich dann, wenn zwischen dem Nahrungsbedarf und dem Äsungsangebot ein Defizit besteht. Notzeit ist demnach die vegetationsarme Zeit,  in der das Wild zu wenig Äsung findet, so dass die im durchschnittlichen Gesundheitszustand befindlichen Tiere einer Population zum Überleben auf eine künstliche Fütterung angewiesen sind. Primäres Ziel ist es nach dem Gesetz das Überleben einer Tierpopulation zu gewährleisteten. Im Extremfall kann es zum Verlust einzelner Tiere durch die so genannte „Winterselektion“ kommen. Diese Ausfälle sichern aber auch das Überleben anderer Tierarten wie Adler, Kolkrabe usw.  für die konsequenterweise ebenfalls wie für Hasen, Bussarde und Eulen eine „Notzeit“ mit der daraus resultierenden Fütterungsnotwendigkeit anzunehmen wäre."

AllgäuHIT: "Wie klappt die Fütterung derzeit im Landkreis Oberallgäu?"
Kai Bomans: "Nach dem Bayerischen Jagdgesetz ist der Revierinhaber verpflichtet, in der Notzeit für eine angemessene und artgerechte Wildfütterung zu sorgen und die erforderlichen Fütterungsanlagen zu unterhalten. Die Untere Jagdbehörde hat vorsorglich sämtliche Reviere im Oberallgäu schriftlich an ihre Hegeverpflichtung erinnert.

Diese Hegemaßnahmen haben die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten, artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zum Ziel. Die Hege muss zudem so durchgeführt werden, dass Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

Im südlichen Oberallgäu werden alleine für das Rotwild 19 Wintergatter und 19 freie Fütterungen durch 20 Berufsjäger, 4 hauptamtliche Jagdaufseher und zig Jäger, Landwirte und sonstige Befähigte professionell betrieben. So überwintert man im Oberallgäu den Rothirschbestand von gut über 2.000 Tieren. Früher zogen diese im Winter in mildere Klimazonen im Norden, was durch die menschliche Besiedelung und Bebauung seit langem nicht mehr möglich ist.  Missstände bei der Fütterung im Oberallgäu sind mir nicht bekannt."

AllgäuHIT: Im Internet gibt es Kritik von Jägern an Jagd-Gegnern, dass diese bei den Fütterungen nicht helfen. Wie stehen Sie persönlich dazu?
Kai Bomans: "Als Vertreter einer Behörde beteilige ich mich weder an irgendeiner Stimmungsmache noch Urteile ich darüber. Jedoch appelliere ich an die Vernunft und Einsicht aller, die unsere wunderschöne Allgäuer Natur nutzen. Bleiben sie auf den ausgezeichneten Wegen, halten sie sich an die Wegegebote und nähern sie sich nicht den in der Regel gekennzeichneten oder erkennbaren Wildfütterungen. Füttern sie nicht selbständig Wild mit Futtermitteln, die für das Wild eventuell nicht geeignet sind. Lassen sie ihre Hunde in Bereichen wo mit Wild zu rechnen ist nicht frei springen. Und zeigen sie Verständnis all denen gegenüber, die sich oftmals in ihrer Freizeit mit bemerkenswertem zeitlichen und körperlichen Einsatz für Wald und Wild einsetzen."


Tags:
wild fütterung jäger allgäu



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