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Ring frei für die zweiten historischen WM-Titelkämpfe im „Schibui-Gingge“
(Bildquelle: Markt Oberstaufen)
 
Oberallgäu - Oberstaufen
Freitag, 4. Juli 2014

Oberstaufen feiert eigene Weltmeisterschaft

Während die Fußballwelt nach Brasilien schaut, feiert die Marktgemeinde Oberstaufen ihre eigene Weltmeisterschaft: Die Titelkämpfe in der historischen Kampfsportart „Schibui-Gingge“ gehen in die zweite Runde. Die beiden im vergangenen Jahr gekürten Weltmeister Sebastian Mattner aus Landsberg und Sabine Chevenard aus der Schweiz haben ihre Teilnahme bereits in Aussicht gestellt, schließlich wollen sie den legendären Weltmeister-Gürtel verteidigen.

Beim Schibui-Gingge geht es darum, barfuss und in kurzen Lederhosen (die Damen im Dirndl) in einem abgesteckten Ring und mit den Händen in der Hosentasche dem Gegner möglichst viele Tritte ans Schienbein zu versetzen. „Das kann schon mal durchaus schmerzhaft sein“, bestätigt der Präsident des Schibui-Gingge-Weltverbandes Bernhard Lingg, der bei der ersten WM ebenfalls am Start war und den undankbaren vierten Platz belegte. „In erster Linie aber ist es eine Konditions- und Koordinationsfrage.“ Teilnehmen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist.

Die letzten Wettkämpfe in dieser althergebrachten Sportart fanden der Überlieferung nach am Schüttentobel bei Ebratshofen statt. Dann verschwand der Sport für rund 25 Jahre in der Versenkung, ehe er im vergangenen Jahr in Oberstaufen wiederbelebt wurde. Bei der ersten durchgeführten Weltmeisterschaft war der Publikumszuspruch riesig – im Gegensatz zur Zahl der Anmeldungen. „Da hätten wir uns schon mehr erhofft“ gibt Lingg unumwunden zu. „Viele waren neugierig, den Schritt, sich anzumelden, haben aber nur wenige gewagt.“ Hier hofft er auf mehr Zuspruch in diesem Jahr. Am Medienrummel kann es nicht gelegen haben, dass die Zahl der Teilnehmer hinter den Erwartungen zurückblieb. Sämtliche regionalen und viele überregionale Medien haben das Thema aufgegriffen und sehr ausführlich darüber berichtet. „Das hat unser Sport auch verdient“, findet Schiedsrichterobmann Rudi Dorner, „denn der Kampf Mann gegen Mann und Frau gegen Frau ist schließlich die spannendste und ursprünglichste Form des Kampfes.“ Und wer die Anmut und Eleganz des Schibui-Ginggens einmal gesehen habe, könne sich dem kaum entziehen.

In diesem Jahr werden die Titelkämpfe um den Weltmeister-Gürtel wieder im Rahmen des Oberstaufner Marktfestes auf dem Marienplatz ausgetragen, und zwar am Sonntag, den 6. Juli ab 13 Uhr. Anmeldungen nimmt der Präsident entgegen unter der Mailadresse schibuigingge@gmail.com oder unter Telefon 0170-2113658.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
wm2014 kampfsport oberallgäu allgäu


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