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Sonnenalp
(Bildquelle: AllgäuHIT | Christian Veit)
 
Oberallgäu - Ofterschwang
Dienstag, 1. Dezember 2020
Ein Bericht von Christian Veit

Michael Fäßler kehrt nie mehr in die Politik zurück

Wie berichtet, hat sich Ende letzter Woche Michael Fäßler, der Sonnenalp- Chef, aus der Politik verabschiedet. Sowohl aus dem Kreistag ist er zurückgetreten, als auch aus seiner Partei, der CSU. Warum überhaupt und was das für ihn persönlich bedeutet, darüber hat Radio AllgäuHIT mit Herrn Fäßler in einem Exklusivinterview gesprochen.

Radio AllgäuHit: Herr Fäßler, wie waren die Reaktionen auf Ihren Rücktritt vor einer Woche?

Michael Fäßler: Die Reaktionen auf meinen Rücktritt aus der CSU und dem Kreistag waren zu 99% nur positiv und Bestätigung für mich. Das hat mir gut getan, denn mir ist es nicht leicht gefallen, diese Entscheidung zu treffen. Ich wollte meine Kollegen aus dem Kreistag - egal welcher Partei sie angehören, nicht angreifen. Meine Kritik richtet sich an die Politik in München und Berlin. Schlussendlich bin ich nicht damit einverstanden wie das Krisenmanagement und die Kommunikation funktioniert und ich habe einfach festgestellt, dass die hohe Politik die Bindung zu der Basis völlig verloren hat. 


Radio AllgäuHit: Gab es auch Rückmeldung aus Berlin und München?

Michael Fäßler: Es gab unter anderem Briefe vorher, die uns nicht geholfen haben, weil es nur Vertröstungen waren, aber keine sachliche Antwort auf unsere Fragen oder unsere Angebote zu unterstützen. Das war ja unser Gedanke, denn es geht um die Gesundheit aller Menschen und auch unsere eigene, sowie die unserer Mitarbeiter. Wir wollten da unterstützend wirken. Ich habe sogar aus der eigenen Partei, der CSU, sehr positive Nachrichten aufgrund meines Austritts und der Rückgabe meines Mandats aus dem Kreistag bekommen. Diese erreichten mich aus ganz Deutschland, weil wir sehr renommierte Gäste in unserem Hotel haben, die auch Verbindungen haben. So habe ich insgesamt wirklich positive und unterstützende Nachrichten bekommen. 


Radio AllgäuHit: Wie stehen Sie zu den nun verhängten Corona- Maßnahmen?

Michael Fäßler: Da sprechen Sie den wunden Punkt an. Was ich hauptsächlich kritisiere ist, dass die Politik uns keine Perspektive gibt. Es gibt keinen Plan und keine Strategie, wie wir aus dieser inzwischen Dauer-Lockdown-Situation rauskommen und die Maßnahmen, die getroffen werden, laufen ins Leere. Wir haben die Bereiche in dem "Lockdown light" jetzt geschlossen, in denen alles kontrolliert war. Ich würde mir wünschen, dass die Politiker in Berlin selber in die Malls und in die Märkte geschaut haben und den Black Friday beobachtet haben oder sich im Freundeskreis umgehört haben. Alles hat sich in den nicht kontrollierten privaten Raum verlagert. Die Zahlen zeigen das auch, denn die Infektionen gehen nicht zurück, auch wenn das RKI die Zählungen etwas verändert hat, ist das nicht spurlos an uns vorrüber gegangen. Die Maßnahme ging einfach ins Leere und war keine konsequente Maßnahme um gegen den Coronavirus vorzugehen. 


Radio AllgäuHit: Sie hatten Ihre Hilfe angeboten um gegen die Pandemie vorzugehen. Wie hätte das genau ausgesehen?

Michael Fäßler: Wir haben schon im ersten Lockdown als einzige Branche bereits Hygienekonzepte abgegeben, die bis ins Letzte ausgefeilt waren. Diese haben auch funktioniert und waren dazu wirkungsvoll. Allein in der Sonnenalp hatten wir in dieser Zeit ca. 55 000 Übernachtungen und weder bei den Mitarbeitern, noch bei den Gästen gab es einen einzigen Fall. Wenn in einem Bereich ein Verdachtsfall war, dann haben wir sofort getestet und die Betroffenen in Quarantäne geschickt. Wir haben selber mit Antigen-Tests gestestet und haben so auch das Gesundheitsamt unterstützt. Falls Infektionsketten festzustellen gewesen wären, hätten wir sie schon registriert und auch schon reagiert.


Radio AllgäuHit: Ist Ihre Politikkarriere jetzt vorbei, oder können wir Sie in Zukunft nochmal zurückkehren sehen?

Michael Fäßler: Es ist für mich abgeschlossen. Ich bin auch in einem Alter, wo man irgendwann einen Schlussstrich ziehen muss. Das wäre ohnehin meine letzte Wahlperiode gewesen. Ich bleibe im Gemeinderat in Ofterschwang, der parteilos ist und wo wir ohne Fraktionszwang sachliche Entscheidungen treffen. Das gefällt mir immer noch sehr gut, aber nun müssen andere in die Bresche springen. Wenn ich helfen kann und gefragt werde, bin ich gerne da, aber politische Ämter werde ich nicht mehr bekleiden. 


Tags:
Politik Sonnenalp Coronavirus Allgäu


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