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Hans Schindele, Dr. Wolfram Winger, Ulrike Müller, Prof. Dr. Michael Piazolo, Hans-Martin Huss und Marius Schöll
(Bildquelle: Freie Wähler)
 
Oberallgäu - Martinszell
Freitag, 11. April 2014

Forderung nach Verbesserung

Gymnasium-Podiusmsdiskussion in Martinszell

Das von den Freien Wählern ausgewiesene Motto "mehr Zeit zum Lernen" für die Schüler an Gymnasien, ist auch die Quintessenz aus der Podiumsdiskussion mit Vertretern von Eltern, Schülern und Lehrern. Zu der Veranstaltung in das Landhotel Adler nach Martinszell hatte die stell-vertretende Fraktionsvorsitzende der Freie Wähler- Landtagsfraktion Ulrike Müller eingeladen.

Einhellig sprachen sich die Teilnehmer für intensive Überarbeitungen der gymnasialen Schulzeit aus, getreu dem Titel der Veranstaltung: „Weiterentwicklung des Gymnasiums in Bayern“. Eine Weiterentwicklung will die Landtagsfraktion mit dem Volksbegehren zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 voranbringen. Ulrike Müller: „Im Sinne der Jugend und einer guten Qualität in der Bil-dung müssen wir mit aller Kraft auf eine Veränderung hinarbeiten. So bekommen wir wieder eine Sicherheit für alle - für Eltern, Lehrer und für die Schüler selbst.“

Prof. Dr. Michael Piazolo knüpfte daran an und warb für das Volksbegehren: „Damit haben wir nicht nur die Möglichkeit des G9. Wir haben auch die Chance, über Inhalte zu sprechen“, machte der hochschulpolitische Sprecher der Landtagsfraktion deutlich. Er betonte, dass die Ausgestaltung des künftigen Gymnasiums nach dem erfolgreichen Volksbegehren ein Prozess sei. „Wir haben nie gesagt, dass es an einer Schule G8 und G9 geben soll. Das ist nicht die Überlegung. Wir wollen es aber nicht von oben oktruyieren“, beantwortete er eine Frage aus dem Publikum zur Durchführung. „Derzeit“, so Piazolo „haben wir den Eindruck, dass viel Kindheit und Jugend verloren geht.“

Ins selbe Horn stieß Hans Schindele. Er sei den Freien Wählern „dankbar, dass sie die Diskussion wieder anschieben“, so der Referent für Schulpolitik im Bezirksverband des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). „Tendenziell“ sei er für ein 9-jähriges Gymnasium. „Wichtiger ist es aber, dass ein anderes Leistungsdenken einsetzt“, so Schindele. Er fügte hinzu: „Mir tut es weh, wenn Kinder gehen, die mit der Art des Lernens nicht zurechtkommen, obwohl sie die Leis-tungen bringen können.“

Dass bei einer Wahlfreiheit die Tendenz deutlich in Richtung G9 geht, berichtete Dr. Wolfram Winger, Schulleiter aus Bad Waldsee (Baden-Württemberg). „Bei uns sind es dieses Jahr von Anmeldungen 87 für G9, zwei für G8.“ Landesweit, so Winger, hätten sich 92 Prozent der Eltern für ein neunjähriges Gymnasium entschieden.

Einen anderen Aspekt sprach Schülersprecher Marius Schöll aus Immenstadt an: „Man sollte gerade die leistungsschwachen Schüler befragen. Das sind die, die Schwächen des G8 besser benennen können“, so der Schüler. Er beklagte: „Schüler, die zum Beispiel Fußball oder ein Instrument spielen, die haben keine Zeit mehr für sich.“

Für Hans-Martin Huss, Elternbeiratsvorsitzender am Carl-von-Linde-Gymnasium gibt es nicht „die Eine Schule für alle. Ich träume von einem Gymnasium, in dem die Eltern und Schüler sagen, wie lange sie brauchen.“ Die Persönlichkeitsentwicklung benötige ihre Zeit, ebenso die Entwicklung einer guten Schule. Huss: „Am besten wäre es, jetzt keine Türen zuzuhauen.“ (pm)


Tags:
gymnasium diskussion g8g9 bildung



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