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Hörnergruppe: Eigenständigkeit wäre ohne Verwaltungsgemeinschaft nicht möglich
10.05.2013 - 07:57
Fünf oberallgäuer Gemeinden haben 1973 einen tiefgreifenden Entschluss gefasst. Als erste überhaupt schlossen sie sich zur Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe zusammen. Heute können sie auf eine echte Erfolgsgeschichte zurückblicken.
Historisch korrekt ist dabei, dass anfangs nur vier Gemeinden bei der Verwaltungsgemeinschaft dabei waren. Balderschwang war nicht von Anfang an überzeugt, schloss sich schließlich fünf Jahre später aber doch an. Die absolut richtige Entscheidung, wie Bürgermeister Werner Fritz bei Radio AllgäuHIT sagt: „Wir sind natürlich recht froh, dass wir die Verwaltungsgemeinschaft haben. Gerade als kleinstes Dorf der Hörnergruppe könnten wir uns eine derartige Verwaltung alleine gar nicht leisten. Wir unterhalten uns auf Augenhöhe - Wir sind der starke Winterpartner der Hörnergruppe, dafür haben wir beim Thema Radwege bspw. weniger mitzureden“.

Die Bolsterlanger Bürgermeisterin Monika Zeller: „Wir diskutieren sachlich, es darf jeder seine Meinung sagen. Es wird keiner ab- oder aufgewertet und es hat sich über die Jahre echt bewährt.“ Aber natürlich müssen die anderen Partner auch einmal von einem eher örtlichen Projekt überzeugt werden: „Die Hörnerbahn ist für Bolsterlang elementar wichtig, das ist unsere beste Infrastruktur, die wir haben. Wir wollen jetzt sanieren und aus dem Weiherkopf-Schlepplift einen Sessellift machen. Da habe ich gesagt, wir müssen was stemmen. Obermaiselstein oder Ofterschwang brauchen das natürlich nicht, aber Fischen hat gesagt, wir profitieren davon und helfen euch. Und so ist das immer wieder, dass einer für den anderen in die Bresche springt“.

Edgar Rölz vertritt als Bürgermeister von Fischen den größten Partner der Verwaltungsgemeinschaft Hörerdörfer: „Wenn wir jetzt vierzig Jahre zurückschauen, dann ist die Verwaltungsgemeinschaft ein echter Glücksfall für die Menschen in unseren fünf Gemeinden, weil wir Selbstständigkeit retten konnten und in Bereichen auf die es ankommt sehr gut miteinander arbeiten.

Doch ist wirklich alles „Friede, Freude, Eierkuchen“? „Zum Großteil ja“, stimmt der Ofterschwanger Bürgermeister Alois Ried ein. „Es gibt natürlich immer die eine oder andere Sache, die man diskutiert, was aber vollkommen normal ist, große Streitigkeiten gibt es bei uns aber nicht“.

Der Obermaiselsteiner Bürgermeister Peter Stehle kann sich eine Verwaltung oder die Gemeinschaft der Hörnerdörfer ebenfalls nicht mehr vorstellen: „Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass eine eigenständige Gemeindeverwaltung für uns nicht stemmbar wäre. Wir sind eine Gemeinde mit keinen tausend Einwohnern und wenn man sieht, was da heute alles gemacht werden muss, dann wäre das keinesfalls möglich, so etwas hier Aufrecht zu erhalten.

Staatskanzleichef Thomas Kreuzer unterstrich, dass Mut zu Neuem meist auch belohnt werde, das beste Beispiel sei eben die Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe. Vor 40 Jahren als erste zu starten, sei ein Schritt gewesen, der noch heute Respekt verdiene. Doch heute wolle keiner der fünf Partner die Gemeinschaft mehr missen.

Toni Vogler war einer der langjährigen Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft: „Wir hatten gleichgelagerte Ziele, bspw. der Tourismus, das Gewerke und die Land- und Alpwirtschaft. Das war ein gutes Fundament. So haben wir uns zusammengefunden, haben gemeinsam eine gemeinsame Verwaltung gebildet und sind aufeinander zugegangen. Wir haben gemeinsame touristische Fahrten gemacht, für den Sommer und den Winter. Wir waren in Arosa, in Seefeld, in Berchtesgaden, im Schwarzwald und vielen weiteren touristischen Destinantionen mehr, um dort auch touristisch neue Erkenntnisse in die Hörnergruppe zu holen.“

Schon 1972 hatten sie den ersten Schritt gemacht: Ein gemeinsamer Prospekt mit Sommer- und Winterpanoramakarte war erschienen: „Touristisch waren wir also schon zusammen, aber es ging darum mehr zu tun. Wichtig dabei: Jede Gemeinde muss gleich behandelt werden und das ist uns glaube ich gelungen“, so Vogler abschließend.

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