Moderator: Marc Brunnert
mit Marc Brunnert
 
 
Stephan Baierl
(Bildquelle: Olaf Schulze / FC Memmingen)
 
Memmingen
Sonntag, 14. Januar 2018
FC Memmingen: Neuer Trainer Stephan Baierl im Interview
Neu-Trainer Stephan Baierl: „Es gibt nur eine Richtung“

Klare Kante. Wenn am Saisonende beim Regionalligsten FC Memmingen der Klassenerhalt stehen soll, fordert der neue Trainer Stephan Baierl, dass die Spieler in den nächsten Wochen und Monaten den Fußball klar im Fokus haben. Der Wind wird ab heute womöglich etwas frischer als bisher wehen, wenn ab sofort der 41-jährige die Kommandos gibt. Vor dem Trainingsauftakt stellte er sich unseren Fragen.

Was ändert sich mit Stephan Baierl als Trainer beim FCM?

Baierl: Ich hoffe, dass sich die Punkteausbeute ändert, das ist das Entscheidende. Wir sind zwar keine Profis, aber in der jetzigen Lage müssen die Spieler dem Fußball alles unterordnen.

Wie lautet Ihre Philosophie?

Baierl: Wir wollen uns nicht nur nach dem Gegner richten, unterschiedliche Systeme spielen und Mut haben selbst Fußball zu spielen.

Wie würden Sie Ihre Persönlichkeit auf dem Fußballplatz beschreiben?

Ich bin jemand, der Wert darauflegt, dass meine Philosophie zu 100 Prozent umgesetzt wird. Ich lebe es selbst vor. Die Spieler sehen, was er verlangt, macht er auch selbst. In der momentanen Situation gibt es eine gewisse Autorität des Trainers. Es gibt nur eine Richtung, die ich vorgebe und keine zwei Meinungen dazu. Aber ich bin von Beruf auch Pädagoge, den Spielern stehen auch alle Türen zu mir offen.

Personell gab es mit Torhüter Lucas Bundschuh (1. FC Sonthofen), Andreas Fülla (zurück zum TSV Landsberg) und Simon Ollert (Ziel unbekannt) drei Abgänge. Mit Kerim Kalkan kehrt ein junger Stürmer nach Memmingen zurück. Wie sehen Sie die personelle Situation?

Baierl: Ich habe mir in den letzten Spielen und im letzten Training vor der Winterpause ein Bild gemacht. Die Abgänge wurden mit mir abgesprochen. Seit feststeht, dass ich Memmingen übernehme, halte ich Augen und Ohren offen. Es haben sich einige Spieler angetragen, die ich kenne und mit denen ich schon gearbeitet habe. Vielleicht können wir bis Ende Januar noch nachbessern, aber Memmingen ist bekannt dafür, dass keine teuren Spieler verpflichtet werden.

Und den Wunderstürmer gibt es auch nicht …

Baierl: Der lag auch nicht unterm Christbaum (lacht). Das Offensive müssen wir eben über die Mannschaft lösen, über Geschlossenheit, Kampfkraft und Willen.

Es gab viele Langzeitverletzte auf deren Rückkehr im Neuen Jahr gehofft wird. Kommen die eigentlichen Neuzugänge aus dem Lazarett?

Baierl: Mit Dennis Hoffmann hatte ich Kontakt. Er ist im Rehatraining, aber es gibt noch Komplikationen. Ich hoffe, dass er in einen Zustand kommt, dass er in der Rückrunde noch eingreifen kann. Markus Nix macht langsam erste Gehversuche. Bei Daniel Zweckbronner wird noch eine weitere medizinische Meinung eingeholt. Ich hoffe, dass möglichst viele der bisherigen Verletzten zum Punktspielstart am 24. Februar fit sind.

Das Vorbereitungsprogramm mit fast täglichem Training oder Spiel bzw. mit sieben Testspielen ist straff. Es geht also ordentlich zur Sache:

Baierl: Ich lege Wert auf körperliche Fitness. Das meiste machen wir auf dem Platz. Wir werden auch rund um das Stadion unterwegs sein, falls einer das Gelände noch nicht kennen sollte (lacht). Die Testspieltermine standen schon und ich habe das Programm so übernommen. Mit dem Spiel gegen den SSV Ulm habe ich kurz gezögert, ob es gleich gegen meinen alten Verein sein muss. Aber wir sind ja im Guten auseinandergegangen. 1860 München ist noch dazu gekommen. Damit haben wir in den Testspielen eine große Bandbreite an unterschiedlichen Mannschaften.

Wie wichtig sind die Ergebnisse in der Vorbereitung?

Baierl: Sie sind nicht egal, stehen aber an zweiter Stelle. Es geht darum, wie die Spieler Vorgaben erfüllen. Dann kommt es von alleine. Aber als Fußballer will ich natürlich auch jedes Spiel gewinnen.

Wie viel wissen Sie als Ulmer über die Regionalliga Bayern?

Baierl: Mit Ulm hatten wir einige Tests gegen bayerische Mannschaften, wie Ingolstadt II, Bayern München II oder Illertissen. Die Regionalliga Bayern hat sicher einen anderen Charakter als der Südwesten, wo noch mehr Mannschaften unter Profibedingungen arbeiten. In der Spitze hat sich die Regionalliga Bayern in Sachen Aufstieg in den letzten Jahren immer durchgesetzt. Aber es stimmt, ich habe in Bayern noch nie trainiert. Familiär liegen meine Wurzeln übrigens im tiefsten Bayern.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne nach dem letzten Spieltag lesen?

Baierl: Der FC Memmingen hat den Klassenerhalt sicher. Das darf aber auch schon vor dem letzten Spieltag sein.
 


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FCM Neutrainer Interview Erfolgskurs



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