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Bilanz nach einem Jahr: Jobcenter Oberallgäu ein voller Erfolg
30.04.2013 - 07:58
Am 01. Januar 2012 fiel der Startschuss für das neue kommunale Jobcenter zur Betreuung arbeitsuchender Menschen in der Grundsicherung.
Seit über einem Jahr ist das Jobcenter Oberallgäu voll und ganz in den Händen des Landkreises. Dafür hatte sich der Kreistag stark gemacht. Landrat Gebhard Kaiser zeigt sich erfreut über das Ergebnis und zieht eine positive Bilanz: "Der Weg in die Option ist ein voller Erfolg! Es ist nicht nur gelungen, die Aufgaben aus der gemeinsamen Einrichtung mit der Arbeitsagentur zu übernehmen, sondern die Lage für die hilfebedürftigen Menschen im Oberallgäu insgesamt weiter zu verbessern."

Diese Bilanz lässt sich anhand einiger Eckwerte der Grundsicherung nachvollziehen (Stand: 12/2012):
Arbeitslosenquote (SGB II):
Oberallgäu: 1,1
Bayern: 1,8
Bund: 4,5
SGB II-Quote:
Oberallgäu: 2,3
Bayern: 4,1
Bund: 9,4
Leistungen zum Lebensunterhalt:
Oberallgäu: -5,2%
Bayern: -3,5%
Bund: -1,0%
Integrationsquote:
Oberallgäu: 37,7%
Bayern: 32,7%
Bund: 25,4%
Veränderungen der Langzeitbezieher zum Vorjahr:
Oberallgäu: -4,7%
Bayern: -6,0%
Bund: -3,4%

Sinkende Ausgaben zur Grundsicherung ermöglichen finanzielle Entlastung für Bundes- und Kreishaushalt
Die Summe der im Jahresverlauf ausgezahlten Leistungen zum Lebensunterhalt - dies sind vorrangig Arbeitslosengeld II und Sozialgeld – hat sich von 6,28 Mio. € im Jahr 2011 auf 5,95 Mio. € im Jahr 2012 vermindert. Die geringere Auszahlungssumme dieser Leistungen ist maßgeblich auf den Rückgang der betreuten Bedarfsgemeinschaften - die Empfänger dieser Leistungen – zurückzuführen. Mit 1.611 betreuten Bedarfsgemeinschaften wurde der niedrigste Wert seit Gründung des ersten Jobcenters Oberallgäu im Jahr 2005 erreicht.

Mit dem positiven finanziellen Aspekt für den Bundeshaushalt geht ebenfalls eine Entlastung des Kreishaushaltes einher. Neben den Leistungen zur Grundsicherung wie Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld aus dem Bundeshaushalt finanziert der Landkreis Leistungen für Unterkunft und Heizung (LfU) (Mieten, Heizung, etc.). Trotz steigender Energiekosten ist auch hier ein Rückgang um 5,0 Prozent von 6,25 Mio. € in 2011 auf 5,93 Mio. € in 2012 zu verzeichnen.

Integrationsquote in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt weiter über Bundes- und Landesdurchschnitt
Für das Jahr 2012 erzielt das kommunale Jobcenter Oberallgäu eine Integrationsquote von 37,7 Prozent. Damit hebt sich das Arbeitsergebnis im Oberallgäu deutlich positiv von den erreichten Werten auf Landes- wie auch auf Bundesebene ab. Mit insgesamt 746 Integrationen in Arbeit oder Ausbildung konnte mehr als 1/3 der durchschnittlich betreuten erwerbsfähigen Leistungsbezieher (eLb) in den Arbeitsmarkt integriert werden. Analog zur Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist auch deren Zahl weiter rückläufig. "Der Paradigmenwechsel von standardisierten Maßnahmen hin zu individuellen Lösungen für unsere Kunden hat sich in Zeiten sinkender Förderbudgets und komplexerer Problemlagen der Hilfeempfänger als richtig erwiesen" sagt Landrat Gebhard Kaiser.

Zielerreichung bei der Vermeidung von „Langzeitbezug“
Auch die Anzahl der betreuten sog. „Kunden im langfristigen Leistungsbezug“ konnte im Oberallgäu gesenkt werden. Diese Personengruppe hat es in der Regel besonders schwer, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. So machen die Kunden im Langzeitbezug ca. 50 Prozent der betreuten erwerbsfähigen Leistungsbezieher aus. "Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes auch hier die in Sie gesteckten Erwartungen erfüllen konnten" so Landrat Kaiser. Waren im Jahr 2011 durchschnittlich noch 1.210 Langzeitbezieher in der Betreuung, waren es im Jahr 2012 nur noch 1.152 Personen. Gemessen am bayernweiten Durchschnitt (-6,0%) bleibt das Jahresergebnis im Oberallgäu mit einer Senkung um 4,7 Prozent etwas zurück. Dies ist der Besonderheit des regionalen Arbeitsmarktes geschuldet. In einem stark touristisch und saisonal geprägten Umfeld wie dem Landkreis Oberallgäu ist es besonders schwierig, Hilfebedürftigkeit bei häufig auf die Saisonmonate beschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten dauerhaft zu beenden. Dennoch kann der positive Effekt auch kurzer Beschäftigungsphasen nicht hoch genug geschätzt werden.

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