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"Ich habe Sandra B. abgestochen" - 31-jähriger wegen versuchten Totschlags vor Gericht
05.03.2013 - 07:40
Er kam gerade erst aus dem Gefängnis. Die in Fischen wohnende Sandra B. nahm in bei sich auf und bezahlte das beinahe mit ihrem Leben. Mit einer Glasscherbe stach er auf die Frau ein und ließ sie einfach blutend liegen.
Bis zum 8.Mai letzten Jahres hatte der 31-jährige Sven D. eine Strafhaft in der Justizvollzugsanstalt Waldshut-Tiengen verbüßt, dann kam er frei und meldete sich per sozialer Internetnetzwerke bei seiner Bekannten Sandra B., die er von früher her kannte. Nicht einmal einen Monat später zogen die Beiden zusammen. Er nahm eine Stelle als Beikoch an, sie wollten zusammenziehen.

Dann endlich der Umzugstermin am 29.August 2012: Sie räumten die Wohnung von Sandra B. aus, um in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Doch es kam zum Streit. Sven D. schlug seiner Freundin zuerst mit der Faust ins gesicht, ein Cola-Glas ging zu bruch. Schließlich nahm er sich eine Glasscherbe und stach ihr mehrere zentimetertiefe Wunden in den Hinterkopf, den Rücken und die Arme. Anschließend ließ er sie einfach liegen, obwohl er wusste, dass Sandra B. ohne Hilfe verbluten würde. Stattdessen rief er seinen Bekannten Alexander W. an und prahlte, dass er Sandra B. soeben „abgestochen“ habe.

Sandra B. schaffte es aber, eine Nachbarin zu verständigen. Diese rief sofort den Notarzt. Im Krankenhaus in Immenstadt mussten die zahlreichen Wunden chirurgisch versorgt werden. Ein stationärer Aufenthalt war notwendig. Von heute an muss sich Sven D. deshalb vor dem Landgericht in Kempten verantworten. Hinzu kommen mehrere Diebstähle, bei denen er unter anderem rund 2.200 Euro von seinem Arbeitgeber gestohlen hatte. Dazu war er in die Gaststätte eingestiegen. Außerdem richtete er einen Sachschaden von bis zu 6.000 Euro an.

In einem Gartenhaus im Tannachwäldchen von Sonthofen besorgte er sich am nächsten Tag durch einen weiteren Einbruch den Schüssel zu einem Motorroller. Dieses sollte später sein Fluchtfahrzeug werden. Zuvor rief er aber erneut bei Alexander W. an und drohte diesem ihn und Sandra B. heute umzubringen. Er wolle „Sonthofen mit Leichen pflastern“, so die Aussage des Beschuldigten am Telefon. Alexander W. nahm die Drohung erst - doch die Polizei war Sven D. längst auf den Fersen. Dieser stürzte auf der Flucht vor den Beamten und konnte schließlich über eine Stunde später in der Sonthofer Fußgängerzone festgenommen werden.

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